Wochenkonzentrat 4

Erbsen in einer Schote, aus grüner Modelliermasse.

Scheinbar hat die Petition Rettet den Alwin-Mittasch-Park Wirkung gezeigt. Gut so. Lieber ein Stück Park erhalten, als eine weitere Vergörtzung des Bäckereiangebots aus der Nähe zu erleben.

Wer übrigens Backwaren aus einem Familienbetrieb und damit zu deren Erhalt beitragen möchte, der gehe zu Brendel’s Backwelt oder Lanzet. Lecker und bestimmt frei der Gefahr, dass die ein Stück Park in Ludwigshafen zubauen wollen.

Zwei Beerdigungen in dieser Woche. Eine trauriger als die andere. Gedanken über das eigene Leben, den Rest, bleiben wohl noch eine Zeit im Vordergrund. Soll man vielleicht etwas anders machen? Mhm, schwierig. Auf jeden Fall sind wir nun endgültig der Meinung, wir sollten diesen „Fall“ vorbereiten. Das hilft (anderen), wenn es soweit ist und vermeidet Dinge, die wir anders besser finden.

Kommt auf die 23 für 2023 -Liste. Die Idee ist von hier und wir sind am ersten Füllen mit Ideen.

Das Foto zeigt übrigens ein Geschenk der verstorbenen M., welches ich vor ca. zwei Jahrzehnten als Sinnbild für unsere junge Familie von ihr bekommen habe. Man sieht an einigen Stellen ihre Fingerabdrücke…
Aufräumen steht auch auf der Liste dieses Jahres. Vielleicht habe ich das Schreiben dazu noch und finde es.

Wochenkonzentrat 3

Collage aus einigen Fotos meiner Kalenderwoche 3, unter anderem sind zu sehen: Alte Fahrräder im Technoseum, eine zerrissenen Hose, Schneefotos aus dem Ebertpark, vom Ludwigsplatz, beim abendlichen Laufen mit Stirnlampe und in den Hinterhof, ein Zettel aus der Rheingalerie "Uns gibt's nur noch in Mannheim".

Im Technoseum gewesen, vor allem wegen der Sonderausstellung „Auf Empfang!“ Gut gemacht, aber man braucht Zeit und Willen viel zu lesen, um einen Einblick ins Thema zu bekommen. Habe mich dabei erwischt, den Familien bei den Mitmachstationen an anderer Stelle des Museums lächelnd zuzuschauen. Väter, die versuchen, sich zuerst mittelerfolgreich mit dem Seil über eine Rolle und dann erfolgreicher mit dem Flaschenzug selbst in die Höhe zu ziehen. Manche Dinge ändern sich wohl trotz Digitalisierung nicht.

Am Montag Hose unterm Po in einem peinlichen Ausmaß eingerissen. Glücklicherweise noch zuhause und nicht bei der Arbeit.
Dicker Hintern? Nein. Materialermüdung bzw. Preis des Radfahrens? Hier gelten nicht Liter Benzin pro 100 km, sondern Hose pro x-tausend Kilometer. Das ist okay. Nehme ich als Grund.

Wegen Regen den Spaziergang doch nochmal durch die Rheingalerie gelenkt. Der Zettel „Uns gibt’s nur noch in Mannheim“ sagt viel.

Das problemlos getauschte Display vom Lastenrad funktioniert zwar eigentlich super, aber die Uhr geht nun pro Tag eine halbe Stunde vor. Jeden Tag neu stellen oder nicht beachten und unterwegs eine andere Uhr benutzen, scheidet aus. Wieder eine Mail und wieder nachfolgender Aufwand.

Schnee! Bei Mastodon schrieb jemand sinngemäß „Lasst mich in Frieden mit Euren Schneebildern!“ Nachdem ich dann ein Dutzend Fotos anderer Leute hinter mir hatte, war ich vorm selbst veröffentlichen geheilt. Ernüchternd, wenn man erkennt, dass das „Einzigartige“ im eigenen Leben gerade von „jedem“ erlebt und hochgeladen wird.

Wochenkonzentrat 1 & 2

Eine Art Konzentrat meines Erlebten, was ich schreibenswert finde. Einigermaßen sortiert von düster zu heller.

Gerade wieder auf einer Beerdigung gewesen. Die nächste Beerdigung ist terminiert. Jetzt die Nachricht eines weiteren Todesfalls bekommen.
65 Jahre alt geworden. Da soll man nicht grübeln.

Habe einen Schulfreund besucht. Familie, Finanzen, Beruf und Gesundheit, alles im Eimer. Mir wurde vorher geraten, beim Besuch keine Ratschläge zu geben und hauptsächlich zu hören. Bin gar nicht in Versuchung gekommen. Auch Tage danach bin ich noch ratlos.
Einen einzigen Vorteil hat es: Das eigene Leben erscheint um einiges positiver und Probleme als Problemchen.

Dachte, ich sollte nach Ewigkeiten mal wieder in der Stadt durch Geschäfte streifen.
„Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf!“, Sokrates.
Mein Shoppingverhalten und die Krise in den Geldbeuteln sieht man an geschlossenen Geschäften. Aber wenn ich halt nichts möchte, tut es mir leid.

Einige Filme geschaut, u.a. Interstellar. Sehr gute Schauspieler. Gut gemacht.
Das dargestellte Zugrunderichten der Erde erscheint mir höchst aktuell zu unseren aktuellen Nachrichten zu passen. Wenn man Filmkritiken liest, ist sehr viel erstaunlich wissenschaftlich korrekt dargestellt. Das alles hat mich 2 Stunden 49 Minuten interessiert gehalten.
Nachdem ich dachte, dass dieser Science-Fiction-Film relativ viel irgendwann mal Machbares enthält, bin ich dann (mal wieder) bei so Dingen wie Tesserakt und fünfdimensionalen Wesen geistig auf der Strecke geblieben. Bin trotzdem froh, den langen Film gesehen zu haben.

Das Display neoMMI 20c von neodrives an meinem Lastenrad hat nach ca. 1.900 km wohl Feuchtigkeit im Inneren abbekommen. War nicht die erste Regenfahrt, aber plötzlich ging die Beleuchtung des Displays nicht mehr. Ohne diese sieht man nur noch bei geeigneter Lichteinstrahlung, was vor sich geht. Bedienen aus dem Gedächtnis notwendig. Anschalten, Licht am Rad und der Motor gingen aber noch. Bis dann das Display alle Menüs im Sekundentakt andauernd hin und her geschaltet hat.
Mehrtägige Trocknung hat zwar das „Menükino“, aber nicht die Beleuchtung zurück gebracht. Durch einen sogenannten Kreuztausch beim Händler wurde das defekte Display „offiziell“ als defekt anerkannt und ich habe ein Neues in die Hand gedrückt bekommen. Bin froh, wenn sich nach Kontakt Fahrradhändler mit Hersteller keiner mehr meldet. Dann bleibt der Ersatz kostenlos.

Sportlich versuche ich den Jahresanfang zu nutzen. Pro Woche bin ich ca. 15 Kilometer gelaufen und da Radfahren nicht immer getrackt wird, sage ich mal „viel“ Rad gefahren. Es läuft nicht immer gut, aber durchschnittlich merkt man die Kondition noch bzw. sogar steigen.

Mein bewusstes Zuhören zu guter Musik hat einen kleinen Aufschwung. Ich komme dadurch auf andere Gedanken oder habe gar keine, was auch nicht schlecht ist. Und ich habe gemerkt, dass Musik dorthin kommt, wo Koffein bei mir vorher abwinkt und aufgibt.

Erfindungen meiner Schwiegereltern

Erfindungen meiner Schwiegereltern, die sich (hoffentlich) nicht durchsetzen werden:

  • Mobile Indoor Phone :  Handy in Grundstellung drin und am Ladekabel, jedenfalls nicht dabei. Unterwegs nie erreichbar und wenn mal selbst in Not geraten, gar kein Gefühl, dass ein Handy geholfen hätte.
    “Da war so ein netter Mann, der hatte ja ein Handy…“
  • Kaffee extra dry: Beim Kochen einfach das meiste Wasser im Wasserkocher vergessen und sich über die geringe Menge Kaffee in der Thermos und den Dampfhammer-“Geschmack“ wundern. Man trinkt gern seh stark, aber mehr Pulver als Wasser wird sich hoffentlich nicht durchsetzen.
  • Angebranntes Wasser: Kochen und eine zweite Tätigkeit anfangen, z.B. im Garten werkeln oder sogar zum Einkaufen fahren. Oder dabei Wintersport im TV schauen, was eine drogenartige Fokussierung zur Folge hat und die Küche vergessen lässt.
    Und bei allen Töpfen und Pfannen immer zu Beginn den Herd auf die höchste Stufe stellen. “Oh, ich wollte…“ oder „Der Herd heizt doch so schlecht.“
    Brandmelder sind geile Teile!
    Es ist übrigens erstaunlich, wie wenig in glühenden Töpfen vom ursprünglichen Inhalt übrig bleibt. Selbst ausgekochte Spültücher aus Kunststoff sind so nett, keine Feuersbrunst zu erzeugen. Es bleiben nur filigrane, verkohlte und effektvoll schwebende Flocken in der Luft übrig.

To be continued…

500 km Laufen

Bild aus der Sport-App mit dem Text "Ich habe mein Ziel erreicht! 500 km in diesem Jahr, Sportart Laufen". Unterlegt mit Selfie, mit Stirnlampe im Schnee vor Graffiti im Ebertpark.
500 km in 2022 gelaufen.

Geschaffte und verfehlte Ziele. Ein wenig Enttäuschung und positivere Sichtweisen.

Kurz vor Weihnachten habe ich die 500 Kilometer geschafft. So wie 2019 und 2020.
Immerhin, wenn man bedenkt, dass wir mehrere Wochen in diesem Sommer wegen Corona flach lagen. Dann der Trauerfall in der Familie, dann als Krönung nochmal beim Trend Atemwegserkrankung mitgemacht. Über die 500 sollte ich mich also freuen.

Mein Ziel über 600 Kilometer, bislang nur in 2020 geschafft, sah trotz allem ziemlich lange machbar aus. Aber als die erforderliche Wochenleistung dann immer mehr stieg, war Realismus angebracht.

Nun gut. Meine App zeigt am Jahresende 507 Kilometer an. Das ist besser als die 405 km vom letzten Jahr. Ich bin auch ein wenig schneller geworden. Wobei ich aus dem Thema Schnelligkeit sowieso rausgealtert bin, aber trotzdem schön.

Dann sollte ich noch die anderen Arten der Bewegung berücksichtigen: Unter anderem steht der Zähler beim Radfahren derzeit bei 1.626 Kilometern. Hier sind nur Fahrten „mit Schwitzen“ getrackt, also die langen Touren oder diejenigen, bei denen man vorher sagt „jetzt mache ich Sport“. Arbeitspendeln zum Beispiel nicht.

Das Aufschreiben hier führt dazu, dass sich 2022 nicht mehr so schlecht anfühlt. Nächstes Jahr probiere ich nochmal, Kilometer zu sammeln. Aufgeben gilt nicht.

Schneewanderung

Collage aus drei Fotos: Schneelandschaft mit Acker und Wald, verschneite Sitze. Thermoskanne und Tassen im Schnee

Wegen Freundetreff mal in den Odenwald gefahren. Wanderungen im Schnee machen eigentlich jedem Spaß, aber der Hund hat die Freude am Besten gezeigt. Rumtoben und in den Schnee beißen…
Die Pause fand am Eichelbergturm statt.

Die Collage habe ich schnell mit dem Handy erstellt. Witzig, dass nur das rechte Drittel in Schwarzweiß geändert wurde. Es gab heute nicht besonders viele Farben. War wohl auch deswegen sehr schön.

Adipöse Autos

Mehrere Regenbogen über der Autobahn bei Tappernøje, Dänemark. Fotografiert aus dem Auto.

Leider musste ich in letzter Zeit öfter mal mit einem kleinen Auto oder einem Kombi, beides von Stadtmobil, ins Parkhaus. Nicht alle, aber viele Autos wurden zwar immer größer, aber selbst neuere Parkhäuser passen sich daran nicht an. Beispiel Heidelberger Uniklinik oder Flughafen Frankfurt. Man kann froh sein, wenn man als Fahrer noch aussteigen kann. Wenn man die Parkplätze breiter macht, ist das Parkhaus schneller voll und man verdient weniger. Soweit, so klar.
Das führt aber dazu, dass man nicht nur freie Plätze, sondern freie Plätze ohne SUV auf dem Nachbarplatz suchen muss.
Wäre es nicht eine gute Idee, wenn Gebühren nach Breite von Autos bezahlt werden müssten?
Das wäre auch auf Fähren eine gute Idee. Dort zahlt man bereits nach Länge und Höhe. Beim Fahren auf eine Fähre kann man sich leider nicht aussuchen, wer neben einem zu stehen kommt. Froh ist, wer nach dem Einwinken des Ladepersonals keinen zwei Meter breiten SUV als Ausstiegsverhinderer neben sich bekommt.

Und warum schreibe ich dies hier? Dass ich das Konzept SUV oder sonstige verfettete Autos als eine verfehlte Entscheidung mit Konsequenzen für die Gemeinschaft ansehe, müsste selbst bei der geringen Blogaktivität hier klar geworden sein.
Da ich weder jemanden bekehren will, noch kann, schreibe ich das nur wegen dem Erlebnis auf der Fähre Puttgarden – Rødby:
War viel los auf dem Weg nach Schweden, was die Fähre bis auf den letzten Platz voll machte. Schräg hinter uns kommt in der Nachbarspur ein älteres Pärchen mit einem SUV als eine der letzten Fahrzeuge mit auf die Fähre. Das Parkdeck muss während der Überfahrt verlassen werden, der Aufenthalt im Auto ist verboten. Wenn man allerdings ein so breites Auto kauft, dass man auf keiner Seite aussteigen kann, dann ist man gefangen. Das Pärchen tat mir einerseits leid. Andererseits finde ich es gut, wenn man die Konsequenzen auch mal am eigenen Leib verspürt. Man will wahrscheinlich weder essen und trinken, noch in den Duty Free Shop, noch auf die Toilette, wenn man ein so teures und schönes Auto zum Verweilen hat.
Nein, kein Neid. Reine wohltuende Häme.

Konica C35 AF2

Kamera KONICA C35 AF2 nach dem Service

Was mache ich, um den ab und zu in der Familie laut werdenden Vorwurf Kamerasammler zu sein, zu entkräften? In einer Zeit, in der Filme wegen Lieferkettenschwierigkeiten Mangelware geworden sind?

Ja, genau. Ebay Kleinanzeigen geöffnet, um eigentlich dort auch noch nach Kleinbildfilmen zu schauen. Dann nahm das irgendwie seinen Lauf. Ein netter Anbieter aus Heidelberg, der mir die Kamera sogar mit dem Zug bis Mannheim gebracht hat. Was will man dagegen sagen.

Seit einiger Zeit benutze ich wieder meine alten Filmkameras, obwohl an guten Digitalkameras nicht direkt ein Mangel herrscht. Nachdem ich endlich ein gutes Filmlabor gefunden habe, wo man einfach entwickeln und scannen lassen kann, macht slow photography und Warten aufs Ergebnis mir zur Zeit mehr Spaß als das digitale Vielknipsen, viel löschen und den Rest vergessen.
Und analoges Fotografieren liegt im Trend. Instagram und deren geheime Formeln hatten einen Hormonschub, um mich in einer Bubble zu verorten, nachdem ich nach alten Kameras gesucht und nun auch erste Fotos mit #filmisnotdead usw. in meinem Account gekennzeichnet habe.

Die Konica C35 AF2 aus dem Jahr 1980 ist die geringfügige Weiterentwicklung der Konica C35 und das war die erste Autofokus-Kamera der Welt. Die Bedienungsanleitung fand sich im Netz, Zitat: „Die durch die beiden Meßfenster erfassten Meßbilder werden im Kontrast von einem Computer verglichen. Sobald sich die Kontrastbilder decken, ist die Entfernung gemessen und das Objektiv scharfgestellt.“
Dieser „Computer“ und die ganze Kamera begnügt sich mit zwei normalen Mignonbatterien. Das Spezialbatterieproblem, mit denen mich andere alte Kameras nerven, entsteht hier nicht.
Man sollte nur aufpassen, dass sich nicht in der Mitte des gewünschten Fotos, im Messfeld, etwas kontrastloses befindet. Dann wird wohl auf unendlich eingestellt, was bei guten Lichtverhältnissen trotzdem das Meiste im Vordergund scharf werden lässt. Statt hunderte Messfelder, die sich per AI das Motiv suchen, muss man hier das Foto dem mittigen Messfeld anpassen.
Man muss halt grundsätzlich mehr aufpassen und die Begrenzungen beachten, was für mich ja gerade den nostalgischen Reiz darstellt.
Genug über Technik. Wenn das interessieren sollte, findet man alles im Internet.

In der dritten Drogerie, nachdem sich Saturn mit so Kinkerlitzchen scheinbar nicht mehr zu beschäftigen scheint und die Internethändler leer gekauft waren, habe ich den vorletzten Farbfilm ergattert. Film vollgeknipst, gute Ergebnisse. Nur zwei Fotos nicht ganz scharf, da habe ich wohl das mit dem Kontrast nicht ernst genug genommen. Alle Fotos richtig belichtet, auch mit Blitz. Bin sehr zufrieden.

Nach dem Testfilm habe ich noch die Lichtdichtungen ausgetauscht. Die hielten zwar das Licht draußen, waren aber auf dem Weg zu schmierig und bröckelig, was bei alten Kameras die Regel ist.

Die kleine, leichte Kamera wird mich im nächsten Urlaub mit S/W-Film begleiten.

Probefilm Kodak Color plus 200, Test bestanden.
Belichtung und Schärfe passen, Scans nur verkleinert und deswegen leicht nachgeschärft.
Konica C35 AF2. Tausch der Lichtdichtungen.
Raus mit den bröckeligen Resten der Lichtdichtungen und neue schneiden, kleben, rein knibbeln. Wenn es ohne Fluchen klappt, befriedigt das sogar.

Urlaubsminiaturen

Reisepause in Lüneburg. Auf dem Heimweg vom Essen im Kurpark auf ein Konzert der Band Brass Riot gestoßen. Was für eine Stimmung! Alles hüpft und tanzt. Vielleicht wegen Coronakulturflaute besonders heftig erlebt.

Best Western Plus Residenzhotel, Lüneburg. 3 Sterne. Ich ergänze die Vormeldung „veganes Frühstück“ in letzter Zeit mit „Milcheiweißallergie“. Stimmt (leider) für meine Person, verhindert eventuell Diskussionen über Weltanschauungen und erhöht vielleicht die Deutlichkeit. Äh, nö. Ziegenjoghurt und laktosefreie Kuhmilchprodukte, extra für uns. „Das können Sie gleich wieder mitnehmen“-Moment. Für beide Seiten entäuschend.

Viele Autokilometer, zwei Fähren, man selbst und die Anderen. Da kann einiges schief gehen. Sehr dankbar, wenn alles flutscht.
An keiner Grenze kontrolliert worden. Die Stichprobe hat einmal das Auto vor uns herausgewunken.

Merke:
Wenn es in einem Zweifamilienhaus mit zwei Bewohnern keine nennenswert freien waagrechten Flächen oder Schubladen gibt, kann man aus der Tasche leben, ohne dass jemand Vorträge über Ausräumen hält.
Beispielweise kann man Werkzeuge zählen, um auf die beachtliche Anzahl, manches Richtung Dutzend, hinzuweisen. Das wurde mir als falscher Ansatz erklärt. Das ist der Hammer von Sven, der ist von Björn, der von Anderssons, …. Mein heimischer Keller ist nicht ganz frei solcher Historie, aber hier kann man den Werkzeugkeller auch als Gedenkstätte ansehen.

Nach ein paar Tagen Göteborg vier Fahrräder gepumpt, geschraubt, geschmiert, gereinigt. Ich habe mehrere Freunde, die Radputzen religiös zelebrieren. Bin eigentlich immun. War aber befriedigend, dass ein altes Rad wieder glänzt und rollt. Radtour über die neue Hisingsbron, ein Eis bei Stenpiren. Schön, wenn das Kind zum Vorschein kommt.

Anfangs bei jedem Einkaufen den Gedanken „Nein, man braucht hier keine Maske“ durchlebt. Wir kennen Deutsche, die wegen dieser Freiheit zeitweise nach Schweden gezogen sind. Wir kennen welche, die ihren Urlaub wegen dieser dann als Bedrohung empfundenen Freiheit verkürzt haben. Das wegen schlechtem Wetter wegfallende „aussen“ und das erforderliche Zusammenrücken in Innenräumen kam nicht gut an.

Haus in Stranderäng für ein paar Tage angeboten bekommen. Urlaub im Urlaub. Kungshamn, Lysekil, Fjällbacka, Grebbestad besucht. Fast immer mit einem Bad im Meer verbunden. Aber wenig touristisches gemacht. Kungsklyftan wegen Astrid Lindgren, wenig Interesse an Shopping und am feilgebotenen Essen. Auf die Frage, ob man Smögen anschauen sollte, sagt uns eine einheimische Bekannte: „Wenn Du Interesse an generischen Geschäften und Menschenmassen hast.“

Zurück in Göteborg einiges repariert und gerichtet, weil die alten Leutchen nicht mehr können oder auch manchmal nicht mehr wollen. Teilweise ein befriedigender Zeitvertreib. Gedanken und Gespräche zu Altwerden und Zukunft. Aus der Reihe „Topf auf dem Herd vergessen“ diesmal die Episode: Spültuch mit Chlorreiniger auskochen. Ergebnis feinste Rußflocken, zum Glück auf den Topf begrenzt. Erstaunlich, wie filigran wenig Masse übrig bleibt. Dafür Gestank im ganzen Haus. Ein Strich bei Glück gemacht. Gibt es einen Herdheiligen, der diese Fälle mildert? Neue Vokabel gelernt, spisvakt. Wäre gut.

Viele Kontakte mit Familie, Freunden und Bekannten. Klingt abgedroschen, ist sicherlich coronabedingt verstärkt, dass diese Zeit besonders wertvoll erscheint. Man trifft sich, man beschäftigt sich miteinander. Unklar, ob man keine aufregenden Dinge unternimmt, weil man das zur Zeit nicht soll. Oder ob man gar keinen Bedarf daran hat, merkt, dass andere Dinge zählen und damit zufrieden ist.

Um die vielen Ankünfte, zeitweisen Abwesenheiten, Abreisen und Treffen von Familie und Freunden sicher in den Griff zu bekommen, tat ein Kalender gute Dienste. Ohne, hätten wir bestimmt jemanden nicht irgendwo abgeholt.

Kisten mit Wein hatten wir exportiert, zwei sehr schöne Hocker von Norrgavel kommen mit nach Hause. Die Klassifizierung „sehr teuer“ wandelt sich zu „eher günstig“, wenn der Preis der Sessel bekannt ist, die wir eigentlich nach Probesitzen erwerben wollten. Leider waren unsere Körper damit nicht ausreichend bequem kompatibel.

NH Hotel Hamburg Horner Rennbahn. 4 Sterne. Auch hier Frühstück ohne Tier bei Reservierung angegeben. Keine Reaktion. Per Mail nachgefragt, bestätigt worden. Beim Einchecken bestätigt und Zeit für Frühstück abgefragt, „damit alles bereit steht“ . Morgens dann ratlose Gesichter. Drei Hierarchiestufen beschäftigt, „der Küchenchef regelt das“ . Man bringt eine kleine Karaffe Pflanzenmilch und eine Schälchen Cocktailsoße, die auf einem Burger mit Pommes dazu bestimmt gute Dienste erwiesen hätte. Brotaufstrich? Man zeigt auf Wurst und Käse, denn das Buffet hätte alles, was man braucht. Schade.

Auffällig viele Notfälle, Pannen, Liegenbleiber heutzutage. Nervig lange stehender Stau in einer Baustelle bei Göttingen. Zwei verengte Spuren. Krankenwagen mit Signal. Rettungsgasse muss trotz Enge her. Der Fahrer des adipösen SUV vor uns hat scheinbar Angst, dass sein Auto durch Steinchen und Gräser auf dem befestigten Bereich zwischen den Leitpfosten schmutzig wird oder gar auseinanderfällt. Er begibt sich dann doch mit einem halben Breitreifen in die „Wildnis“. Mache mir Sorgen um die Menschheit.

Immer ein gutes Gefühl, was den Urlaub aber nicht herabsetzt: Zuhause ist es schön.