Radreise „Südost-Schleife“ – Gedanken

Nachdem ich die Einzeletappen beschrieben habe, hier mehr der Teil mit allgemeinen Gedanken.

Wenn mir früher jemand gesagt hätte, ich solle ans Meer oder bis nach Österreich radeln, hätte ich das für unmöglich gehalten. Aber es ist ganz einfach, so weit zu radeln. Teilweise kann es sich schon beschwerlich oder lang und weit anfühlen. Aber jedes Mal wird aus Teilstücken eine erstaunliche Entfernung und „plötzlich“ ist man dort, wo man hinwollte.

Wir sind ein gutes Team. Wir passen aufeinander auf und sind gut darin, in allen widrigen Umständen das Positive zu sehen. Das macht Spaß.

Passend dazu: Wetter ist nicht so wichtig, wie alle Nichtradfahrer denken. Ein Regentag kann schon unangenehm werden. Hitzetage, daran denken Autofahrer selten, auch. Ob das sich das so anfühlt, hängt aber viel am Umgang mit der Situation.
Auch diesmal war es spätestens ab Mittag so heiß (und dies ist leider die Zukunft), dass ich mir sogar als Radfahrer oft Regen als Abkühlung gewünscht habe. In Form von Landregen, was (wenn es überhaupt nass wird) immer mehr in Form von Gewitter eintritt.

Als die Hitze grenzwertig unerträglich war, habe ich J. mehrfach gefragt, ob wir „dies“ die nächsten Jahre auch machen wollen. Trotz allem habe ich immer ein eindeutiges „ja“ vernommen. Wir haben auch ein Verschieben in andere Monate diskutiert, aber da wir nach „heiß“ und „nass“ in der letzten Woche auch „kühl“ hatten, sind wir der Meinung, dass mehrere Wochen „kalt“ auch nicht schön sind.

Wichtiger als Wetter ist, täglich am Vormittag einen Kaffee bei einer Pause zu ergattern. Und gutes Essen, denn das ist nicht nur befriedigend sondern schließlich auch unser Treibstoff.

Da wir nicht alles essen wollen / können, macht dies den Einkauf von Lebensmitteln auf dem Land manchmal etwas schwierig. Weil wir, außer an besonderen und guten Orten mit veganem Angebot in gekochter Form, lieber selbst auf dem Campingplatz kochen, wird einmal täglich eingekauft. Nach unserem System sollte es mindestens ein Edeka sein, ein Rewe hat noch bessere Auswahl für uns. „Darunter“ wird es echt schwierig, ein leckeres Essen zustande zu bringen.

Ich wollte mir eigentlich ein Navigationsgerät fürs Fahrrad leisten, nachdem ich lange überlegt und geforscht hatte. Als ich dann soweit war, war es ausverkauft. Ein Nachfolgemodell sei in Entwicklung. Also habe ich ein ausgemustertes, wassergeschütztes Handy neu aufgesetzt und eigentlich nur die Navigations-App aufgespielt. Wie bereits beschrieben, mag ich kein Google Maps sondern bin Fan von OpenStreetSap. Meine Lieblings-Apps dafür wechseln, auch nach dem Zweck. Diesmal haben wir wieder mit CoMaps navigiert. Braucht selbst wenig Strom und da das Handy keine SIM-Karte und auch sonst keine Verbindung zum Internet hat, reicht eine volle Ladung (eines betagten Smartphones!) für mind. 2 Tage oder 200 km Fahrt. Einziger Nervpunkt ist, dass ich das Handy bei Auftauchen einer „entscheidenden Abzweigung“ erst wecken muss, dann der Standort geortet wird und wenn ich die Route sehe und eine Entscheidung getroffen habe, manchmal schon ein paar Meter falsch gefahren bin. Wegen „always on“ wird es wahrscheinlich doch demnächst ein Radnavi werden.

Die alte GoPro habe ich dieses Mal zu Hause gelassen. Die letzten Reisen hing die immer am Lenker und die Filmschnipsel habe ich in den Wochen nach dem Urlaub dann zusammengeschnitten. Wobei die App mehr ihren Willen durchgesetzt hat als ich. Sonst wird der Zeitaufwand unangenehm. Den gesamten Aufwand habe ich diesmal gescheut, zu dem auch unterwegs GoPro montieren, wegen Diebstahlgefahr abmontieren und auch laden, gehört. Diesmal habe ich eine leichte Kamera mit ausdauerndem Akku mitgenommen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bevor ich an die Blogposts gedacht habe, habe ich ein Fotobuch machen lassen. Von den „anfassbaren Erinnerungen“ haben wir und unsere Kontakte mehr davon.

Campingplätze sind sehr unterschiedlich.
Bei dem Einen bekommt man nur ein fröhliches „kommt doch einfach vorbei“ zurück, wenn man anfragt. Und dann geht es in Stufen immer weiter hoch bis zu den Campingplätzen, bei denen man irgendwo lange in der Pampa stehen muss, weil man mit dem Handy versucht, Ausweisnummern und anderes in ein Formular einzutragen, damit man verbindlich vorbuchen kann.
Beim Strom für Räder und Handy war man überwiegend locker mit frei zugänglichen Steckdosen. Gegen Strom zahlen habe ich nichts. Ein Platz hatte einen freundlichen Tarif von 3 € für Leute mit kleinem Zelt. Andererseits haben wir in Salzburg 7 € Strom pro Nacht bezahlt. Bei eigentlich ebenso frei zugänglichen Steckdosen am Zeltplatz. Die Ladung eine kompletten Fahrradakkus kostet laut Netzrecherche übrigens um die 20 Cent. Für einmal zwei Akkus laden sind 14 € dann schon teuer. Man finanziert halt die Wohnmobilleute mit, die Heizung und Klimaanlage bei offenem Fenster rund um die Uhr laufen haben.

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