Routenplanung für Radreisen

Weil ich öfter mal gefragt werde, wie wir auf den langen Radtouren navigieren, fasse ich das hier mal zusammen.
Jeder hat seine Lieblinge bei den Apps und den Kartenmaterialien. Und das ist gut so. Wer aber noch nicht zufrieden ist, kann ja mal die für mich beste Kombination probieren.

Als Navigationsapp benutze ich OsmAnd auf einem Android-Mobiltelefon. Die wichtigsten Funktionen und Vorteile für mich:
Offline Kartenmaterial. Keine Einschränkungen wegen Funklöchern, Roaming oder grundsätzlich Datenmengen. Wer mal mit Google navigiert hat, kennt den Datenhunger. Bei OsmAnd kann man sich in der kostenlosen Variante eine beschränkte Anzahl Karten herunterladen (7 Stück). Sollte für Viele ausreichen. Da ich die App sehr schätze, gehört sie zu den wenigen Apps, für die ich gerne ein paar Euro ausgegeben habe. Seitdem kann ich mir die ganze Welt herunterladen, nur begrenzt durch den Speicher meines Telefons. Da man eigentlich keine Karten, sondern Daten herunterlädt, mit denen die Karten für die Anzeige vektorisiert werden, sind die Datenmengen erträglich. Und damit kann man sich wirklich „alles“ anzeigen lassen. Wir haben damit Wasserquellen im Wald ohne Umwege gefunden und bei Radreisen ist die selbst angelegte Ansicht POI Campingplätze für uns ein wichtiges Hilfsmittel.
Es gibt Profile für Fußgänger und Radfahrer. Das ist das, was ich brauche. Auto und öffentlicher Verkehr manchmal. Lkw, Motorrad, Boot, Flugzeug und Skifahren habe ich ausgeblendet. Alles ist anpassbar.
Ein Nachteil ist eventuell gerade diese Vielfältigkeit und Anpassbarkeit. Für Neulinge ist das ein wenig erschlagend. Wenn man aber die Einstellungen erst mit der Zeit und erst bei Bedarf vornimmt, erst mal testet bevor man Dinge verstellt, sehe ich darin kein Problem.
Ein weiterer Nachteil ist die Routenerstellung. Je länger die Route, desto mehr Rechenleistung wird dem Handy abverlangt. Kurze Teilrouten helfen und verhindern Abbruch. Mit den Fahrradrouten bin ich nicht so begeistert. Geht, kann aber gerne mal zu Umwegen führen, da die App nach radfreundlichen Wegen sucht und dafür wohl nicht ein Maximum an Daten hat.
Dafür gibt es aber den zweiten Tipp, dessen Ergebnisse sich in OsmAnd importieren lassen. Die App folgt dann sehr gut dieser Route und berechnet nur selbst auf die Route zurück, wenn man davon abweicht, zum Beispiel nach der Übernachtung.

Was die Planung von Radrouten angeht, bin ich von der Seite cycle.travel begeistert. Lange Routen werden in Sekunden erstellt. Gut, das können andere auch. Aber hier ist das Ergebnis wirklich fahrradgeeignet und es ist eine Freude, der Route zu folgen. Man vermeidet Autos und Steigungen, findet tolle Radwege, macht aber keine unnötigen Umwege. Mehrere Wochen und viele Kilometer haben haben wir damit bestens navigiert. Bevor ich noch mehr schreibe, einfach mal ausprobieren. Ist in Englisch, aber die Bedienung ist einfach und sollte niemanden vor unlösbare Probleme stellen.

Podcast-Tipp: Fotomenschen

Fotografieren ist zur Zeit bei mir meist auf Handyknipserei verkommen. Aber das Thema reizt mich weiterhin. Welche Freude, dass ich einen Podcast entdeckt habe, der mich in der Vielzahl der Themen rund um die Fotografie interessiert und auch unterhält. Ich kopiere hier mal die Beschreibung des zugehörigen Twitteraccounts ein: Ein Geschichts- und Geschichtenpodcast über Fotografierende, Fotografierte und alle anderen.

Ich höre die Folgen gerade von alt nach neu und bin mir sicher, dass ich dabei bleiben werde.
Ich kann nur empfehlen, es mir nachzumachen: Fotomenschen von Dirk Primbs.

Und was soll das hier jetzt werden?

In Kurzform: Noch keine Ahnung.

Etwas detaillierter: Ich hatte ca. in den Jahren 2008 bis 2012 zwei Blogs bei wordpress.com.
Ein Blog für Fotos, bei dem ich 1417 eigene Bilder, oft eins pro Tag, gepostet hatte. Ein Blog für alles andere, hier wurden 871 mehr oder meist weniger interessante Dinge veröffentlicht.
Wenn man sich das Phänomen „Internet ist neu“ vorstellen kann, kann man sich denken, dass es am Anfang spannend war, mit der Welt in Kontakt zu kommen. Ich habe das Piepen des Modems noch im Ohr (wobei das 2008 evtl. schon Geschichte war?) und die quälenden Ladezeiten noch im Kopf.
Den Spruch, dass Reichweite und Resonanz fürs Bloggen nicht wichtig sein sollten, habe ich oft genug gelesen. Trotzdem hat das Fehlen von Beidem doch dazu geführt, dass ich irgendwann alles auf „privat“ gestellt und meine Zeit in andere Dinge investiert habe. Eine sehr gute Entscheidung!

Und was hat sich nun geändert?
Ich kann es, weil ich die günstige Webadresse sowieso bezahle und die Technik beherrsche. Ich sollte was tun, weil die alte Homepage nicht nur langweilig sondern auch mit Links ins Nirvana veraltet war.
Ich will es nochmal versuchen, weil ich mir heutzutage keinen Stress mehr mache, gespannt bin, was diesmal passiert, weil meinem gereiften Ich die Resonanz und Reichweite nicht mehr so wichtig sind (noch zu beweisen). Eventuell können meine Verwandten um die 80 mal Dinge finden, die sie z.B. „in diesem Instagram“ noch nie gefunden haben.

Im Idealfall macht es mir heute mehr Spaß als Ärger. Im schlechtesten Fall, bei dem ich später wieder „Eine sehr gute Entscheidung!“ sagen würde, gibt es ja „löschen“ oder auf „privat“ stellen. Mal sehen.