Habe inzwischen gelernt, dass nicht mehr jeder weiß, was Strohwitwer bedeutet. Mir wurde der Ausdruck „sturmfreie Bude“ empfohlen. Das fühlt sich nicht passend zum Alter an, aber wenn es hilft. J. ist mit dem Nachtzug zwei Länder nördlich zu ihren Eltern gefahren.
„Würden Sie ihren Freunden derzeit die Bahn allgemein und speziell den Nachtzug empfehlen?“ Nur, wenn die Freundschaft entbehrlich ist.
Erste Nachricht der schwedischen SJ: „Nachtzug startet nicht Hamburg Hbf, sondern früher in Harburg.“ Gut, dass die Anreise mit Zugbindung mit Puffer gewählt wurde. Aus Gründen, die zur Zeit immer vorkommen. Zweite Nachricht: „Dein Liegewagen fehlt. Wir haben Dir einen Sitz reserviert.“ Dritte Nachricht: „Zug hat 2 Stunden Verspätung.“ Abends als Frau mit Koffer und Hund in Harburg, ich hatte es zwar gemütlich zuhause, aber leider viele Gedanken. Zur Erhöhung der Spannung hüpfte die Verspätungsanzeige von Stunden auf Minuten hin und her. Risse im Raum-Zeit-Kontinuum zwischen Berlin und Hamburg. Es wurden dann doch nur 45 Minuten Verspätung. Es wurde eine Nacht mit Mütze über den Augen, da man im verglasten Abteil weder innen noch an den Fenstern Verdunkelungsmöglichkeiten vorgesehen hatte und Licht an bleiben musste. Hartschalensitze. Heizung ausgefallen. Mehrere Toiletten defekt. Grenzkontrolle. Der Hund schlief aber gut.
Ich entstaube das Rennrad. Eine Tour, 50 km, über Lampertheim und Worms in 2 Stunden. Nicht schlecht, nach derart langer Pause.
Auch mit dem Brompton mache ich Überlandtouren, da meine S-Bahn zum Präsenztag nach Mainz in Bodenheim plötzlich verendet. Frühsport, anstatt mit 200 Leuten auf ad hoc Busersatzverkehr zu hoffen. Mich hat kein Bus überholt.
Am ersten Mittwoch im Monat ist abends freier Eintritt in der Kunsthalle Mannheim. Gesparter Eintritt, klar, aber auch schöne Atmosphäre, wenn viele Leute da sind. Da konnte ich auch Leute in Kontakt mit Kunst beobachten. Manchmal ist das spannender als die Kunst selbst. Ich spiele neuerdings mit Loops, hier das zugehörige Video.
Außerdem war ich mal wieder in der Stadtbibliothek. Nicht, um nur schnell was auszuleihen, sondern mit hinsetzen, blättern und sich intellektuell fühlen. Und nichts auszuleihen.
Samstag, Wecker um 05:50 Uhr (lege Wert auf Frühstück). Ab Mannheim werde ich mit dem Auto zur Parkrun-Premiere in Öhringen mitgenommen. Witziger Ausflug, schöne Veranstaltung und persönliche Bestzeit seit ich mit Parkrun angefangen habe.
Direkt am Sonntag, Rennradtour, 102 Kilometer in 4:12 Stunden. Sinnvoll nach dem gestrigen Lauftag… nicht. Aber sonnig und warm, trotzdem schnell und ich nutze halt die Gelegenheit, mal keine Verpflichtung zu haben.
Eine Dienstreise nach Duisburg, keine Übernachtung, weil sparen. Anstrengend von früh bis spät.
Ein Fotowalk mit K.
Versucht, die Bestzeit beim heimischen Parkrun zu unterbieten. Am Ende fehlen 20 Sekunden. Später „Geburtstagskaffee“ in Schwetzingen zu Ehren der im letzten Jahr verstorbenen C. Sie mochte wohl dieses Café und so treffe ich mich dort mit 5 Freundinnen von ihr. Angemessene Stimmung, aber nicht so traurig, wie von mir beim Hinfahren befürchtet.
Dann wieder Sturm in der Bude. J.’s Nachtzug hatte 3 Stunden keine Lok an der dänisch-deutschen Grenze. Aufregung wegen Zugbindung in Hamburg, aber mit einem ganz anderen Weg kommt sie nur 1 Stunde zu spät hier an. Supermüde.
Sie würde den Nachtzug trotz allem nochmal buchen! Außerdem sind wir nun im Besitz eines Erstattungsgutscheins. „Da wirst Du doch unsere Schlechtleistung nochmal testen, oder?“
Erster Werkstattbesuch mit dem Lastenrad, weil die Schaltung von Enviolo so schwergängig geht, dass J. Probleme mit dem Schalten hat. Spoiler: Das Problem wird im März nicht mehr gelöst werden. 3. Termin Werkstatt für den April geplant.
Ein Ausflug nach Mannheim in den Waldpark, denn Buschwindröschen anschauen, braucht J. jeden Frühling.
Ein Konzert in der Friedenskirche. Musik nicht so mein Fall, aber sehr professionell aufgeführt und wegen der Lichtinstallation ein gutes Spektakel. Nochmal ein Video bei Loops.
Fahrradausflug zum Karlstern, in der Sonne wandern und Picknick mit Thermoskaffee.
Im Radgeschäft in Schifferstadt nach guter Beratung einen neuen Fahrradhelm für J. ergattert. Ich zögere noch mit Neukauf.
Am letzten Sonntag löst T. unseren Geburtstagsgutschein für „ein im Wald gekochtes Mittagessen“ ein. Ihm, Frau und Tochter schmeckt es zum Glück. Ein paar Tropfen kalter Regen vor und ein wenig Graupel nach dem Essen und trotzdem sind alle fröhlich. Ein schöner Ausflug, auch weil es so unkompliziert zwischen uns Fünf plus Hund läuft.
Das Ende meines Monats ist leider durch Müdigkeit und zwickenden Achilles (Laufpause, nervt) geprägt.
Zitate aus diesem Monat:
„Kiss up, kick down.“ Lese dies und denke natürlich an die Arbeit.
„Und wünscht all jenen, die vor lauter Haben nicht mehr wissen, wie sich Brauchen anfühlt, die Erkenntnis, dass Teilen nicht Verlust bedeutet.“













