Monatsrückblick Januar 2026

Vierfache Collage: Oben links ein Mann mit Brille und Laufkleidung bei einer Laufveranstaltung im Wald mit vielen Läufern und einem Irish Terrier; oben rechts eine gelbe Gummiente im Schnee, bei der nur der schneebedeckte Kopf aus dem Schnee ragt; unten links ein beleuchteter Saal mit Bühne, rotem Vorhang und Publikum bei einer Konzertveranstaltung; unten rechts ein handgefertigter Holzschnitzfisch, dem Schnitzmesser und einem Linolschneider, der für das Schuppenmuster genutzt wurde.

Neujahrsmorgen. Viereinhalb Stunden Schlaf, dann raus aus dem Bett und um 9 Uhr Laufen bei Parkrun. Hat Spaß gemacht und der Tag verlief nicht so müde, wie ich befürchtet hatte.

Helfe J., auch eine Routine mit Kraftübungen anzufangen. Zwei Blätter mit ein paar Übungen als Starthilfe.

Abendessen mit Freunden bei L’Osteria, relativ neu eröffnet. Leider viel zu laut dort. Man muss schreien, um sich verständlich zu machen. Der Besitzer und der Inneneinrichter müssten gezwungen werden, dort mal ein paar Schichten zu arbeiten. Zusätzlich werden Pizzen serviert, die über den Tellerrand auf den Pulli der Bedienung hängen. Wenn man mit dem zu kleinen Teller Probleme hat, bekommt man ein großes Papier und schnippelt seine Pizza dann auf dem Tisch. Brauche ich nicht nochmal.

Krankheit schleicht sich bei mir an. Am Tag darauf geht es aber einigermaßen und ich möchte unbedingt beim Familien- und Freundeausflug, den ich eingefädelt habe, dabei sein. Zug nach Mußbach, Wanderung aufs Weinbiet. Sehr nette Begleitung, Schnee wie aus dem Bilderbuch, blauer Himmel, gutes veganes Essen auf der Hütte.
Abends schlägt dann die Grippe zu. Schmerzen und schlapp. Für Mo. und Di. muss ich mich krank melden. Grüße gehen raus an Herrn Ich-mag-keine-Lohnempfänger-Merz. Zwischendurch war Schneeschippen vorm Haus nötig. Macht nur begrenzt Sinn, da es alle anderen nicht machen. Aber wenn jeder so denkt.

Mittwoch erwischt es dann J. mit über 39 Grad Fieber und viel härter als ich es hatte. Möchte vorwegnehmen, dass sie die Influenza im Januar nicht mehr los werden wird. Oft Besserung erhofft, aber es läuft elendig langsam und mit Rückschlägen. Kein guter Jahresstart.
Mir geht es nach den zwei Tagen ausreichend besser und einer muss ja zwei Mal am Tag mit dem Hund raus. Ich arbeite wieder (nochmal Grüße!), dann noch einkaufen und Essen machen. Obwohl J. wenig Hunger hat, aber Nachschub an „gesunden“ Kalorien ist wichtig.

Damit die teuren Konzertkarten fürs Feierabendhaus nicht verfallen, nehme ich eine Freundin mit ins Konzert. Die nicht billigen Karten hatte ich gekauft, um unseren Alltag aufzupeppen. Na ja, das ist ja dann wenigstens teilweise gelungen.

Für meine Arbeit gilt seit Wochen und immer noch die Kategorie „anstrengende Phase“. Bei meinem nächsten Präsenztag in Mainz lädt meine Kollegin zu ihrem 40. zu einer Feier im Pausenraum auf dem Gang ein. Sowas gab es seit Beginn Corona nicht mehr. Kam bei den Kollegen gut an. Danach Teamsitzung und noch zum Italiener. Ich fahre mit dem Brompton von der Arbeitsadresse durch den Regen dorthin und komme als einziger mit Abstand pünktlich. Obwohl ich langsam mache. Kombination der Charaktermerkmale Zeitoptimist und Autofahrer beschert mit Wartezeit. Wäre wohl auch zu Fuß schneller gewesen. Spät nach Hause, Fahrrad – Zug – Fahrrad, morgens dann gleich nochmal früh raus, weil erneut nach diesem Muster nach Mainz. Das Thema Präsenztage wird wieder laut diskutiert. Der Effekt von z.B. einer Regelung derzeit diffuser Zuständigkeiten und grundsätzlich bessere Kommunikation wäre viel höher als nur der Arbeitsort. Der Einsatz von mehr Hirn wäre spürbarer als der Ort, zu dem dem man seinen Körper bringen muss.
Ich habe ein gutes Zitat gelesen, habe leider vergessen, wo. Es lautet: „Zuständigkeiten werden verteilt bis sie verdampfen.“

Privat leere und lösche ich Microsoft OneDrive und ziehe manches zum deutschen Filen um. Sehr befriedigend. Nicht alles muss in eine Cloud. Festplatte sichere ich lokal mehrfach. Aber bei mehreren Rechnern ist Cloud schon schick.

Sonntagsmatinee im Gesellschaftshaus. Zweite Kulturaktion, zu der ich Karten erstanden hatte. Diesmal kann J. mit. Ausgerüstet mit mehreren Sorten Hustenbonbons und -tabletten. Gut so, denn der Südwestfunk zeichnete das Konzert auf. Die Anspannung war da, aber Husten aus unserer Familie wurde nicht aufgezeichnet.

Es sagt wohl viel über mich aus, wenn ich trotz 5° und Regen mit dem Rad zum Lauftreff fahre, im Regen laufe, dann wieder nach Hause radle und dies dann als Highlight des Tages ansehe.

Am letzten Freitag des Monats mit Freunden zum Essen bei JouJou in Leistadt. Die Karte wurde seit unserem letzten Abendbesuch umgestellt. Es ist alles sehr gut und sehr nett, aber letztes Mal waren wir zufriedener. Hauptthema des Abends ist, dass E. und D. umziehen werden. Für uns unerwartet. Von einem zu großen Altbauhaus mit zu vielen Stockwerken, Platz und Dingen (meine Meinung) in eine modernere, noch immer große, aber im Unterschied kleinere Wohnung. Es bestand scheinbar die Befürchtung, dass wir diesen Schritt nicht verstehen. Wie man an meinen Formulierungen bestimmt merkt, finde ich die Reduzierung des Hausstands gut. Außerdem ist es gut, einen Plan zu haben und nicht in eingefahrenen Mustern zu verharren bis es zu spät ist.

Am 31. dann noch ein Tag „Guerilla Gardening“ hinter unserem Mehrfamilienhaus. Wir machen ja überhaupt nur „Lazy Gardening“, aber ab und zu muss dann doch mal in größerem Stil die Säge ran. Und die Heckenschere, die bei uns keinen leichten Job hat, weil die Bedienungsanleitung mit der max. Dicke des Schnittgutes zwar gelesen wurde, aber zur Bekämpfung des „Dschungels“ grob ignoriert wird.
Schade, dass dem Aufruf nur wenige gefolgt sind. Ärgerlich, dass man noch nicht mal reagieren kann. Schön, dass wir zu viert gut gearbeitet haben und auch noch Spaß beim sichtbaren Erfolg hatten.

Allgemeine Themen und „Restaufzählung“ für diese Monat: Ich war nochmal Parkrun Helfer, ein Schnitzprojekt habe ich fertig gemacht, habe Stranger Things fertig gesehen, war trotz Kälte und Regen laufen, schneller als in den Vormonaten. Meinen Problem-Achilles kann ich trotz dieser Anstrengungen wohl doch irgendwann in den Griff kriegen, muss aber aufpassen. Ich habe meine Kraftsportroutine durchgehalten. Man sieht und vor allem spürt es positiv. Viele Tage waren sehr ruhig. Klar, wenn der Partner krank ist. Ich war viel mit dem Hund unterwegs. Hatte leider aber auch ein paar Schlafprobleme. Insgesamt ein sehr müder Monat. Wenn man Jüngeren zuhört, ist das scheinbar nicht nur am Alter festzumachen oder nur mein Problem. Das hilft ein wenig beim Selbstbild. Auf einen gesünderen und wacheren Februar!

Silberblock

Blick in einen prunkvollen Konzertsaal mit hohen Decken und Kronleuchtern, in dem viele meist ältere Menschen in Reihen sitzen und applaudieren, während vorne auf der Bühne ein kleines Kammermusikensemble mit Streichinstrumenten den Applaus entgegennimmt.

Am Sonntag waren wir bei einer Matinee im Gesellschaftshaus der BASF. Mal wieder Kultur tanken, den Horizont erweitern.
Tolles Konzert in einem sehenswerten Gebäude. Aber darüber will ich gar nicht schreiben.

Beim ersten Blick in den Saal fielen mir gleich die vielen grauhaarigen Köpfe auf.
Färben scheint mir, wie ich finde zum Glück, nicht mehr so modern zu sein. Ein paar jüngere Köpfe waren natürlich auch dazwischen und selbst wir haben doch noch das Durchschnittsalter im Saal gesenkt. Das Gefühl wird man nicht mehr so oft erleben.

Eintritt, Getränk in der Pause und danach noch zum Mittagessen ins Restaurant. Dieser Plan für die Zeit nach dem Konzert wurde in einem Gespräch mit einer Bekannten offenbar. Klar, dass hier nicht der Durchschnittsrentner sitzt, der den Euro zählen muss.

Deswegen halte ich es für ein erstrebenswertes Ziel, mal ein Teil dieses „Silberblocks“ zu werden.
Gesund und mobil sein, genug Geld haben, um es für schöne Stunden auszugeben. Toi, toi, toi.

Stranger Things?

Ein Müllheizkraftwerk bei Nacht, dessen hoher Schornstein in intensivem Rot von oben angestrahlt wird und oben in Dunkelheit und Nebel verschwindet. Vor der unten hell erleuchteten, industriellen Fassade steht rechts unten ein orangefarbener Müllwagen auf Asphalt.

Ich mag Nebel. Außer auf der Autobahn, aber da bin ich ja fast nie. Alles wird ruhiger, gedämpfter, geheimnisvoller.

Das Foto entstand früh morgens. Ich bin extra zum Heizkraftwerk gelaufen, weil der Schornstein in der Zeit vor Weihnachten in Rot erstrahlte und dies im Nebel besonders gut aussah.

Danach habe ich die letzten beiden Staffeln von Stranger Things angeschaut. Und jetzt sehe ich das Foto mit leicht anderen Augen.

Monatsrückblick Dezember 2025

Collage aus vier Fotos: Oben links ein am Rand sichtbarer Kuchen und eine Geburtstagskarte mit einer gezeichneten Radfahrfigur und dem Text „You’re never too old to throw on some lycra and be magnificent“. Oben rechts ein festlich gedeckter Tisch mit veganem Essen, darunter Rosenkohl, Rote-Bete-Salat, Kartoffeln und weitere Beilagen. Unten links eine Nahaufnahme eines mit Raureif überzogenen kleinen Nadelbaums im winterlichen Wald mit Sonne zwischen den Bäumen im Hintergrund. Unten rechts eine Landschaftsaufnahme mit mehreren bewaldeten Bergrücken im Dunst unter der tief stehenden Sonne.

Ich war mit ehemaligen Kollegen auf dem Weihnachtsmarkt in Mannheim. War nett, aber auch überwiegend ein bunter Reigen nicht ganz so schöner Geschichten.

Durch Verkauf bei Ebay ist das Zuhause nun frei von Sonos Produkten. Welche Freude, Nutzerkonto und App löschen zu können. Die Firma hatte kurz nach meinem Kauf (zum vollen Preis!) ein recht teures Produkt vom Update der App ausgeschlossen und damit auch die neueren Produkte behindert. Auch die letzten beiden Lautsprecher waren mir trotz neuer App zu begrenzt. Einfach mal Podcast vom Handy hören? „Nicht wirklich, weil offene Schnittstellen sind nicht so unser Ding.“ Willkommen Ruark und WiiM. Bin sehr zufrieden. Die spielen „alles“.

Mein runder Geburtstag. Diese Zahl, bin ich das? Vielleicht kann man sagen „an guten Tagen nicht, an schlechten schon“?
In der modernen Welt können mehrere Leute gleichzeitig auf verschiedenen Kanälen bei mir klingeln. Die Gespräche sind nett. Aber wie immer denke ich mir, dass es besser wäre, wenn die anderen 364 Tage mal jemand reden wollte und sich das ein wenig verteilen würde. Abends gehen wir mit E. & T. in Heidelberg essen. In dem Restaurant, in dem dieses Jahr deren Hochzeitsfeier war. Ein schöner Abend.

Die erste Dezemberhälfte ist geprägt von häufigen Radtouren zum Unverpacktladen „Grünkern“ in Mannheim. Der Grund ist traurig. Der Laden muss schließen, weil Aufwand und Ertrag wohl nie in ein gutes Verhältnis gekommen sind. Ich kaufe viele Kilos Müsli, Tee und alles mögliche. Mehr, weil es weg muss und die Last für die Inhaberinnen senkt, als dass ein direkter Bedarf besteht. Wir werden noch lange an diesen verzehrbaren Souvenirs haben. Auch zur Schließung tauche ich, wie so viele andere, nochmal dort auf und erlebe Traurigkeit, aber auch gute Laune.

An einem Samstag, nach dem Parkrun, machen wir etwas, was wir seltenst machen. Wir geben den Hund ab und fahren mit dem Zug alleine weg. Ziel ist Mainz. Second Hand Läden, überhaupt kleine Geschäfte, Weihnachtsmärkte und der Besuch einer Bar. War nett. Dunkelheit mit Weihnachtsbeleuchtung ist wohl das weihnachtlichste, was ich in der Vorweihnachtszeit „fühlen“ kann.

Wenige Tage später fährt J. zu ihren Eltern nach Schweden. Strohwitwer sein, wäre witziger, wenn man der Typ wäre, der dann die Sau rauslässt. Andererseits ist es ein gutes Zeichen, wenn man diesen Drang nicht haben muss.
Dinge, die ich dann für zwei Wochen anders als im normalen Alltag mache: Mal wieder StreetComplete, mehr Netflix, etwas beim jungen Glück in Heidelberg an die Wand dübeln und mit Abendessen belohnt werden, eine Tour zu Engelhorn Sport, dann eine zu Decathlon (abgeschreckt von dem ganzen Plastik in allem (!), nichts gekauft), mit der S-Bahn mal zum Parkrun nach Karlsruhe (sehr nett, auch im Café danach, plus Stadtrunde mit dem Brompton, um zu bewundern, das sich in den 40 Jahren seit meiner Ausbildung dort „ein wenig“ verändert hat), am Tag darauf nochmal S-Bahn zu einer Wanderung aufs Weinbiet (gutes veganes Essen), abends noch mit Stirnlampe einen heruntergefallenen Ast im Stadtpark für einen Weihnachtsbaumersatz gesucht, gefunden und mit dem Schmücken begonnen (dieses Wochenende war schön, aber auch ermüdend 😉 ), beim Veganen Stammtisch in Mannheim teilgenommen (ich kann ja nach dem Anmelden bei solchen neuen Runden, regelmäßig kurz vorher ein „fremdeln“ aufbauen, aber war sehr nett 🙂 ).

Kurz vor Weihnachten ist meine Zeit als Strohwitwer beendet. Jeder von uns freut sich darüber. Ein gutes Zeichen.

Die übliche Frage, wie Weihnachten war, beantworte ich mit „Isoliert betrachtet sehr gut“. Wir hatten am Heiligabend Besuch. Dann ein Tag ruhig. Wobei man wissen muss, dass wir auch an Tagen, an dem man es nicht muss, früh aufstehen und mit dem Hund länger raus gehen. Erst danach wird dem Ruf des Sofas nachgegeben. Am zweiten Weihnachtstag wandern wir im winterlichen Wald und essen warmes, auf dem Campingkocher vor Ort gekochtes Essen, danach Tee und gebrannte Mandeln. Wir lachen über uns, weil wir Luxus bei so kleine Dingen fühlen können.
Weihnachten außerhalb unserer kleinen Blase lief dagegen nicht so gut: Schwiegermutter in Schweden ist gefallen, Krankenhaus, neue Robocop-Teile in die Hüfte. Und es gab eine Trennung über Weihnachten.

Das Chaos bei der Arbeit in jeder Minute um die Feiertage sei nur kurz erwähnt.
Silvesterlauf in Schifferstadt hat viel Spaß gemacht.
Und Silvester ab 16 Uhr lief so: Rollläden runter, um wenigstens Bruchteile des Straßenkampfes mit Böllererei vorm Hund zu filtern, laute Musik bis nach Mitternacht und Kümmern um den zitternden, nur noch vegetierenden Hund. Das Geknalle finde ich sch…., immerhin darf ich mit Wohlwollen laute Musik anmachen. Happy New Year!

Mein Sportjahr 2025

Blick von oben auf zwei Beine mit gelben Laufschuhen mit orangefarbenen Details, die über einem Boden mit großem schwarz‑weißen Kreis-Muster baumeln.

Strava, von der Sportuhr gefüttert, zeigt am Jahresende unter anderem an, dass ich mich 5.392 km aus eigener Kraft bewegt habe. Davon bin ich 3.963 km mit einem Rad gefahren, 992 km bin ich gegangen und 263 km gelaufen. Außerdem habe ich scheinbar fast 73 Stunden Kraftsport gemacht.

Radfahren setzt sich aus Alltag und Radurlaub zusammen.
Beim Gehen kommen die kurzen, aber häufigen Runden mit dem Hund erhöhend hinzu.
Und Laufen war dieses Jahr wegen Achillesproblemen so gar keine Erfolgsgeschichte. Ich hatte eine Laufpause ab Mitte März bis zum Herbst eingelegt und dann langsam wieder probiert. So wenige Kilometer bin ich seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gelaufen.
Positiv ist aber, dass ich nicht mehr nur jedem erzähle, dass Krafttraining vor allem im Alter wichtig ist, sondern dies anstatt Laufen 3 Mal / Woche zu meiner Routine gemacht habe. Den positiven Effekt spüre ich im Alltag und ein netter Nebeneffekt ist, dass man es sogar sieht.

Ziele für 2026:
Vorsichtig und mit Spaß laufen, nicht wieder zu oft, zu schnell, zu weit. Damit der Achilles seinen wiedergefundenen Frieden beibehält. Laufziel in Jahres-Kilometern habe ich deaktiviert, zugunsten 2 Mal / Woche. Wenn ich zu Tuesday Run Club und Parkrun gehe, ist die Woche geritzt.
Krafttraining auf jeden Fall beibehalten.
Hoffentlich wieder einen mehrwöchigen Radurlaub machen und vielleicht auch öfter mal wieder das Rennrad von Staub befreien.

1988: Grüße aus Moskau

Klappkarte in Blautönen mit russischer Überschrift „Радиостанция „Мир и прогресс““, vorne eine stilisierte Erde, die von zwei Händen gehalten wird, umgeben von einem Atom- bzw. Orbital-Symbol, rechts daneben die Rückseite mit kleinem Logo „Мир и прогресс“ und viel freier Fläche.

„Was habt ihr eigentlich vorm Internet gemacht?“

Ich hatte ein Kurzwellenradio (ein Sony ICF-SW7600, vermutlich, weil teuer, ein Geschenk meiner Eltern) und mir dazu ein Buch über Radiosender auf Kurzwelle gekauft. Darin enthalten waren nicht nur die Frequenzen von Radiosendern aus der ganzen Welt, sondern auch die Wochentage und Zeiten von Sendungen auf Deutsch, die Postadresse des Senders und ob sie Hörerberichte mit QSL-Karten (siehe Wikipedia) beantworten. Da das alles natürlich einem gewissen Wandel unterlag, gab es das Buch jährlich neu zu kaufen. Ich hatte nur das eine Exemplar und trotzdem damit lange genug Spaß.

Also saß ich öfter in meinem Zimmer, die normale Antenne des Radios noch mit einer quer und wild durchs Zimmer gespannten Wurfantenne verbessert, hörte teilweise inhaltlich seltsame Radiosendungen aus weiter Ferne mit manchmal miesem Empfang (Wikipedia: Funkwetter) und machte mir Notizen. Denn die Radiostationen waren damals auf die Zusendung von Hörerberichten angewiesen, um ihre Empfangsqualität zu beurteilen. Und dazu wollten sie nicht nur die Qualität nach einem gewissen Muster erfahren, sondern auch Details zur Sendung. So sollte verhindert werden, dass Sammelwütige gar nicht zuhörten, aber die QSL-Karten anforderten.

Besagtes Radio hat inzwischen den Geist aufgegeben. Das scheint ein bekanntes Problem bei dem Modell zu sein und der Weg zum Elektroschrott steht bevor. In Zeiten, in denen man die ganze Welt streamen kann, macht Reparatur für mich keinen Sinn.

Meine QSL-Kartensammlung ist bis auf die hier gezeigten Ausnahmen schon entsorgt. Den handgetippten Brief von Radio Moskau (gibt es nicht mehr, „Duskussion“ ist nicht mehr möglich) und die beiden Karten vom Radio Frieden und Fortschritt (Sendebetrieb im Mai 1991 eingestellt) hebe ich mir auf jeden Fall weiterhin auf. Dinge aus einer anderen Zeit.

Maschinengeschriebener Briefkopf „Радио Москва / Radio Moscow“ mit CCCP-Emblem, datiert „Moskau, den 10.5.88“, deutschsprachiger Text, der sich für einen Empfangsbericht bedankt, zu einer Hörer-Diskussion einlädt und mit „RADIO MOSKAU, Redaktion der Sendungen in deutscher Sprache“ sowie einer handschriftlichen Unterschrift schließt.
Rote QSL-Karte mit weißem Globus-Symbol rechts, darüber das rote Wort „PEACE“ diagonal, links oben ein weißes Emblem mit roter Rakete und kyrillischer Aufschrift „Мир и прогресс“ (Frieden und Fortschritt).
Schwarz-weiße QSL-Bestätigungskarte an „Herrn Steffen Michel“ mit Datum 13.04.1988, Uhrzeit 19.30 UTC und Frequenz „41 mb“, darunter der Text, dass der Empfangsbericht mit den Senderunterlagen übereinstimmt und Grüße von „Radio Station Peace and Progress, the Voice of Soviet Public Opinion“.

Wer sich über die Geschichte des Kurzwellenrundfunks informieren will, auch hier hilt Wikipedia.
Interessant, dass die Bedeutung und Entwicklung von Propaganda, über Kalter Krieg zur Bedeutungslosigkeit geht, nun jedoch seit Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs eine Reaktivierung für diese Regionen erfolgte. Radiowellen kann man halt nicht abschalten.

Sonderpostkarte Rathaus Eröffnung

Sonderpostkarte zur Rathaus-Eröffnung in Ludwigshafen am Rhein im Mai 1979: Links eine grafische, farbige Darstellung des Rathaus-Center-Hochhauses mit blauem Himmel und grüner Umrandung, darüber der Text „Sonderpostkarte Rathaus-Eröffnung Mai 1979 Ludwigshafen Rh.“; rechts ein Bereich mit einer 60-Pfennig-Briefmarke der Deutschen Bundespost zum internationalen Jahr des Kindes sowie einem runden Sonderstempel „Ludwigshafen am Rhein Rathaus-Eröffnung 6700“ und Datum „5.5.1979“, der ebenfalls das Rathaus-Hochhaus zeigt.

Beim Aufräumen habe ich diese Sonderpostkarte wieder in die Hände bekommen. Erinnerungen sind oft eine weiche Masse, aber ich kann mich noch recht gut erinnern, wie stolz ich war, dass ich diese Sonderpostkarte am Eröffnungstag kaufen konnte. Die Karte kennt das Jahr, 1979, welches ich nicht mehr gewusst hätte.

Bis zur Eröffnung hatten wir (eine kleine Gruppe ca. 13-jähriger, die sich im Viertel gefunden hatte) das Umfeld der Großbaustelle als Spielplatz benutzt. Darüber und über die Fliesen des Grauens hatte ich hier schon einmal geschrieben.

In der Eröffnungszeit durften die Bürger den Büroturm besichtigen, bevor dort dann städtische Dinge verwaltet wurden. Für ein paar Tage ergab sich für uns erneut ein großer Spielplatz. Treppenhäuser, Fahrstühle, viele Etagen, wie gemacht für wildes „Fangen“. Nach der Eröffnung durfte man nicht mehr überall hin, aber durch die Einkaufspassage, das Parkhaus und die unterirdische Haltestelle gab es noch genug Spielraum. Damals gab es noch einen Wachdienst und die hatten auch diese neuen Videokameras und Monitore, um uns auf die Schliche zu kommen. Wir hatten „intensiven Kontakt“ mit dem Wachdienst. Uns wurde oft alles mögliche angedroht. Aber es war halt auch sehr spannend.

Ich glaube, dass man in der Zeit grundsätzlich auch stolz auf das Gebäude war. Geschmack ändert sich jedoch. Später ist wohl das „hässlich“ für die Hochstraßen auch auf das Rathaus abgefärbt.
Ich hatte damals auf jeden Fall für Kamera und Schwarzweiß-Film ein Objekt gefunden. Dies ist ein Scan einer Papierbilds, welches ich nach Filmentwicklung im elterlichen Badezimmer im Labor des Haus der Jugend vergrößert hatte.

Schwarzweiß-Fotografie eines hohen, modernen Büroturms mit vollständig verglaster Fassade, in der sich dramatische Wolken am Himmel spiegeln; die Aufnahme ist stark nach oben perspektivisch verzerrt und betont die Höhe und Geometrie des Gebäudes.

Und dieses Foto mit dem kläglichen Gebäuderest habe ich heute mit einem Handy gemacht.

Straßenszene mit einer Person im Mantel und Rucksack im Vordergrund, links ein erhöhtes Straßenbauwerk, dahinter ein roter Turmdrehkran und das teilweise abgebrochene Betongerüst eines mehrstöckigen Gebäudes hinter einem Holzzaun.

Es gibt so viele alte Gebäude, die Jahrhunderte gut überdauert haben. Ich kann noch immer nicht nachvollziehen, dass ein modernes Gebäudes unter meinen Augen kommt und geht.
Wenn alles platt gemacht ist, habe ich ja noch die Sonderpostkarte. 😉

Monatsrückblick November 2025

Collage aus drei Fotos: Links liegt auf einem gemusterten Tischtuch ein deutschsprachiger Naturführer mit Zeichnungen von Pflanzen, Schnecke und Pilz auf dem Cover, darüber eine Holzleiste mit skizziertem Fisch. In der Mitte steht eine Person mit Schal und Mütze auf einem Weihnachtsmarkt, im Vordergrund ein roter Becher mit winterlichen Motiven, im Hintergrund Lichter und eine große Weihnachtspyramide. Rechts stehen zwei Personen in einem Zimmer mit großem, kreisförmigem Spiegel, der Raum und Personen optisch verzerrt.

Am Freitag, 31.10., starten wir mit dem Auto (Carsharing) zu einem Ferienhaus nach Köddingen in Mittelerde ähh… Mittelhessen zum Freundetreff. Manche Freunde kenne ich schon seit ich ca. 9 Jahre alt war. Also könnte man das auch ein halbes Jahrhundert nennen. Wir sind früh und gehen nach Ankunft mit dem Hund auf eine Höhe mit Aussicht. Dann beginnt das erwartete „12 Leute / 12 Meinungen“-Treffen. Wobei das nur geringfügig anstrengend ist. Bemerkenswert und fantastisch ist, dass wir uns gut verstehen und manche Gespräche genau so auch am Tag nach dem Abi stattgefunden haben könnten. Quatschen, grillen, essen, trinken, wandern (eher kurz), usw., und noch mehr quatschen. Die Gesellschaft ist angenehm und das Haus passt gut für unseren Trupp. Am Sonntag dann Abschied, es geht wieder nach Hause.

Den November empfinde ich diesmal als Monat, bei dem es Morgengrauen bis 15 Uhr gibt, bevor es direkt Nacht wird. Ich leide nicht wirklich, aber der Alltag scheint schon irgendwie grau abzulaufen.

Hier nur eine nicht tagesscharfe Aufzählung des Restmonats:
Ich habe Erfolg, einige Dinge unseres Haushalts über eBay loszuwerden. Jedes Teil, welches sich auf den Postweg macht, freut mich.
Ich schnitze einen Löffel aus einem sehr harten Stück Feuerholz, was ich im Ferienhaus vorm Kamin bewahrt hatte. War wohl ein selbstgeschlagener Baum irgendeiner Art. Und ich beginne einen Fisch aus weichem Restholz vom Keller zu schnitzen.
Ich schaffe es inzwischen, drei Mal pro Woche Krafttraining in meinen Alltag einzubauen. Da ich das oft gegen Termine, Müdigkeit und Bauchgrummeln durchziehe, bin ich stolz auf mich. Laufen geht auch wieder, wenn ich es nicht übertreibe. Also langsamer und weniger. Der Achilles darf dabei ein wenig mucken, aber es darf nicht wieder von vorne anfangen. Die Schmerzen sollen ja verschwinden und weg bleiben. Parkrun langsam und Tuesday Run Club ein wenig schneller, das geht inzwischen. Ich ersetze ein Paar Laufschuhe gegen neue und habe die Hoffnung, dass mir auch dies bei den Schmerzen hilft.
E. und T. fliegen nach Japan. Da sie das auf Polarsteps dokumentieren, haben wir 19 Tage was zu stalken. Die Fotos sind so schön und interessant, dass man auf Gedanken kommen kann.
Wir bestellen passend dazu japanische Notizbücher bei einem Laden in Berlin für die Tagebuchleidenschaft von J. Sehr schöne Qualität.
Wir gehen zu zwei 60. Geburtstagsfeiern. Unterschiedliche Art des Feierns, beide mit viel Trubel, gut. Ich gebe aber zu Protokoll, dass ich meine anstehende Feier gerne ruhiger möchte.
Coffeeneuring und basteln war in diesem Monat ein Thema, darüber hatte ich ja aber gepostet.
Bei der Arbeit plätschert es so vor sich hin. Man redet viel, oft über Leute und weniger über Themen. Ich mache meine Präsenztage im Büro und nehme an der Betriebsversammlung teil. Danach besteht die Gelegenheit, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Dann hat der Besuch doch was gebracht.
In der letzten Novermberwoche fahre ich zu einem zweitägigen Workshop nach Duisburg. Ich erkenne erneut, wie viel Einfluss Alkohol auf das Verhältnis Kunde / Dienstleister (wir) hat. Der Kunde säuft sich uns schön. Von Duisburg geht es dirket nach Mainz, kurze Besprechung, Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeier im Restaurant. Alles positiv, aber das kostet Kraft. Ich brauche Tage, die Müdigkeit abzuschütteln und mich nach der notgedrungen ungewohnten Ernährung in den Griff zu kriegen.
Am letzen Novembertag, einem Sonntag, werden wir kurzfristig noch zu einem dritten Geburtstag eingeladen. Drei Paare und ein Nachwuchs, alles vegan, bei Joujou in Leistadt. Sehr angenehm.

Coffeeneuring Challenge 2025, Cup No. 7

Eine Collage mit drei Bildern, die eine Fahrradtour in Ludwigshafen dokumentieren. Links ist eine Strava-Aufzeichnung der Route zu sehen: 6,11 km teilweise entlang des Rheins, mit 68 Höhenmetern und einer Zeit von 25 Minuten. Rechts oben ist ein nächtliches Foto vom Rheinufer mit Lichtern und Spiegelungen auf dem Wasser. Rechts unten steht eine Person mit Winterjacke und Regentropfen auf der Brille vor einem Weihnachtsmarktstand und hält eine Metalltasse.

Cup No. 7, the last minute one. Die letzte Tasse am Abend des letzten Tags der Aktion. Gerade noch rechtzeitig, weil die letzten beiden geplanten Radtouren wegen Gesundheit / Kraftmangel nicht stattfanden. Und dass es heute sein muss, ist mir beim Spaziergang mit dem Hund vorm Abendessen eingefallen. Meine Laune war mal kurz im Keller.

Die abendliche Runde war dann ganz witzig. Trotz des Regens (natürlich musste es regnen) bin ich mit der Thermoskanne mit Umweg zum Wintermarkt. Nicht, weil ich den toll finde, sondern weil es ein Platz ist, an dem abends Lichter an sind und noch was los ist. Sich woanders im Dunkeln mit einer Tasse Kaffee hinstellen, kam mir seltsam vor. Ach ja, es war das erste Mal Coffeeneuring mit koffeinfreiem Kaffee für mich.

Das Ende des diesjährigen Coffeeneuring war diesmal nicht unbedingt ein Highlight. Die ganze Sache hat aber wieder Spaß gemacht.

Die Beiträge finden sich hier unter dem Schlagwort Coffeeneuring2025.
Und die Regeln für Coffeeneuring kann man bei Chasing Mailboxes nachlesen.

Coffeeneuring Challenge 2025, Cup No. 6

Das Bild ist eine Collage aus drei Fotos, die eine Fahrradtour mit Hund und Cafébesuch dokumentieren. Links sieht man einen braunen Hund mit Geschirr, der auf dem Café-Boden liegt; darüber sind Statistiken von Strava eingeblendet: „Coffeeneuring Cup No. 6“, 193 Höhenmeter, 2h 16min Fahrzeit und 34,99 km Distanz. Rechts oben sitzen Menschen in einem Café am Tisch, Getränke und Kuchen sind zu sehen. Rechts unten fährt eine Person mit dem Fahrrad am Ufer eines Kanals entlang, der Hund läuft auf dem grasigen Weg hinterher; im Hintergrund ist ein Schiff auf dem Kanal zu erkennen.

Vor einer Woche bin ich ja alleine durch Nebel und dann auch Regen für einen Kaffee nach Ladenburg. Da das eine gute und interessante Tour war und ich das J. auch zeigen wollte, sind wir heute zusammen dahin geradelt. Es war besseres Wetter, ohne Sonne, aber mit sichtbar blauem Himmel.

Bei der ersten Fahrt habe ich das Stück „Radweg“ in Ladenburg am Neckarkanal gemieden, da da ein Anglerwettbewerb stattfand. Durch den Umweg hatte ich das Café entdeckt. Heute sind wir diesen direkteren „Radweg“ gefahren. Warum ich Anführungszeichen verwende? Einerseits hat das Stück positive Urlaubsgefühle geweckt. In fremden Gegenden fährt man ja öfter mal halbgeeignete Wege. Andererseits ist es ein Hohn, dass ein Stück unbefestigter Trampelpfad, der neben einem Gewässer so eng ist, dass mehrere Entgegenkommende abgestiegen und zur Seite gegangen sind (sehr freundlich!), als Radweg gehandelt und ausgeschildert wird. Erst Radschnellweg, dann normaler Radlangsamweg, dann dies.

Zurück zum Thema Kaffee: Der Cafébesuch war nett. Bevor hier jemand unterzuckert, habe ich Americano, Limo und Kuchen für jeden von uns geordert. Ein schöner Ausflug!

Die Beiträge sammeln sich hier unter dem Schlagwort Coffeeneuring2025.
Und die Regeln für Coffeeneuring kann man bei Chasing Mailboxes nachlesen.