Vor Kurzem habe ich die Begriffe Maximizer und Satisficer kennengelernt. Auf Deutsch Maximierer und Satisfizierer.
In meinen Worten sucht der Maximizer immer nach einer optimalen Lösung, braucht dafür lange und ist oft trotzdem eher unzufrieden. Der Satisficer sucht eine Lösung bis er bei „gut genug“ ankommt, entscheidet dadurch schneller und ist eher damit zufrieden.
Wer die Bedeutung genauer wissen will, der nutze eine Suchmaschine. Aber bitte eine ohne oo im Namen. Es gibt so gute europäische Alternativen, testet z.B. mal Startpage oder Qwant.
Ich erzähle das auch ab und zu mal Freunden und Bekannten und lasse mich dabei vor allem über den Punkt aus, dass der Maximizer ständig nach besseren Lösungen für eigentlich bereits gelöste Probleme sucht. Ich rede gerne darüber, weil mir sofort Namen und Gesichter für Maximizer aus meinem Kreis eingefallen sind und mich das Verhalten manchmal irritiert, im besten Fall nur amüsiert.
Noch eine Kamera, noch ein Fahrrad, noch eine Küchenmaschine…
Gerne stelle ich Fragen, wie z.B. „Wie oft benutzt du die alte Kamera (das alte Fahrrad, usw.)? Was würdest Du mit der neuen Anschaffung besser bzw. öfter machen?“ Dabei meine ich das nicht gehässig. Oft ist die Antwort für den Gefragten aufschlussreich. Und mich interessiert halt auch, warum so viel Mühe und Geld investiert werden, wenn doch eigentlich alles mit der jetzigen Lösung gut genug ist.
Mehrfach wurde mir im Gespräch zugestimmt und später dann doch etwas angeschafft. Mancher Maximizer ist sich scheinbar schon bewusst, aber er muss / will wohl.
Witzig ist, dass bislang 100% aller Leute, denen ich das von den Maximizern erzählt habe, auch sofort und ohne nachdenken Namen und Geschichten in den Raum warfen.
Partner, Freunde, Kollegen. Die Maximizer sind überall.
Wer mit Steinen wirft….
Ich war früher mehr Maximizer, jetzt noch ab und zu. Ich behaupte mal, dass es mich nur noch bei manchen Produkten und nur zeitweise erwischt. Interessant ist auch, dass ich das Interesse komplett verlieren kann, sobald ich die optimale Lösung mit dem besten Preis identifiziert habe. Dann kaufe ich gar nichts, entstaube etwas, was hier ungeliebt rumliegt und benutze es, meist sogar mit Freude.
Und grundsätzlich bin ich eher im Lager „good enough“ angekommen. Das spart so viel Kraft, Platz und Lebenszeit.
