Radreise „Südost-Schleife“ – die Etappen

Wie in den letzten Jahren, 4 Wochen frei und ein Ziel musste her. Den Nordosten und -westen hatten wir bereits ausreichend, auch bei Reisen, die nicht hier im Blog beschrieben wurden.
Also doch mal Richtung Berge. Mit dem Nachteil äh… Berge (steil) und dem Vorteil, Berge (schön) und Verwandtschaft zu besuchen.

Gesamtkilometer laut Vorabplanung mit cycle.travel: 1.489 km. Dann fährt man ja nicht immer nach Route, fast immer einige Ecken weiter, das sagen dann die Trackingwerte von Strava aus. Oder einfach laut J.’s Tacho, der am Ende 1.655 km anzeigte. Das nehme ich einfach als Ergebnis, weil ich dann nichts addieren muss.

Sollte jemand Interesse an der detaillierten Tourplanung haben, dann hier entlang.

  • Samstag, 08.08. (Tag 1): Route Ludwigshafen – Dilsberg (Plan: 49 km, 90 Höhenmeter, Strava: 41,4 km, 119 HM); Übernachtung: camping-dilsberg.de
    Hundeleute gehen erstmal eine Runde mit dem Hund, bevor es los geht. Wir treffen E. & T. in Heidelberg und gehen gemeinsam essen. Dann die letzten 15 Kilometer bis zum Campingplatz. Es ist grenzwertig warm, aber die Stimmung ist gut und wir kochen gutes Abendessen. Leider habe ich den Schlüssel zum Abnehmen des Akkus an meinem Lastenrad zuhause vergessen. Brauche ich zuhause nie, wäre für die begrenzten Lademöglichkeiten unterwegs schon notwendig gewesen. J. versorgt mich mit Szenarien, die alle „nachhause fahren“ beinhalten. Ich nehme Werkzeug, finde die Stelle, an der der Akku in die Halterung einklickt und bekomme ihn ab. Den Rest der Reise werde ich den Akku, liegt waagrecht und tlw. unter Gepäck, nicht vollständig auf die Halteschiene aufschieben.
  • Sonntag, 09.08. (Tag 2): Route Dilsberg – Oedheim (Plan: 53 km, 260 HM, Strava: 46,4 km, 212 HM, wobei ich einmal beim Start des Trackings geschlafen habe); Übernachtung: sperrfechter-freizeit.de
    Zu viert nur zurück bis Neckargemünd, dann geht es richtig los. 35 Grad, zu heiß. Kaffee in Mauer, Salat im Schatten in Bad Rappenau. Die „Zeltwiese“ ist eine kleine staubige Fläche mit betonhartem Boden. Alles, was man abstellt, wird staubig braun. Wir müssen uns einen Hammer leihen, da Windböen im Anmarsch sind. Leihen geht einfach, weil wir von Wohnmobilmenschen umringt sind, die „alles und mehr“ dabei haben. Laut Wetter-App soll es für eine halbe Stunde regnen. Es gibt dann nur 5 Tropfen, nichts wird nass und eine Abkühlung bleibt aus. Kleines Abendessen, weil wir wenig Hunger haben. Mehrere Liter Wasser getrunken, ohne dass der Körper davon etwas wieder hergeben will. Der Hund steht im Zelt und hechelt, weil es zu warm ist. Einschlafen fällt schwer. Nachts müssen wir dann doch eine Restmenge Wasser wegbringen.
  • Montag, 10.08. (Tag 3): Route Oedheim – Braunsbach (Plan: 63 km, 170 HM, Strava: 65,7 km, 270 HM); Übernachtung: camping-braunsbach.de
    Kaffeepause in Neuenstadt inklusive kontaktsuchendem Lokalschwaben. Wir fahren im Tal der Kocher. Rast beim Scheunenbäcker in Forchtenberg. Erstes Gefühl, dass wir hier schon einmal geradelt sind. Essen kaufen in Künzelsau direkt am Weg. War ich da nicht mal nebenan beim Baumarkt Spiritus kaufen? J. sagt beständig nein und sie kann sich die Orte ja besser merken als ich. Kurz vorm Campingplatz in Braunsbach bin ich mir sicher und sage „Wenn das der Platz ist, auf dem das Bully Treffen war, dann musst du zugeben, dass ich Recht habe.“ Sie sagt, dass sie das jetzt auch glaubt. Der Computer des Campingplatzes kennt uns. Wir belegen einen Schattenplatz und springen erstmal in die Kocher. Herzlich kalt. Zeltaufbau, duschen, kaltes Radler, kochen und Bier dazu. Alle satt und zufrieden.
  • Dienstag, 11.08. (Tag 4): Route Braunsbach – Gunzenhausen (Plan: 96 km, 680 HM, Strava: 100,4 km, 631 HM); Übernachtung: https://www.camping-herzog.de
    Kurz vor 7 Uhr wach und auf den Wecker warten. Nach ein paar Kilometern warmfahren geht es steil bergauf. Ca. 190 Höhenmeter, aber richtig steil und am Stück. Ich will aufgeben, fahre aber doch fast bis oben. Eine Herausforderung für Beine, Herz, Akku und Kopf. Wir essen im Bioladen-Café in Crailsheim. Die haben zwar nichts für uns an der Theke, aber wir sollen Dinge im Laden kaufen, die sie dann auf Geschirr anrichten. Kombucha, veg. Chilliwurst, Hummus, Tomaten, Brötchen. Sehr gute Rast auf schattigen Biergartenmöbeln. Irgendwann erkenne ich, dass der Strom im Rad nicht reichen wird. Noch 38 hügelige Kilometer. Berg runter rekuperieren, so gut das geht. Mein Rad kann das, aber es bremst halt sehr und viel weiter kommt man mit der gewonnenen Ladung nicht. Also schon früh viele Kilometer ohne Motor strampeln, wenn es flach ist. Sparen, um nicht irgendeine letzte Höhe vorm Platz schieben zu müssen. Anstrengend, aber es reicht gerade so. Die Zeltwiese ist so lala, aber die Sanitäranlagen sind super. Ich packe die Akkus von zwei Rädern in einen Ladeschrank, der von der Abendsonne beschienen wird. Schlechte Idee, weil mein Akku wegen der Hitze im Schrank abschaltet. Also doch getrennt, jeweils ein Akku pro Schrank. Zwei Bikepacker sinnieren lange über „das Setting“, die beste Art, Dinge in winzigen Taschen ans Rennrad zu bringen. Wir haben zwar wenige Sachen, aber eine Stahlgrillplatte dabei…
  • Mittwoch, 12.08. (Tag 5): Route Gunzenhausen – Kratzmühle (Plan: 75 km, 320 HM, Strava: 72,7 km, 289 HM); Übernachtung: kratzmuehle.de
    Der eine Bikepacker packt morgens bestimmt eine halbe Stunde vorm Sanitärgebäude seine sieben Sachen in sein „Setting“. Zuerst geht es an zwei Seen entlang, alles sehr touristisch. Statt hier Kaffee zu trinken, setzen wir auf einen Dorfladen weiter weg. Der Laden ist nicht so toll, aber Kaffee und Pfefferringe sind gut. Besonders, wenn man mitgebrachte Landjäger rein legt. Nach ca. 20 Kilometer kehren wir nochmal bei einer Bäckerei vor einem Supermarkt ein. Dann gleich Einkauf dort, Proviant für Abend und Frühstück. Auf dem Campingplatz angekommen, sitzen wir erst einmal im Schatten. Dann Zeltaufbau in der inzwischen erträglicheren Sonne. Duschen. Danach kommt der Schatten schön über unser Plätzchen.
  • Donnerstag, 13.08. (Tag 6): Route Kratzmühle – Regensburg (Plan: 80 km, 180 HM, Strava: 84,3 km, 106 HM); Übernachtung: azur-camping.com/regensburg
    Erster Halt in Dietfurt. Die Dietfurter haben den Spitznamen „Chinesen“, weil sie sich mal vorm Steuereintreiber hinter der großen Stadtmauer verschanzt hatten. Jetzt gibt es jährlich einen chinesischen Umzug, eine Städtepartnerschaft mit Nanjing und ein Café Bay-Chi, wegen Bayern Chinesen. J. trinkt dort einen Gewürztee mit u.a. Zimt, Hafermilch plus Espresso. Schmeckt ihr. Schönes kleines Städtchen. In Riedenburg fahren wir zur Brauerei. Der Biergarten macht erst um 16 Uhr auf, aber es gibt alle Biere gekühlt bei einer Art Empfangsmensch zum Bürogebäude zu kaufen. Drei leckere Biere ohne Alkohol geteilt und unter Kastanien im fast leeren Biergarten gechillt. In Kelheim rollen wir extra zu einem Bioladen, der aber leider nicht mehr existiert. Open Street Map habe ich gleich geändert, damit nicht noch mehr Leute unnütze Umwege fahren. Den Restweg überleben wir mit Obst und Riegeln. Wir haben beide Schmerzen im Po, so dass wir uns auf den morgigen Ruhetag freuen. Die Räder sind weiß gepudert, weil man hier Wege aus Kalksteinsplitt macht. Der Campingplatz ist okay für zwei Nächte. Es gibt Schatten. Abendessen bei der Goldenen Kaper. J. ist so müde, dass die Bedienung vorsichtige Witze macht. Sehr lecker und sehr nett.
  • Freitag, 14.08. (Tag 7): Ruhetag in Regensburg
    Langsamer Vormittag. Muss erst zum Supermarkt, Joghurt usw. fürs Frühstück holen. Alles zum Laden an den Strom hängen. J. schreibt. Dann in die Stadt. Ein Eis bei Stenz. Ersatz für die zerfallenden Schuhe von J. suchen. Nicht einfach, aber sie findet ein gefallendes Paar. Dann findet sie auch ungesuchtes, noch einen Rock und ein Kleid in einer Boutique. Der geplante Terrassenbesuch beim Katzentempel muss wegen glühender Sonne auf der Terrasse entfallen. J. kauft Sandwiches und Salat und wir essen lieber auf einer Parkbank. Kaffee beim Milchschwammerl. Am Dom vorbei zur steinernen Brücke. Im Schatten daneben ist es angenehmer als auf der Brücke und die Brücke selbst sieht auch besser aus. Wir schauen auf die Donau und bleiben solange bis es Zeit fürs Abendessen ist. Nochmal zur Goldenen Kaper. Sommersalat bzw. Gyros mit Tzatziki und Krautsalat. Ich trinke einen Liter alkoholfreies Helles. Die Temperaturen werden zum Sonnenuntergang angenehm.
  • Samstag, 15.08. (Tag 8): Route Regensburg – Straubing (Plan: 51 km, 40 HM Strava: 54,6 km, 57 HM); Übernachtung: campingplatzstraubing.de
    Kurze Etappe von Regensburg nach Straubing. Zu heiß. Und es ist in 83% von Bayern katholischer Feiertag, also überall hier. Was uns erst beim Frühstück einfällt. Brötchen für unterwegs holen wir also bei einer Tankstelle. Pause und Picknick auf einem Spielplatz unter Apfelbäumen, da der Zugang zum Wasser der Donau hier nirgends klappt. Keine Badebuchten wie in Regensburg, nur Damm und schwierig. Kaffeeversorgung klappt in Wörth a.d. Donau in einem Eiscafé. Plus Himbeer- und Gurke-Minze-Eis. 6 Kilometer vor dem Ziel setzen wir uns auf eine Bank in den Schatten. Wir sind zu früh dran. Ein Bayer leistet uns Gesellschaft und trinkt ein Wegbier zum Durstlöschen. Er fährt zu Freunden, 40 km weit, um Bier zu trinken. Und abends geht er aufs Gäubodenfest in Straubing, um die 5 Biermarken, die er hat, zu vertrinken. Wir sind definitiv in Bayern, wo auch heutzutage Bier scheinbar noch Grundnahrungsmittel und isotonisches Getränk ist. Der Campingplatz ist nicht überfüllt, aber alle machen sich zurecht, kommen mit Lederhosen oder Dirndl aus dem Sanitärgebäude und ziehen dann zum Gäubodenfest. Wir gehen nach dem Duschen nur in die Stadt, nicht aufs Fest. Es gibt ein Hans im Glück und das löst unser Feiertagsversorgungsproblem.
  • Sonntag, 16.08. (Tag 9): Ruhetag in Straubing
    Ruhiger Vormittag. Musste Brötchen bei der Tankstelle holen. Nach 12 Uhr starten wir zur Verwandtschaft, zu B. & H. Die Beiden freuen sich scheinbar wirklich, dass wir vorbeikommen. Natürlich viel Gerede über den Rest der Verwandtschaft. Wir gehen gegen 17 Uhr und essen in der Stadtmitte beim Asiaten. Verwandte „vegan“ in Aufruhr bringen, wollten wir nicht. Wir treffen auf dem Campingplatz einen Norweger, der in 16 Tagen die 1.800 km bis Straubing geradelt ist.
  • Montag, 17.08. (Tag 10): Route Straubing – Deggendorf (Plan: 37 km, 40 HM, Strava: 40,3 km, 22 HM); Übernachtung: donaustrandhaus.de
    J. geht mit Hund, ich radle ans andere Ende der Altstadt von Straubing zum Supermarkt, Frühstück und gleich Abendessen besorgen. Ruhiger Aufbruch, weil heute kurze Tour nach Deggendorf. Der Campingplatz begrüßt uns mit Nieselregen. Der Platz ist sehr einfach, hat aber alles, was wir brauchen und ist günstig. Am Anfang sind wir fast alleine, dann wird es auf der einzigen Zeltwiese sehr voll. Ein Hundeplatz ist um die Ecke, was praktisch ist. Wir reden mal wieder mit einem Outsider, Ex-Alkoholiker, fatal lungenkrank. Sein Hund hält ihn aufrecht. Morgen soll es regnen…
  • Dienstag, 18.08. (Tag 11): Route Deggendorf – Passau (Plan: 59 km, 80 HM, Strava: 65 km, 79 HM); Übernachtung: zeltplatz-passau.de
    Und es regnet. Frühstück im Zelt, packen bei Nieselregen, losfahren bei richtigem Regen. Es regnet mindesten 80 % des Weges und dann noch zwei Stunden nach Ankunft. Wir kriegen Kaffee in einer Bäckerei in einem Baumarkt und dürfen ausnahmsweise mit Hund rein. In Vilshofen rollen wir rein und essen Pommes beim Türken. J.: „Besser, als McDonalds zu unterstützen“. Der Zeltplatz in Passau ist super gechillt. Nach dem Duschen habe ich das erste Mal seit Stunden trockene Hände und Füße. Wir essen einen Snack aus der Packtasche. Der Regen hört auf, wir bauen das Zelt auf und gehen in die Altstadt. Abendessen bei Safi, einem syrischen Restaurant, weil es dort veganes Essen gibt. J. will den Zusammenfluss von Donau und Inn mit dem verschiedenen Wasserfarben sehen, gibt aber bei schwindendem Licht vorher auf. Wir drehen ab und gehen bei erneutem Nieselregen zum Zeltplatz. Morgen sollte es auch durchregnen, aber die Wetterapp zeigt nun einen ganz guten Tag an. Hoffe, dass das so bleibt.
  • Mittwoch, 19.08. (Tag 12): Route Passau – Ottensheim (Plan: 87 km, 310 HM, Strava: 90,6 km, 181 HM); Übernachtung: hofmuehle.at
    Es hat nachts heftig geregnet. Im Hang hinterm Zelt ist lautstark ein Ast abgebrochen. Nix passiert. Wir schlafen nochmal ein, weil der DWD anzeigt, dass es bis 08:20 Uhr regnen wird. Frühstück im Zelt und packen. Die Wiese ist voller Pfützen. Aber immerhin Gras und kein Matsch. Wir entscheiden, gleich in Passau zu proviantieren. Im Bioladen, der sich als Reformhaus entpuppt, gibt es keinen Sojajoghurt. Also weiter zum Supermarkt. Sehr gut dort, fast schon schade, dass wir so wenig brauchen. Dann geht es los. J. ist ein wenig gespannt, weil es schon so spät, 11 Uhr, ist. Der folgende Weg bis Österreich ist gut. Wir kriegen Kaffee auf einer Terrasse in einem der letzten deutschen Orte. Ein Töpferladen hat schöne Tassen. Bin ehrlicherweise froh, dass er wegen Mittag schließt. Über Tassentransport muss nicht nachgedacht werden.  Ab Österreich wird der Weg sehenswert. Hier ist der Donauradweg nicht nur ein Schild an einem mittelguten Radweg. Hier ist rechts der Hang mit Wald, links eine Balustrade mit breiter, türkisfarbener Donau und nur noch das andere Ufer mit Bergen und Wald. Lange Zeit nur der Donauradweg als Weg, sonst nichts. Das schönste Teilstück dieser Fahrt. In Ottensheim checken wir für zwei Nächte ein. Dann können wir morgen Linz anschauen und abends zurückkehren. Der Campingplatz in Linz war mir zu nah an Autobahn und Uferpromenade. Dann ist dieses Stück Grün idyllischer. Einzig die Landstraße ist zu laut. Wird sich nachts wohl zum Besseren regeln. Wir werfen nach dem Duschen eine Waschmaschine an. Weil wir können und lieber heute Abend, weil es morgen ab Mittag regnen soll. Bis dahin ist die Wäsche trocken oder zumindest im Zelt hantierbar. Tortellini mit angebratenem Tempeh und Paprikapesto, Schokolade und Tee. Wir haben unseren eigenen Tisch unter einem Baum. Was will man nach einer Fahrt von über 90 km mehr?
  • Donnerstag, 20.08. (Tag 13): Ruhetag in Linz (Strava 23,7 km, 39 HM)
    Nachts Gewitter und es hörte sich so an als ob die Feuerwehr auf unser Zelt spritzt. Die Wäsche ist also wieder nass. Nochmal unterm Dach vom Aufenthaltsraum aufhängen. Ruhetag in Linz, 11 km bis zur Stadt. Der Hauptplatz liegt gefühlt zu 100% in der Sonne. Wir biegen gleich in die Altstadt ab, spielen Tourist und essen vegane Linzertorte bei Jindrak. Die haben die Torte mal erfunden, aber J. sagt, dass sie „falsch“ aussieht. Sie wird zum Kaffee in der Folie serviert. Wahrscheinlich, damit sie die normalen, nicht veganen Stücke nicht kontaminiert. Leider ein wenig trocken. Nach nur einem Modegeschäft gehen wir in den Hessenpark und rufen E. an, die von J. Strickhilfe erhält. Danach zu Schadzi. Vorne sieht es nicht sehr einladend aus, hinten gibt es einen ruhigen und idyllischen Gastgarten. Schmeckt sehr gut in dieser Oase. Empfehlenswert. Dann zur alten Tabakfabrik zu Vresh. J. kauft drei Oberteile. Sehr schön. Ich kaufe nichts, weil ich von meinen 4 T-Shirts wahrscheinlich nur 2 auf dieser Radtour brauchen werde. Es ist sowieso wichtiger, dass J. Teile in kleiner Größe anprobieren und dann kaufen kann. Ich fahre zu Denn’s, während J. mit dem Hund auf dem Rasen in der Tabakfabrik wartet. Dann radeln wir die 11 Kilometer zurück zum Campingplatz und machen heute nur Suppe warm. Mit Brötchen und dem Rest der Knobi-Mayo. Also doch wieder lecker.
  • Freitag, 21.08. (Tag 14): Route Ottensheim – Traunkirchen (Plan: 96 km, 420 HM, Strava: 98,5 km, 429 HM); Übernachtung: strandcamping-traunkirchen.com
    Der als komplett verregnet angekündigte Tag ist angenehm trocken und gerade richtig warm. Vielleicht etwas zu schwül. Wir fahren nochmal den Weg vom Campingplatz nach Linz, dann ziemlich viel durch Linz. Irgendwann geht es angenehm ruhig und flach an der Traun entlang. Ich sehe eine Bäckerei, also Kaffee, auf der Karte in St. Martin. Leider ist das eine Balkanbäckerei mit seltsamen Backwerk. Wir essen trotz viel Gerede über „keine Milch“ etwas, was zwar evtl. keine Butter enthält, aber mit Käsestreifen überbacken ist. Aber der Kaffee ist gut. Im Nachbarort gibt es einen Bioladen. Leider zu spät auf der Karte gesehen, aber jetzt dorthin. Ich kaufe gute Sachen für die Mittagsrast. Diese machen wir am Traunufer in Wels. Gegen Ende der langen Tour kommen die Höhenmeter. Dann geht es runter nach Gmunden und am Ufer des Traunsees entlang zum Campingplatz. Dieser ist von einem Bulut übernommen worden. Die Homepage ist wohl noch vom Vorbesitzer. Das bedeutet „wir lesen keine Mails“, es gibt trotz Onlinespeisekarte nichts zu essen, überall blanke Kabel, kaputte Dinge, abgebrochene Haken in der Dusche, auseinanderfallende Armaturen. Positiv: Wir schwimmen im See mit großartiger Bergkulisse. Die Duschen sind heiß. Und dann kommt ein Unwetter. So heftig, dass bei einem Zelt die äußere Plane wegfliegt und es in das Zelt auf die Sachen schüttet. Unser Zelt hält Sturm und Wolkenbruch stand. Wir sitzen unter einem Dach, beruhigen den donnerängstlichen Hund, kochen und haben einen Logenplatz für den Weltuntergang. Um 21 Uhr ist der Spuk vorbei. Ich liebe meinen Schlafsack. Und J. Es gibt keinen angenehmeren Reisepartner. Das sollte auch mal gesagt werden.
  • Samstag, 22.08. (Tag 15): Traunkirchen – Salzburg (Plan: 82 km, 540 HM, Strava: 83 km, 407 HM); Übernachtung: camping-nord-sam.com
    Das Zelt ist nass, aber die Welt wird heute fast trocken bleiben. Das erste Stück geht am Ufer des Traunsees entlang. An einem Stück fahren die Autos durch einen neuen Tunnel und wir Radler können ohne Lärm die alte Straße am Wasser nehmen. In Ebensee suchen wir vergeblich nach dem Gemüsehändler. Da fast direkt daneben ein neuer Spar aufgemacht hat, hat er wohl aufgegeben. Dafür ist für Bäckerei aber da, wo sie sein soll. Wir trinken mal wieder Kaffee auf den Stufen davor, weil man mit Hund nicht rein darf. Mir macht das nix, geht schnell und der Kaffee ist gut. Nach ca. 20 km an der Traun entlang geht es den Berg hoch. Vor dem „Talwechsel“ und den für heute angesagten 540 Höhenmetern hatte ich ein wenig Bammel. Geht aber erstaunlich einfach. Ein Waldweg führt an klaren Gebirgsbächen entlang. Picknickpause. Der Attersee ist wie mit leuchtender Tinte in türkis gefüllt. Ab dem Mondsee bin ich müde. Ein alkoholfreies Bier in einem Gastgarten unter der Drachenwand. Viele Kletterer kehren hier ein. Ich zähle die Kilometer runter. Einkauf, auch für den morgigen Sonntag. Der Campingplatz ist ziemlich voll, wie immer in Großstädten. Wir duschen nacheinander. Ich werfe dir Grillplatte an, weil Joanna „alle“ ist. Sie hat mit B. telefoniert und erfahren, dass A. gefallen ist und operiert wurde. Dies und die Müdigkeit (180 km an 2 Tagen geradelt) drückt auf ihre Stimmung.
  • Sonntag, 23.08. (Tag 16): Ruhetagin Salzburg
    Optimaler Tag. Nach dem Frühstück mit den Rädern in die Stadt. Café Alchemy, AeroPress Kaffee, dann Filterkaffee aus Peru, Kenia und Indien, dazu veganer Karottenkuchen. Tolles Ambiente und Atmosphäre zum Genießen. Bummel durch die Stadt. Viel schönes und viel interessantes. Die Salzburger Festspiele laufen und sehr viele gut gekleidete Besucher strömen aus dem Festspielhaus. Wir essen mexikanisch zu Mittag und sitzen abseits des Touristenhauptstroms sehr gemütlich im Schatten. Ein Eis gleich nebenan. Mit der Standseilbahn auf die Festung hoch. Die Fahrt ist kurz, die Aussicht gewaltig. Wir laufen einmal alles ab und setzen uns dann in den Schatten unter einen Baum auf einer Terrasse mit Aussicht. Ich höre Hörbuch, J. liest und der Hund schläft. Immer wieder beobachten wir gerne die Touristen aus vielen Ländern. Mit den Rädern zu Lazarte, einem peruanischen Restaurant mit Terrasse und einem sehr guten veg. Gericht mit Tofu. Die Chillisauce ist richtig scharf. Meine Nase läuft und die Lippen brennen. Aber alles sehr gut. Ein insgesamt gelungener, erholsamer und angenehmer Tag!
  • Montag, 24.08. (Tag 17): Route Salzburg – Oberwössen (Plan: 65 km, 440 HM, Strava 66,1 km, 468 HM); Übernachtung: camping-litzelau.de
    Abfahrt von Salzburg. An der Grenze kontrollieren die Deutschen die Autos auf der Brücke über die Salzach nach Deutschland. Wir fahren mit den Rädern über die direkt danebenliegende Staumauer. Interessiert niemanden. Kaffee und Brötchen bunkern in Freilassing. Vor Siegsdorf weiche ich versehentlich von der Route ab. Dadurch finden wir eine Picknickbank mit Aussicht. In Bad Adelholzen besuchen wir das Besucherzentrum von Adelholzener. Hauptsächlich wollen wir die Toilette benutzen, bekommen dazu noch Aufmerksamkeitn und zwei Flaschen Getränke geschenkt. Heute gab es ein paar anstrengende Steigungen, ab Adelholzener geht es nun stetig bergab. Einkaufen in Marquartstein. Dann nochmal hoch von Unterwössen nach Litzelau zum Campingplatz. Schöner Platz und bestes Sanitärgebäude dieser Reise. J. geht kurz zum Baden in den Wössener Bach, direkt vor der Zeltwiese. Duschen, kochen, lecker essen. Tüte Chips als Bonus, Hundespaziergang, schon dunkel, 21:20 in den Schlafsack.
  • Dienstag, 25.08. (Tag 18): Ruhetag Verwandtschaft (Strava: 24,8 km, 136 HM)
    Regentag. Frühstücken geht noch draußen. Hundespaziergang durch den angrenzenden Wald mit leichtem Regen. Abfahrt schon mit ein wenig mehr Regen. Kurze Hosen und Regenjacke, Wechselhose dabei, damit bei B. und W. ein wenig mehr Form gehalten wird. J. besucht vorher noch den Friedhof in Grassau. Das Grab von K. findet sie, die von Oma und Tante nicht. Falafel beim Ortstürken, Grundlage schaffen, um der Verwandtschaft keine Mühe zu machen. Alt sind sie geworden, aber sie freuen sich sehr über den Besuch. Kaffee und Kuchen und Austausch von Geschichten. I. hatte einen Schlaganfall? Abfahrt wieder im Regen, Halt beim Sportladen für eine Gaskartusche und beim Supermarkt für Proviant. Auf dem Campingplatz hört es endlich mit dem Regen auf. Wir gehen in die Gaststätte zum Abendessen. Die vegane Bratwurst ist eine Speisekartenleiche, die gestern mündlich als Alternative angegebenen Knödel sind gar nicht vegan. Wir essen riesige Salatteller und Pommes dazu. Nicht optimal, aber gut und dann pappsatt. Morgen soll das Wetter noch kühl, aber trocken sein.
  • Mittwoch, 26.08. (Tag 19): Route Oberwössen – Egerbach (Plan: 66 km, 520 HM, Strava: 72,5 km, 564 HM); Übernachtung:  camping-maier.com
    Nachts um 1 Uhr sind die zwei jungen Leute auf die Idee gekommen, zu packen und mit den Auto abzureisen. Der Hund hat meinen Schlafsack geentert, was die Bewegungsfreiheit sehr einschränkte. Na ja, schwierige und kurze Nacht mit ein wenig zu wenig Schlaf. Abreise und zu A. und E. Ja, auch die erscheinen alt und gebrechlich. Sie freuen sich wohl, dass wir vorbeigekommen sind. Das ist manchmal schwer zu spüren. Wie immer erzählen diese Verwandte Dinge von und über andere Verwandte. Nach einer Tasse Kaffee geht es weiter. Es hat auch aufgehört zu regnen. Es geht über Kössen, St. Johann und Ellmau (der Bergdoktor lockt Massen von Menschen an!) um den wilden Kaiser zum Campingplatz. Obwohl wir den Vormittag mit Verwandtschaft verbracht haben, kommen wir noch so an, dass der Ablauf nicht stressig wird.
  • Donnerstag, 27.08. (Tag 20): Route Egerbach – Schliersee (Plan: 64 km, 590 HM, Strava: 65 km, 584 HM), Übernachtung: camping-schliersee.de
    33 km erst runter, dann geradeaus am Inn entlang. Dann 33 km die Berge hoch und runter. So viel hoch, dass wir zweimal mit Schiebehilfe schieben müssen, weil Beine plus Motor zu schwach waren. Nur 580 Höhenmeter für die gesamte Fahrt, aber halt alles kurz vorm Ziel. J. geht zum Supermarkt in Schliersee und kauft Bratbares für Pitas. Der Campingplatz ist sehr voll. Duschen, J. geht vorher kurz in den See. Dann machen wir das bestimmt leckerste Essen auf der Zeltwiese. Okay, keine wirkliche Konkurrenz, wir treten gegen Kaufpizza und Cup Noodles an.
  • Freitag, 28.08. (Tag 21): Route Schliersee – Wolfratshausen (Plan: 58 km, 250 HM , Strava: 60,3 km, 276 HM)Übernachtung: https://www.campingbayern.de/
    Aufbruch vom vollen Campingplatz. Kurze Tour heute, 60 km. Es gibt eine fiese Steigung auf dem Weg, insgesamt einige Höhenmeter hoch, aber auch viele runter. Gelungene Kaffeepause. Großer und guter Kaffee im Schatten und dazu ein belegtes Brötchen mit Hummus. In Bayern! Die Mittagsbrötchen schmieren wir uns auf einen Waldweg neben der Landstraße. Kein guter Platz, aber gute Brötchen. Nördlich von uns zieht ein starkes Gewitter vorbei, hier weht es uns in Böen fast vom Rad. Ein Biergarten mit einem Radler kommt gerade recht. Am Zielort gibt es einen Bioladen, proviantieren. Auf den Campingplatz ist die Rezeption noch zu, aber wir wissen unseren Platz und können aufbauen und duschen. Dann beginnt das Gewitter. Wir ruhen eine Stunde im Zelt. Der Hund zittert davon eine halbe Stunde, weil es donnert. J. checkt ein und kommt mit zwei alkoholfreien Bieren zurück. Wir kochen, essen, gehen mit dem Hund., bevor es wieder zu regnen anfängt. Chips im Zelt. Guter Tag!
  • Samstag, 29.08. (Tag 22): Route Wolfratshausen – Augsburg (Plan: 91 km, 320 HM, Strava: 91,3 km, 395 HM); Übernachtung: hotel-einsmehr.de
    Zwei schlechte Dinge: Lewis Tupperdose mit einem Rest Futter, die über Nacht vorm Zelt stand, ist weg. Die Befürchtung, dass der Verlust dieser historischen Dose große Gefühle bei J. erzeugt, ist zum Glück nicht so eingetreten. Das Rätsel wiegt schwerer. Kaum zu glauben, dass dies ein Mensch in der Regennacht mitgenommen hat. Auch schwer zu glauben, dass eine Katze o.ä. die Dose mitgenommen haben soll. Und ich Doofie habe mir beim Frühstück so auf die Zunge gebissen, dass es geblutet hat. Der restlich Tag und die Fahrt waren gut. Kaffeepause mit Brotstangen war nett. Bei der Mittagspause auf einer Bank außerhalb eines Dorfes, unter dem Blick eines Jesus, gut gegessen. Und bei Sonne und Wind das klatschnasse Zelt ausgebreitet und sehr schnell getrocknet. In Augsburg Hundefutter und eine Ersatzschüssel mit Deckel nachkaufen. Weiter zu Rübenrot, einem veganen Restaurant in der ehemaligen Eisenbahnersiedlung. Wir sind 20 Minuten zu früh, was für einen guten Verlauf der langen Fahrt spricht. Und gut, dass wir reserviert hatten. Mehrere Leute werden weggeschickt. Sehr gutes Essen. Wir gönnen uns Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch. Dann noch ein paar Kilometer zum Hotel EinsMehr. Da waren wir schon einmal, ist empfehlenswert. Hier bleiben wir 2 Nächte und machen unseren letzten Ruhetag vor zuhause. Campingplatz wäre auch gegangen, aber man gönnt sich ja sonst nix.
  • Sonntag, 30.08. (Tag 23): Ruhetag in Augsburg
    Hotelfrühstück. Leider gibt es an veganen Sachen nur noch Marmelade, Salatgurken und ein Gläschen mit drei Fingerhüten Hummus. Man macht schnell gebratene Zucchini und Champignons. Schmecken erstaunlich gut, aber das ist keine Nahrung für Leute, die sich viel bewegen. Mhm. Wir fahren mit dem Rädern in den Stadtwald, schauen kurz eine Wasseranlage an, auf die die Augsburger zurecht stolz sind, und landen dann am Eiskanal und am Kajakverein. Wir schauen lange den Kajakfahrern zu. Zuerst einer Anfängerin mit Trainer, dann den ganz Wilden im starken Wasser. Macht bestimmt Spaß. Dann essen wir NoWuSa (keine Wurstsalat) und veg. Currywurst beim Parkhäusle. Klingt wie ein schwäbisches Parkhaus, ist aber ein Biergarten im Wald. Fühlt sich wie Urlaub im Urlaub an. Weil das veg. Restaurant Dill sich weder anrufen lässt, noch nach Aufnahme auf dem AB Reaktion zeigt, gehen wir zu Dreizehn in der Innenstadt. Nett, gut und von der Menge ausreichend, da wir ja spät im Biergarten waren. Zurück zum Hotel.
  • Montag, 31.08. (Tag 24): Route Augsburg – Utzmemmingen (Plan: 77 km, 280 HM, Strava: 75,9 km, 452 HM); Übernachtung: ringlesmuehle.de
    Hotelfrühstück, packen, Abfahrt bei kühlem und sonnigem Wetter. Halt beim Bioladen, bereits in der nächsten Stadt, da wir in eine Gegend fahren, in der es wenig bis gar keine Läden gibt. Großteils flach, Nördlinger Ries,  wo ein Asteroid mal im Durchmesser von 20 km Platz gemacht hat. Wir trinken Kaffee vor einem Dorfladen. Danach lange keine Toilette, kein Geschäft, keine offene Gaststätte oder Café. Nach vielen Kilometern hilft ein offenes Baustellen-Dixie-Klo. Campingplatz ist ziemlich leer, schön grün, gute Dusche. Gnocchi mit Tomaten, Tempeh und Pesto Rosso. Alles auf der Grillplatte gemacht. Trotz nur kleiner Variationen schmeckt dies jedes Mal und macht zufrieden. Runde mit Hund um einen Angelteich.
  • Dienstag, 01.09. (Tag 25): Route Utzmemmingen – Fornsbach (Plan: 79 km, 510 HM, Strava: 78,5 km, 328 HM); Übernachtung: camping-waldsee-murrhardt.de
    Jetzt fühlt es sich definitiv als Rückweg an. Die Radfahrt ist eigentlich gut. Das viele rechts und links und die Abfolge recht einödiger Orte machen die letzten Kilometer leicht anstrengend. Campingplatz für 20 € Gesamtkosten, ein gutes Abendessen und ein Anruf von E. rücken vieles wieder zurecht.
  • Mittwoch, 02.09. (Tag 26): Route Fornsbach  – Knittlingen Freudenstein (Plan: 85 km, 570 HM, Strava: 83 km, 479 HM); Übernachtung: strombergcamping.de
    Am Morgen ist alles nass oder mindestens klamm. Wir fahren los und nach ca. 14 km sind wir in Sulzbach am Neckar. Essen bunkern und Café mit Toilette. Heute ist wieder Wandertag. Ein Stück ausgeschilderter Radweg ist so steil, dass Motor plus Muskeln nicht reichen. Selbst die Schiebehilfe kämpft. Oben angekommen machen wir Brotzeit, dann kann auch das Hemd wieder trocknen. In Bietigheim machen wir nochmal Rast. Es gibt ein Bürgercafé mit günstigen Preisen und guter Stimmung. Laut Wikipedia ist Bietigheim die reichste Stadt Baden-Württembergs, keine Verschuldung. Wenn man die Kunst in der Altstadt sieht, kann man das glauben. Für die letzten 28 km (der insgesamt 83 km) zähle ich diese. Obwohl ich heute gut gestrampelt habe, komme ich mit leeren Akku am Campingplatz an. Der Motor leistet noch ein wenig was, aber weit weg von der üblichen Power. Duschen, gutes Abendessen. Im Automat gibt es genau ein veganes Magnum als vorderstes Eis in einer Reihe normaler Magnums. Wir teilen. Zwei Erwachsene, die sich über ein geteiltes Eis freuen können.
  • Donnerstag, 03.09. (Tag 27): Route Knittlingen Freudenstein – Zuhause (Plan: 75 km, 110 HM, Strava: 79,2 km, 201 HM); Übernachtung: Zuhause
    Morgens haben wir Glück, dass das Zelt trocken ist. Das war seit Schliersee nicht mehr so. Nass packen macht eigentlich nicht viel, aber packen ohne Extraaktion ist schön. Die erste Kreuzung nach der Campingplatzausfahrt nehme ich gleich falsch. Nach ein paar hundert Metern freudig die Straße runter rollen, kämpfen wir uns wieder hoch, weil wir nur über den unasphaltierten Weg dorthin kommen, wo wir hin wollen. Supermarkt in Münzesheim. Heute brauchen wir nur was für die Mittagspause. Kaffee im selben Ort. J. kämpft wieder, um Brötchen ohne Milch zu bekommen. Es braucht wieder viele Worte. Obwohl es in die Rheinebene geht, haben die Planer ein paar harte Steigungen für Radfahrer eingebaut. Ich denke jedes Mal an eine Stellenanzeige „Radwegplaner gesucht, Sadisten bevorzugt“. Wir essen auf einer Bank am Rande eines Golfplatzes. Dann Hockenheim, Ketsch, Brühl, Rheinau. Wir essen Eis bei ZeitgEISt in Mannheim und kommen gut, aber recht geschafft zuhause an. Der neue Baum vorm Haus ist vertrocknet. Es ist zum Kotzen, dass sich niemand kümmert, wenn wir nicht da sind. Wir wässern, räumen fast alles weg bzw. putzen und lüften die Ausrüstung, kochen etwas aus den spärlichen Vorräten. Schön, Zuhause zu sein. Müde.
  • Resturlaub Freitag bis Sonntag: Muskeln und Knochen spüren. Was ist das für eine Müdigkeit, wenn man nicht mehr fährt?

Einen eher allgemeinen Blogpost zur Reise gibt es hier.

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