Jeder kennt Maximizer

Vor Kurzem habe ich die Begriffe Maximizer und Satisficer kennengelernt. Auf Deutsch Maximierer und Satisfizierer.

In meinen Worten sucht der Maximizer immer nach einer optimalen Lösung, braucht dafür lange und ist oft trotzdem eher unzufrieden. Der Satisficer sucht eine Lösung bis er bei „gut genug“ ankommt, entscheidet dadurch schneller und ist eher damit zufrieden.
Wer die Bedeutung genauer wissen will, der nutze eine Suchmaschine. Aber bitte eine ohne oo im Namen. Es gibt so gute europäische Alternativen, testet z.B. mal Startpage oder Qwant.

Ich erzähle das auch ab und zu mal Freunden und Bekannten und lasse mich dabei vor allem über den Punkt aus, dass der Maximizer ständig nach besseren Lösungen für eigentlich bereits gelöste Probleme sucht. Ich rede gerne darüber, weil mir sofort Namen und Gesichter für Maximizer aus meinem Kreis eingefallen sind und mich das Verhalten manchmal irritiert, im besten Fall nur amüsiert.
Noch eine Kamera, noch ein Fahrrad, noch eine Küchenmaschine…

Gerne stelle ich Fragen, wie z.B. „Wie oft benutzt du die alte Kamera (das alte Fahrrad, usw.)? Was würdest Du mit der neuen Anschaffung besser bzw. öfter machen?“ Dabei meine ich das nicht gehässig. Oft ist die Antwort für den Gefragten aufschlussreich. Und mich interessiert halt auch, warum so viel Mühe und Geld investiert werden, wenn doch eigentlich alles mit der jetzigen Lösung gut genug ist.
Mehrfach wurde mir im Gespräch zugestimmt und später dann doch etwas angeschafft. Mancher Maximizer ist sich scheinbar schon bewusst, aber er muss / will wohl.

Witzig ist, dass bislang 100% aller Leute, denen ich das von den Maximizern erzählt habe, auch sofort und ohne nachdenken Namen und Geschichten in den Raum warfen.
Partner, Freunde, Kollegen. Die Maximizer sind überall.

Wer mit Steinen wirft….
Ich war früher mehr Maximizer, jetzt noch ab und zu. Ich behaupte mal, dass es mich nur noch bei manchen Produkten und nur zeitweise erwischt. Interessant ist auch, dass ich das Interesse komplett verlieren kann, sobald ich die optimale Lösung mit dem besten Preis identifiziert habe. Dann kaufe ich gar nichts, entstaube etwas, was hier ungeliebt rumliegt und benutze es, meist sogar mit Freude.
Und grundsätzlich bin ich eher im Lager „good enough“ angekommen. Das spart so viel Kraft, Platz und Lebenszeit.

Unguter Paket Service

Für das U in UPS hatte ich mir auch unprofessioneller, unkommunikativer, unpünktlicher überlegt, aber ein Überbegriff fasst die Teilaspekte gut zusammen.

Mein fünfwöchiger Ärger und zig Nachrichten:

  • Ein Paket aus Manchester mit einigem Warenwert geht am 07.05. per Royal Mail auf die Reise. Ankunft bei mir wird mit in 3 – 7 Arbeitstagen angegeben.
  • Zustellung wird von UPS für den 18.05. angekündigt und auch um 14:42 Uhr mit Paket wurde zugestellt bestätigt. Wir waren nicht da, aber in unserem Haus nimmt jeder alles für jeden an. Konnte also wirklich zugestellt sein.
  • Um 15:03 Uhr dann folgende Nachricht: „Der Status Ihres Pakets hat sich geändert. Ursache der Ausnahme: Wir konnten ihr Paket nicht zustellen. Es ist auf dem Weg zu einem sicheren UPS Access Point™, wo Sie es abholen können.“ Das Depot (hier gibt es mehrere) wurde nicht (später auch nie) angegeben. Die hier angegebene Zeit stammt aus einer Mail. Online und in der App sind tlw. andere Uhrzeiten angegeben.
  • Ich frage alle Nachbarn, aber niemand hat UPS gesehen oder gar was angenommen. Ich werde nervös. Ich gehe auf Verdacht auch zu dem Kiosk, bei dem die meisten UPS Sendungen landen und bitte, dass er mal nachschaut. Nichts. Er empfiehlt mir, den Kundenservice anzurufen. Warum er dabei grinst, wird mir später klar.
  • Zähneknirschend installiere ich die UPS-App, die keine weiteren nützlichen Infos bringt. Ich rufe den Kundenservice an und darf nur mit einer KI reden, die mir scheinbar nur die Statusmeldungen aus der App vorlesen kann. Ich starte eine Nachforschung über ein Formular. Der Status des Pakets ändert sich, erhalte aber nie eine Nachricht in irgendeiner Form.
  • Da der Auftrag vom Versender ausging, nimmt man wohl nur Reklamationen von dort ernst. Also schreibe ich nach England, dass der Status zwar zugestellt sei, von der Ware aber jede Spur fehlt. Daraufhin startet der Versender eine Reklamation und am 01.06. ändert sich der Status auf Ersatzanspruch bezahlt – Zahlung wurde veranlasst. Meine Nervosität wegen des Verlusts sinkt wieder. Da werde ich wohl doch eine zweite Lieferung bekommen können.
  • Ich fülle englische Formulare aus, damit der Versender seine Schritte weiter verfolgen kann. Ich unterschreibe, dass ich das alles auch gegenüber der Police bestätige.
  • Aber dann, am 11.06, 16:00 Uhr, klingelt es und UPS bringt mir ohne vorherige Info das Paket. Der Bote scannt das Paket und ich unterschreibe. Bin so perplex, dass ich das gar nicht kommentiere. Es sieht mitgenommen aus, an einer Stelle ist ein Loch, aber es ist alles drin und intakt. Ich sende die frohe Botschaft zum Versender nach Manchester und blase die ganze Geschichte ab.
  • Heute, 15.06., hat die Sendung in der UPS-App übrigens den Status Ihr Paket ist noch unterwegs und wir arbeiten aktiv daran, einen neuen Liefertermin zu planen. Nicht so spannend, dass ich jetzt vom freudigen Löschen der App absehen würde.

Ich stimme J. zu, die vermutet, dass das Paket im Auto hinter ein Regal gerutscht war. Warum man für das Nachsehen bei einer Rekla mit hohem Wert Wochen braucht, lieber Schadensersatz bezahlt und überhaupt zuerst eine Zustellung behauptet, die es gar nicht gab, erklärt dies nicht.
Man fühlt sich hilflos, besonders wenn man als einzige Kontaktmöglichkeit mit einer KI reden kann.

Man kann sich den Transporteur nicht wirklich aussuchen, aber UPS gerne nicht nochmal. Das waren auch die, die mal mein Paket aus Dänemark über Italien zu mir fehlgeleitet hatten.

Monatsrückblick Mai 2026

Blaues Faltfahrrad Brompton lehnt vor einer bunten Graffiti-Wand mit Porträt einer Frau mit langen blauen Haaren in Mannheim. Es sind mehrere Totenköpfe zu sehen und das Gesicht der Frau zeigt Anzeichen von Verfall.

Habe gelesen, es seien inzwischen mehr Bots als Menschen im Internet unterwegs. Dann hoffe ich, dass hier nicht nur die KI sondern auch mal ein Menschen was mitnehmen kann.

Im Mai haben wir überdurchschnittlich viele Leute getroffen.
Am 01. Mai einen Schulfreund und seine Frau nach einer Radtour nach Ladenburg, deren Wohnort. Da Treffen in der Vergangenheit nie wirklich einfach war, waren die spontane Verabredung und die netten Gespräche umso besser.
Am Tag darauf trafen wir O. zu einem Waldspaziergang. Leider ohne Frau, da krank, aber mit einem jungen Hund.
Dann luden wir Strohwitwer D. auf einen Outdoorkaffee auf die Parkinsel ein. Thermoskanne, Sonne, Bank, quatschen.
Am nächsten Feiertag des Mai besuchten wir E. & T. und kochten zusammen. Für das geplante Outdoorkochen regnete es leider zu viel.
Wir besuchten I. & R. in Heidelberg, weil sich mit fortgeschrittenem Alter immer mehr die Worte „man weiß nicht wie lange noch…“ breit machen. Danach nochmal zu E.& T. Wir bespaßten E. nach einer OP und ließen uns diesmal von T. lecker bekochen.
Wir trafen zufällig M. und S. beim Café Palpito, was nett war.
Meinen Vater hatten wir im Thema „Haushaltshilfe“ beraten. Unklar, ob daraus was wird. Aber schön, dass er um Rat fragt.
Und es gab noch viele andere Zufallsgespräche, die ich hier nicht aufzählen will und kann.

Bei meiner Arbeit waren Betriebsversammlung und Betriebsratswahl besonders. Leider ist weiterhin gewöhnlich zu jammern, anstatt Probleme zu lösen. Klingt schlimmer als es ist, ich mache meinen Teil der Arbeit anders und fühle mich auch damit zufrieden.

Das Wetter im Mai empfanden wir teilweise als unangenehm warm. Immerhin konnte ich dadurch die Terrasse barfüßig schrubben. Und wenn es dem Hund für eine Runde zu heiß war, fand ich das gar nicht schlecht.

Im Haus ist der dritte Hund angekommen. Über die Schreibweise des Namens hatte sich Herrchen laut seiner Auskunft keine Gedanken gemacht. Dann lege ich mich auf „Lissy“ fest. Ein unsicherer Hund, aber zum Glück kein Kläffer. Davon gibt es ja schon ein Exemplar im Haus.

Zusätzlich zu Parkrun (wir) und Tuesday Run Club (ich) waren wir zu zweit beim Unicef-Lauf auf dem Universitätsgelände Mannheim. Sehr wenig Teilnehmer. Wohl zu wenig Werbung für das Event, zu lässig, also eher schlecht organisiert. Unsere Parkruntruppe hatte mehr Läufer als die Studenten. Trotzdem hat es Spaß gemacht.

Wir hatten Hochzeitstag, 32 Jahre. Das Bemerkenswerte ist zwar schon die Zeit, aber mehr, dass wir uns noch suchen und sehr gern haben.

Ein Woche Urlaub in Bad Herrenalb. Mit S-Bahn hin, gutes Hotel, wandern, laufen, schwimmen, Sauna, Parkrun in Karlsruhe. Sozusagen Erholung mit Sporteinlagen. Am Abreisetag Wecker um 6 Uhr, damit wir vor dem Frühstück und Abreise noch einen Lauf durch den angrenzenden Wald machen konnten. Ja, so sind wir scheinbar geworden. Und das ist gut so.

Weil das Schwimmen im Hotel Freude gemacht hatte, gingen wir mal testweise hier ins Freibad. Laufen, radfahren, Krafttraining, schwimmen. Wenn das so weitergeht, kandidiere ich später mal, wenn es soweit ist, für das Abzeichen „rüstiger Rentner“. Sport klappt in diesem Monat echt gut.

J.s Lastenrad war nun zum 4. Mal in der Radwerkstatt, um die Enviolo-Schaltung gangbarer zu machen. Gute Nachricht: Der testweise Tausch der Nabe mit der Schaltung brachte nichts. Also viel Geld für den Tausch gespart. Schlechte Nachricht: Bleibt beim anstehenden 5. Mal Werkstatt nur noch der Tausch der Hüllen der Züge. Alles andere wurde bereits getauscht. Ich wäre froh, wenn dann der Schwergang weg wäre. Es fehlt mir ein wenig die Zuversicht.

Gelesen:
Bücher und Barbaren von Travis Baldtree. Als leichte Lektüre okay.
Bellboy von Jess Jochimsen. Gut, weil witzig und traurig zugleich. Und manche Beschreibung der Provinz im Jahr 2003 finde ich sehr treffend. Die Bemerkung, dass es Rucola von Unkraut zu Delikatesse geschafft hat, werde ich noch oft benutzen.
Ikigai von Ken Mogi. Mhm, die fünf Säulen von Ikigai finde ich interessant. Aber dass ich so viel über Sushi, Ramen und Sumo lesen musste, um die Prinzipien zu verstehen, glaube ich nicht.

The True Size Of …

Screenshot einer Weltkarte auf der Website „The True Size Of …“. Links ist ein Suchfeld mit dem Platzhalter „eg… Mexico“ sowie die Links „About“, „How it works“ und „Privacy Policy“ zu sehen. Rechts werden mehrere farbige Länderflächen über Afrika eingeblendet, um ihre tatsächliche Größe im Vergleich auf der Karte zu zeigen.

TIL (Today I Learned): Dass die Mercator-Projektion bei der platten Darstellung der Erdkugel die Größe der Länder verzerrt, um Winkel für die Navigation richtig darzustellen, wusste ich sogar.

Wie groß Länder weit weg vom Äquator und wie klein Länder am Äquator dargestellt werden, kann man sehr schön spielerisch bei The True Size Of… lernen.

Grönland nach Afrika an den Äquator ziehen, ist bestimmt der Klassiker. Aber auch Deutschland verschieben, ist lehrreich.
Je nach Sichtweise ist Deutschland winzig oder Afrika sehr groß. Oder beides.

Loops jetzt auch „embedded“

Ab und zu mache ich Videos und seit einiger Zeit bespiele ich nicht nur Peertube, sondern ich spiele hier auch mit Loops.
Gestern gelesen, dass man die Videos nun auch einbinden kann. Gleich mal die Funktion testen:

@okej Die kinetische Skulptur "Die bewegte Leere des Moments" von Alicja Kwade in der Kunsthalle Mannheim. #art #Mannheim #Kunsthalle #art

Beim ersten Test hing das Video viel. Danach lief es besser. Wer Lust hat, kann in einem Kommentar schreiben, ob es flutscht oder nicht.

Monatsrückblick April 2026

Collage aus fünf Fotos: oben links ein stilisiertes Zahnmodell auf einem Fensterbrett vor Stadtblick, oben rechts eine Person im Zimmer am geöffneten Fenster mit Blick nach draußen, unten links eine Person mit roten Hasenohren vor Waldweg, unten mittig der Eingang der Markthalle mit vielen Menschen, unten rechts eine Person von hinten mit hochgesteckten Haaren im Freien.

Mit einer Ahnung zum Zahnarzt. Mit einem Zahn weniger nach Hause. 1. April, kein Scherz.

Ein Ausflug mit der Bahn nach HD, um mit Familie und Freunden bei bestem Wetter zur Thingstätte zu wandern und danach in der Altstadt einzukehren. Küche aus Nord-Ost-Afrika. Passt, das Wanderwetter war ja tlw. zu warm.

Am 08. kommt L. mit dem Nachtzug aus dem Land mit Schnee zu uns ins Land der blühenden Bäume. Nachtzug mal wieder Training für die Nerven. Drei Stunden an der Grenze auf eine Lok gewartet und natürlich die gebuchten Anschlüsse verpasst. Die aufgehobene Zugbindung gilt auch für internationale Reisen. Spannend ist es dennoch, wenn man Tickets bei verschiedenen Bahnunternehmen hat und sich entscheiden muss: schnell einsteigen oder noch eine Stunde mit Informationssuche verlieren. „Na klar nehmen wir Dich mit“ war übrigens die Reaktion am ICE in Hamburg.

Schön, dass L. da ist. Führt zu vielen gemeinsamen Aktivitäten. Führt die Kinder zusammen und zu vielen Treffen. Angenehm zu fünft, aber auch „nur“ zu dritt. Ich habe Begleitung beim Tuesday Run Club und wir sind eine mehr beim Parkrun. Sonntagswanderung zum Weinbiet, natürlich mit Essen, weil L. da auch mal hin wollte.

Bei der Arbeit herrscht Chaos, weil der Kunde unbeirrbar die alten Tarife beauftragt. Und meine Chefin wurde aus dem Firmennetzwerk gekickt. Nix Computer, nix Handy über Tage. Sie platzt, ich habe eher Ruhe.

Am 16. fahren wir zu fünft mit dem Zug (pünktlich!) nach Berlin. Die Wohnung ist sehr schön. Dann geht es gleich um die Ecke zum Streetfood Thursday in die Markthalle 9. Die nächsten Tage nehmen wir Tagestickets für die Öffis, passt genau für 5 plus 1 Hund.
Der Zutritt zum Treppenhaus des Amtsgerichts wird uns wegen Veranstaltung verweigert. Fußweg zu Luiban. Ein Paradies für Schreibwarenleute wie mich. Foto Impex sollte aufhaben, hat aber ohne ersichtlichen Grund zu. Dann eben nicht. War zum Glück kein Umweg, weil U-Bahn Station nebenan. Wir fahren eine Station und laufen zu The Sanctuary – the vegan Italian bakery. Zuerst eine herzhafte Runde, dann eine süße, plus Kaffee. Sehr lecker und auch sehr lustig, weil wir viel reden und lachen. Wir laufen zu einer alten Markthalle, weil dort eine öffentliche Toilette sein soll. Leider verschlossen. Auf dem Weg dorthin kommen wir aber am einem kleinen, super gefüllten Küchengeschäft vorbei. J. will mir einen Sparschäler mit breitem Griff zeigen, wir kaufen diesen und eine größere Thermos vom Kinto. Die kleine, die wir Zuhause haben, ist so extrem gut. Und eine Plastikflasche von Kinto, damit ich auch in die „habe immer Wasser dabei“-Kaste aufsteige. Das Anschauen des Sparschälers hat 89 Euro gekostet. Aber sehr schöne Sachen. Wir laufen zum Wall Memorial. Weil die Jüngeren da noch nicht waren und als Bonus dort ein Toilettenbesuch möglich wird. Über Nordbahnhof zurück bis zum Schlesischen Tor. Ausruhen in der Wohnung. E. und L. schlafen ein, T. liest. Der Rest trinkt Tee. Später zeichnet L. ihr grafisches Tagebuch. Wir laufen nach Friedrichshain und essen sehr gut und sehr reichlich bei Dervish, einem veganen Usbeken (also eigentlich ein Unding). Auf dem Rückweg gehen wir zu einem 100% plant based REWE. Zuhause Tee und die erwachsenen „Kids“ spielen Switch und anderes.
Am Samstag zu dritt zum parkrun Hasenheide. Trotz mehrfacher Warnung unseres Vermieters, dass der Park eine No Go Zone sei. Zu anderer Uhrzeit sicherlich. Zwei Runden mit einer „Bergetappe“. Nachmittags zu Modulor. Oh Himmel, hier gibt es so viel, dass man sich gar nicht darauf konzentrieren kann, was man will. U-Bahn nach Friedrichshain, zu Wahrhaft-Nahrhaft.  J. geht mit Hund zur Wohnung, zu viert geht es direkt weiter zu Urban Nation. Dann Pause für alle. Erneut nach Friedrichshain zu 1990 Living. Sehr gutes vietnamesisches Essen.  Weit über 20.000 Schritte, Achilles lässt mich spüren, wie er das findet.
Am Sonntag geht die Jugend in Rummelsburg bei Ostbloc bouldern. Wir gehen mit, trinken aber nur Kaffee, gehen mit dem Hund und sind zum Essen wieder in der Halle. Trotz starkem Regen ziehen wir nochmal los nach Friedrichshain. Am wenigsten Regenschutz hat der Hund, gefolgt von L., die zwei nicht regendichte Jacken übereinander zieht. Unser Wunschrestaurant hat Probleme mit der Küche. So gehen wir weiter zu Iro Izakaya. Ramen ist umso besser, je nasser man ist.
Regnerischer Abreisetag. Und so gehen wir gegen Mittag mit Umweg über die East Side Gallery zum Ostbahnhof. Letzter gemeinsamer Stopp, bevor wir uns trennen und L. eine andere Richtung zu ihrem Zuhause einschlägt. Traurig.
Unsere Zugfahrt verläuft angenehm und pünktlich! Wir sind schon Zuhause, da bangt L. in Berlin noch, ob ihr verspäteter Nachtzug überhaupt noch kommt. Am Ende der Hoffnung taucht er doch noch auf. Man munkelt, die SJ würde diese Nachtzugverbindung demnächst aufgeben, weil pünktlich fahren nicht möglich sei. Das bezweifle ich zwar, aber wenn man keine Lust hat, soll man lieber aufhören.

Der Rest des Monats in Stichpunkten:
Eine Radtour nach HD-Kirchheim zu E., reden, kochen und zusammen essen.‘
Einmal als Helfer bei Parkrun.
Ich habe einer Bank gekündigt, weil es dann weniger verzettelt wird.
Nochmal Zahnarzt, weil er wegen Ziehen nicht zum Bohren gekommen war. Nochmal ein Coplant Wiegetag, leicht nervig, obwohl wir inzwischen wissen, wie man das macht.
Lastenrad zum dritten Mal ohne richtigen Erfolg zur Werkstatt gebracht. Alles getauscht, nur die eigentliche Enviolo-Schaltung in der Nabe noch nicht. Die Schaltung geht aber leider noch immer so schwer, dass es nervt. To be continued…

Monatsrückblick März 2026

Dreiteilige Fotocollage: Links ein Radfahrer vor dem Turm der Nibelungenbrücke in Worms mit Helm und leuchtend gelber Jacke, rechts oben eine größere Gruppe von Läuferinnen und Läufern vor dem Start, rechts unten weiß blühende Buschwindröschen in sonnigem Licht.

Habe inzwischen gelernt, dass nicht mehr jeder weiß, was Strohwitwer bedeutet. Mir wurde der Ausdruck „sturmfreie Bude“ empfohlen. Das fühlt sich nicht passend zum Alter an, aber wenn es hilft. J. ist mit dem Nachtzug zwei Länder nördlich zu ihren Eltern gefahren.

„Würden Sie ihren Freunden derzeit die Bahn allgemein und speziell den Nachtzug empfehlen?“ Nur, wenn die Freundschaft entbehrlich ist.
Erste Nachricht der schwedischen SJ: „Nachtzug startet nicht Hamburg Hbf, sondern früher in Harburg.“ Gut, dass die Anreise mit Zugbindung mit Puffer gewählt wurde. Aus Gründen, die zur Zeit immer vorkommen. Zweite Nachricht: „Dein Liegewagen fehlt. Wir haben Dir einen Sitz reserviert.“ Dritte Nachricht: „Zug hat 2 Stunden Verspätung.“ Abends als Frau mit Koffer und Hund in Harburg, ich hatte es zwar gemütlich zuhause, aber leider viele Gedanken. Zur Erhöhung der Spannung hüpfte die Verspätungsanzeige von Stunden auf Minuten hin und her. Risse im Raum-Zeit-Kontinuum zwischen Berlin und Hamburg. Es wurden dann doch nur 45 Minuten Verspätung. Es wurde eine Nacht mit Mütze über den Augen, da man im verglasten Abteil weder innen noch an den Fenstern Verdunkelungsmöglichkeiten vorgesehen hatte und Licht an bleiben musste. Hartschalensitze. Heizung ausgefallen. Mehrere Toiletten defekt. Grenzkontrolle. Der Hund schlief aber gut.

Ich entstaube das Rennrad. Eine Tour, 50 km, über Lampertheim und Worms in 2 Stunden. Nicht schlecht, nach derart langer Pause.

Auch mit dem Brompton mache ich Überlandtouren, da meine S-Bahn zum Präsenztag nach Mainz in Bodenheim plötzlich verendet. Frühsport, anstatt mit 200 Leuten auf ad hoc Busersatzverkehr zu hoffen. Mich hat kein Bus überholt.

Am ersten Mittwoch im Monat ist abends freier Eintritt in der Kunsthalle Mannheim. Gesparter Eintritt, klar, aber auch schöne Atmosphäre, wenn viele Leute da sind. Da konnte ich auch Leute in Kontakt mit Kunst beobachten. Manchmal ist das spannender als die Kunst selbst. Ich spiele neuerdings mit Loops, hier das zugehörige Video.

Außerdem war ich mal wieder in der Stadtbibliothek. Nicht, um nur schnell was auszuleihen, sondern mit hinsetzen, blättern und sich intellektuell fühlen. Und nichts auszuleihen.

Samstag, Wecker um 05:50 Uhr (lege Wert auf Frühstück). Ab Mannheim werde ich mit dem Auto zur Parkrun-Premiere in Öhringen mitgenommen. Witziger Ausflug, schöne Veranstaltung und persönliche Bestzeit seit ich mit Parkrun angefangen habe.
Direkt am Sonntag, Rennradtour, 102 Kilometer in 4:12 Stunden. Sinnvoll nach dem gestrigen Lauftag… nicht. Aber sonnig und warm, trotzdem schnell und ich nutze halt die Gelegenheit, mal keine Verpflichtung zu haben.

Eine Dienstreise nach Duisburg, keine Übernachtung, weil sparen. Anstrengend von früh bis spät.
Ein Fotowalk mit K.
Versucht, die Bestzeit beim heimischen Parkrun zu unterbieten. Am Ende fehlen 20 Sekunden. Später „Geburtstagskaffee“ in Schwetzingen zu Ehren der im letzten Jahr verstorbenen C. Sie mochte wohl dieses Café und so treffe ich mich dort mit 5 Freundinnen von ihr. Angemessene Stimmung, aber nicht so traurig, wie von mir beim Hinfahren befürchtet.

Dann wieder Sturm in der Bude. J.’s Nachtzug hatte 3 Stunden keine Lok an der dänisch-deutschen Grenze. Aufregung wegen Zugbindung in Hamburg, aber mit einem ganz anderen Weg kommt sie nur 1 Stunde zu spät hier an. Supermüde.
Sie würde den Nachtzug trotz allem nochmal buchen! Außerdem sind wir nun im Besitz eines Erstattungsgutscheins. „Da wirst Du doch unsere Schlechtleistung nochmal testen, oder?“

Erster Werkstattbesuch mit dem Lastenrad, weil die Schaltung von Enviolo so schwergängig geht, dass J. Probleme mit dem Schalten hat. Spoiler: Das Problem wird im März nicht mehr gelöst werden. 3. Termin Werkstatt für den April geplant.

Ein Ausflug nach Mannheim in den Waldpark, denn Buschwindröschen anschauen, braucht J. jeden Frühling.
Ein Konzert in der Friedenskirche. Musik nicht so mein Fall, aber sehr professionell aufgeführt und wegen der Lichtinstallation ein gutes Spektakel. Nochmal ein Video bei Loops.
Fahrradausflug zum Karlstern, in der Sonne wandern und Picknick mit Thermoskaffee.
Im Radgeschäft in Schifferstadt nach guter Beratung einen neuen Fahrradhelm für J. ergattert. Ich zögere noch mit Neukauf.

Am letzten Sonntag löst T. unseren Geburtstagsgutschein für „ein im Wald gekochtes Mittagessen“ ein. Ihm, Frau und Tochter schmeckt es zum Glück. Ein paar Tropfen kalter Regen vor und ein wenig Graupel nach dem Essen und trotzdem sind alle fröhlich. Ein schöner Ausflug, auch weil es so unkompliziert zwischen uns Fünf plus Hund läuft.

Das Ende meines Monats ist leider durch Müdigkeit und zwickenden Achilles (Laufpause, nervt) geprägt.

Zitate aus diesem Monat:
„Kiss up, kick down.“ Lese dies und denke natürlich an die Arbeit.
„Und wünscht all jenen, die vor lauter Haben nicht mehr wissen, wie sich Brauchen anfühlt, die Erkenntnis, dass Teilen nicht Verlust bedeutet.“

Fotowalk: 1x Kirche, 3x Krankenhaus

Architektur-Collage aus 4 Fotos, alle vom Bodenstandpunkt steil nach oben fotografiert: Oben links eine schwarz‑weiße Detailansicht einer Kirche, man erkennt zwei weiße Säulen, die ein rundes Dach tragen und die mit Glas durchsetzte Außenwand der runden Kirche. Oben rechts eine Schwarz‑Weiß-Aufnahme mit einem von unten fotografierten spiralförmigen Treppenhaus, unten links ein farbiges Bild einer Glasfassade mit schräger Perspektive und leuchtend roter Kunstskulptur vor blauem Himmel, unten rechts eine abstrakte schwarz‑weiße Ansicht einer Glasfront mit darüber liegender, runder Helikopterlandefläche.

Gestern zur Auflockerung des Alltagstrotts mal wieder jemanden, den ich sehr selten sehe, getroffen. Damit das Abholen bei der Arbeit und die Laufstrecke mit nur ungefähr festgelegtem Ziel einen Namen hat, hatte ich einen Fotowalk ausgerufen.

Ich muss zugeben, dass sowohl das Plaudern über viele Themen als auch der notwendige, nicht nur nach Fotogesichtspunkten festlegbare Weg, die Konzentration aufs Fotografieren erschwerte.

Trotzdem bin ich mit meiner Ausbeute zufrieden. Besonders, weil ich bei der Bearbeitung wenig Zeit investieren musste.
Es handelt sich um eine Ansicht der Friedenskirche und drei vom Klinikum der Stadt Ludwigshafen. Unbeabsichtigt sind die Themen „steil nach oben knipsen“ und „Rundungen“ entstanden. Ich wollte mich auf Schwarz-Weiß beschränken, aber der rote Ring des Seyns vor blauem Himmel musste offensichtlich in Farbe sein.

Außerdem bin ich mit dem Fotowalk insgesamt zufrieden, da er als Zwischenstopp den Biergarten und gute Gespräche enthielt. 😉

Es wird, ich weiss

Zwei Fotos von Fassaden mit großen Schriftzügen: Oben auf einem modernen Bürogebäude vor blauem Himmel steht in roten Buchstaben „ES WIRD“, darunter sind Fenster und graublaue Paneele zu sehen; unten zeigt eine dunkle Wand im Durchgang des Gebäudes den blau leuchtenden Schriftzug „ICH WEISS“ unter einer hellen Decke und über einem hell gepflasterten Boden.

Ich wusste vom Vorbeiradeln nur vom „ES WIRD“. Als ich mir nun die Zeit für ein Foto nahm, kam ich im Durchgang beim „ICH WEISS“ vorbei.

Das Gebäude spricht mich an.

Wo sich in letzter Zeit so viel schlecht anfühlt. Oder sich schlecht entwickelt. Ich werte dies als hoffnungsvolle Aussage. Das ist meine Bedeutung.

Auf der Seite des Künstlers Adib Fricke lerne ich, dass der Fokus auf Wissen liegt. Aber Hoffnung ist auch hier genannt.
Und ich lerne eine schöneres Wort für Durchgang. Werde ab jetzt nur noch Passerelle verwenden.

Monatsrückblick Februar 2026

Collage aus vier Fotos: oben links eine Person in oranger Jacke mit Hund im Regen auf herbstlich bedecktem Gehweg neben geparkten Autos, oben rechts schmutzige gelbe Laufschuhe auf nassem Gras, unten links ein nachts angestrahltes Gebäudedetail des Rosengarten in Mannheim vor bewölktem Mondhimmel, unten rechts bunte Papierschnipsel auf grauen Pflastersteinen.

Kurzer Monat, ich versuche es möglichst gerafft:

Die Influenza lässt J. auch im Februar noch nicht los. Ich bin erstaunlich gut weggekommen. Ich bin deswegen ungewohnt viel alleine mit dem Hund unterwegs. Und ich werde in diesem Monat dadurch und auch beim Sport sehr oft nass.

Sport: Ich war beim Gute-Nacht-Lauf, jedes Mal beim Tuesday Run Club und bei allen Parkruns. Trotz Regen, Kälte und Müdigkeit in die Sportklamotten, zum Start radeln und laufen. Diese Medaille habe ich mir verdient.
Obwohl ich teilweise wieder gut unterwegs bin (schnellster Lauf seit Januar 2025 geschafft) und den Achilles reize, halte ich die Belastung wohl vor der „roten Linie“ und es wird gaaanz laaangsam besser. Ich glaube immer mehr an meine ständige Behauptung.
Ende des Monats endete Frostpendeln und ich habe seit Anfang November 723,35 Kilometer auf dem Rad gesammelt. Da ich nicht nennenswert pendeln muss, bin ich damit zufrieden.
Wir haben uns beim Optiker jeweils eine Sportbrille mit Gleitsicht (teuer) bestellt. Und zwar nicht wegen „cool“, sondern zum Schwitzen. Man kann von den eingesetzten Euros auf die Bedeutung von Bewegung bei uns schließen.

Arbeit: Durchmischtes Chaos, tlw. unklare Schnittstellen und Zuständigkeiten, unterschiedliche Ziele, viel nerviges Gejammer. Für die geforderte Präsenz habe ich nun ein Schließfach, damit ich an diesen Tagen mit Tastatur und Maus auch flott und ohne ständigen Umzugsaufwand arbeiten kann. An den Präsenztagen rede ich mit den Kollegen, mit denen ich auch an den anderen Tagen ständig Kontakt halte. Plus nette, aber wenig wertschöpfende Plaudereien mit anderen Präsenzlern, mit denen ich aber gar keine Schnittstellen habe. Mit meinem Chef ergibt sich wenig, er hat Dauerstress und er darf vielleicht nicht so lange aus seinem Büro raus? Vollkommen okay für mich. Jedoch ist der kommunizierte Sinn und die Erfordernis der Präsenz real nicht zu erleben.
Am Rosenmontag fahre ich zu meiner letzten Arbeitsstelle (dort keine Faschingsmenschen), um ein Projekt anzuschieben. Werde überwiegend sehr nett empfangen. Sehr gute Besprechung. Wie oft kann man das heutzutage noch so sagen? Die wenigen Kotzbrocken von damals, die mir diesmal auf dem Gang auflauern, sind aber mindestens noch genau so doof unterwegs, so dass ich mich auf der Heimfahrt freue, dort nicht mehr arbeiten zu müssen.
Vorstands-Webcast mit der Nachricht, dass 6.000 von 14.000 Mitarbeitern bis 2030 gehen müssen. Vorteil des Alters ist, dies erstens gelassen sehen zu können und zweitens gut zu finden, dass in diesem Zusammenhang hoffentlich auch mal nicht wertschöpfende Tätigkeiten gestrichen werden.

Zwei Fahrräder vom Herbst-Winter-Dreck befreit und gepflegt. Das ist deswegen eine Nachricht, weil ich dafür, vor allem wenn es kalt ist, keinen Sinn habe. „Benutzen vor putzen.“ Es freut mich aber sehr, wenn die Räder jetzt wieder schön schnurren. Vor allem das Brompton sammelt bei schlechtem Wetter wohl durch die kleinen Räder gerne Dreck. Die Kunststoffumlenkrollen der Kette sind bei meinem Modell sehr schwer zu reinigen und da müsste ich sogar nochmal dran. Mhm.

Da fällt mir jemand ein, der seine vielen Räder gerne putzt. Wir waren mal wieder mit E. & D. abends zum Essen unterwegs. Zum zweiten Mal beherrschte das Thema Umzug mit Verkleinerung der Wohnfläche (auf eine immer noch große Quadratmeterzahl) den Abend. Ich bin eher in der Liga „Für was der ganze Sch…?“. D. macht auf locker, aber da gärt wohl ein Schmerz.

Ich werde Sachen bei Ebay los. Endlich mal wieder was mit Doppelfreude. Denn es ist nicht nur weg, der Aufwand hat sich diesmal gelohnt. Das hat man ja nicht allzu oft.

Statt schwierigem Verkaufsversuch installiere ich Linux Mint MATE auf einem zu alten Apple Mac Mini, der für sein Originalbetriebssystem zu schwach und nicht aufrüstbar ist (damals Fehlkauf!). Funktioniert ganz gut, ist halt trotzdem lahme Hardware. Öfter mal Fehlermeldungen bei Updates, die aber scheinbar fehlerfrei ausgeführt werden. Ansonsten macht das Teil jetzt ausreichend Spaß, ist absolut leise und ich liebe es, dass im Schickimicki-Gehäuse jetzt Linux werkelt. Ein alter PC, der beim Betrieb immer Geräusche machte, deren Quelle ich nicht finden konnte, kann nun zum Elektroschrott.

Der Nachwuchs in Heidelberg hat sich finanziell beraten lassen und sie besichtigen ein Haus. Spannend. Und dann auch noch mit einem unerwarteten Ausgang. Denn nach der Besichtigung (Haus war nicht 100% optimal) wurde uns die Einsicht kundgetan, sie seien wohl noch zu jung für Besitz und die derzeitige Bleibe sei ja günstig und passt noch. Hauskauf erstmal vertagt.

Noch ein Zitat, welches mich angesprochen hat: „Ich möchte Menschen um mich haben, die durch Zufall in mein Leben purzeln und mit Absicht bleiben.“

Ich hatte noch den Impuls, KI, Weltlage und schräge Politik zu kommentieren. Aber es bringt, zumindest hier, rein gar nichts. Will nur sagen, dass ich immer mehr unzufrieden und verständnislos bin.