Warum hieß „mein“ Park so seltsam?

Zwei Fotos im Querformat untereinander: Oben eine schwarzweiß Postkarte aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie zeigt Anlagen des Ebertparks, besonders die Fontäne und den Eingangsbereich, dahinter sind die Wohngebäude der Ebertblöcke zu erkennen. Darunter eine aktuell gemachte Aufnahme aus ähnlicher Perspektive. Das Becken des Brunnens ist wegen Winter leer, die Eingangsbebauung besteht nur aus zwei kleinen Häuschen. Bäume verdecken die Ebertblöcke teilweise.Die obere Postkarte, die ich im Internet gefunden habe, hat mein Interesse geweckt. Das untere Foto habe ich im Dezember 2024 selbst gemacht. In schwarzweiß, um die Ähnlichkeit zu fördern. Leider war das mit der Perspektive schwierig und das Becken der Fontäne war wegen Winter leer.

„Mein“ Park ist der Ebertpark in Ludwigshafen, weil er um die Ecke liegt und bei verschiedenen Aktivitäten ein gutes Ziel ist. Beim Sport gerne mittendurch oder mit dem Hund zur Hundewiese und dann halt aussen entlang.

Durch Zufall, na ja, durch Abo eines Hashtags, habe ich bei postcard-from-the-past bei Tumblr eine alte Ansichtskarte vom Ebertpark entdeckt. Interessant fand ich aber weniger das Foto sondern mehr die Beschriftung Hindenburgpark und die Angabe des Straßennamens.

Alle meine Geschichtslehrer würde sich nun freuen, weil mein Interesse geweckt wurde.
Während der Zeit des Nationalsozialismus machte man aus dem 1925 eröffneten Ebertpark also den Hindenburgpark, die Ebertstraße wurde zur Adolf-Hitler-Straße und wie eine ander Postkarte zeigt, nannte man das Wohngebiet nicht mehr Ebert- sondern Hitler-Blöcke. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs änderte man alles wieder zurück.
Ideologie im öffentlichen Raum. Und in meinem Raum.

Wer mehr wissen möchte, wird bei Wikipedia fündig. Viel besser ist aber die Seite des Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasiums, die zudem noch mehr Infos, z.B. über die Ebert- und die Westend-Siedlung, enthält.

In nächster Zeit werde ich dann wohl daran denken, dass hier mal in zerbombter Erde Kohlpflanzen für die Not leidende Bevölkerung angepflanzt wurden, bevor die Blumen zurück kamen. Und dass der Architekt der Eberthalle auch nicht fern jedes Zweifels ist. Da sie erst 1965 gebaut wurde, ist klar, dass man damals leider nicht ganz so aufmerksam war, wie man es heute ist.

Was man alles so lernen kann, wenn man eine alte Postkarte entdeckt.

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert