Beim Kauf des Lastenrads in unserem autofreien Haushalt waren die Anwendungsfälle Wocheneinkauf, ab und zu mal was größeres, z.B. vom Baumarkt, und, ich gebe es zu, Spaß im Vordergrund. Inzwischen haben wir alles möglich damit transportiert und wir waren damit auch mehrfach im Campingurlaub, teilweise weit weg.
Weil wir seit einiger Zeit beim Verkleinern eines Haushalts helfen, bin ich gerade richtig froh über das Rad. Besonders Bücher haben ein erstaunliches Gewicht. Normale Bücher gehen noch, aber „schöne“ Bücher, Fotobände, usw. machen die beladenen Kisten untragbar. Be- und Entladung müssen in Schritten erfolgen.
Und so fahre ich derzeit regelmäßig mit richtig schwerer Last durch die Stadt. Und freue mich, dass ich ein gutes Lastenrad und einen Zweck dafür habe.
Fr, 16.05.25 Ankunft aus Berlin. Holprige Begegnung mit der Stadt Werder: Als wir auf den Bus mit offenen Türen zusteuern belehrt uns davor stehender „Wichtiger“, dass wir jetzt aber nicht auch noch einsteigen können, sonst würde der Bus ja noch mehr Verspätung machen. Wenn ich ihn nicht mit „Ist ja gut“ gestoppt hätte, hätte die Belehrung Romanform angenommen. In der Zeit hätten wir auf jeden Fall einsteigen können, besonders weil der Busfahrer das Schauspiel abgewartet hat und erst danach auf Aufforderung des „Wichtigen“ abgefahren ist. Der nächste Busfahrer hat uns dann angeschnauzt, dass der Hund keinen Maulkorb hätte, man als Hundebesitzer wissen müsste, dass das überall in Deutschland seit 20 Jahren Pflicht ist. Und dann fuhr er mit einem fast leeren Bus ohne uns. Laufen, trotz Fahrkarte. Ärger gibt Kraft. Es geht mir nicht um die Regel, die ist okay. Aber gleich zwei von der Sorte Law & Order, die ihr bisschen Macht an uns auslassen… Vermisse die Offenheit, Lässigkeit und Buntheit Berlins schon nach wenigen Schritten hier. Das Apartment für die nächsten Tage ist schön und Nudeln mit veganer Bolognesesoße (hergestellt in Werder) helfen, die Laune zu verbessern. Müde und aus.
Sa, 17.05.25 Ruhiger Vormittag. Spaziergang zum Fressnapf, Maulkorb kaufen, damit wir hier manövrierfähig werden. Eine Tüte Futter fürs örtliche Tierheim gesponsert. Nette Kaffeepause und dann über den Weg über den Wachtelberg, an der Straußwirtschaft Weintiene vorbei, zurück. Abends dann indisch / singapurisches Essen in einem Restaurant, in dem man die Verknüpfung dieser beiden weit entfernten Küchen auf Nachfrage nicht erklären kann. Auch nicht warum genau gegenüber auch genau diese Kombination angeboten wird. Wurde nur klar, dass es sich nicht um Freunde sondern Konkurrenten handelt. Vorspeisen und Hauptspeisen vegan bestellt. Unerwartet kommen noch Salate, mit Milch in der Soße. Auf „Milch macht uns aua“ hingewiesen, Salate zurückgenommen und nochmal zwei neue Exemplare gebracht, diesmal ganz ohne Soße. In Kombination essbar und Kaninchen müssen da auch das ganze Leben durch. „Berlin, ick vermiss dir.“ Abends ESC geschaut. Gutes Spektakel, aber die Musik geht so. Und das Ergebnis (erst am nächsten Morgen erfahren) passt mir nicht, obwohl es mir offiziell so was von egal ist.
So, 18.05.25 101 Essays, die dein Leben verändern werden von Brianna Wiest fertig gelesen. Die Essayform bildet keinen Zusammenhang oder Aufbau im Buch, lässt aber zügiges Überblättern von Uninteressantem zu. Keine Ahnung, wie das auf die Bestsellerliste gekommen ist. Gute Gedanken dabei. Die Anwendung ist, wie immer bei solchen Ratgebern, nicht einfach. Aber schön, dass ich mich bereits gut im Zielbereich vieler für mich relevanter Themen fühle. Kaffeetrinken bis der wenige Regen vorbei ist. Spaziergang zur Bismarckhöhe, vor dem Regen unterstellen und weiter durch den Stadtwald nach Hause. Schwarzer Tee und was zu kauen. Abends die ganze Insel umrundet. Ja, da werden schon beachtliche 3 Kilometer zusammengekommen sein.
Mo, 19.05.25 Mit Bus und Bahn nach Brandenburg, weil es uns jemand als Ausflugsziel empfohlen hatte. Ich will nichts Ungerechtes sagen, aber manchmal springt der Funke einer Stadt nicht über. Vielleicht liegt es auch am Jackenwetter, heute ist es kalt. Das gewählte Café war nur okay. Eine ganz andere Welt als in Berlin, was das Essensangebot angeht. Zum Essen sind wir bei einem Burgerkiosk gelandet, weil uns leider nichts anderes angesprochen hat. Essen auf einer Parkbank, aber schmackhaft. Dürerhaus ist ein tolles Geschäft und ist auf jeden Fall eine Empfehlung, wenn man schöne Dinge mag. Vorm Weltladen kam gerade eine neue Lieferung der Schokofahrt an. Der radelnde Bote und der Weltladenmann fotografierten sich gegenseitig mit der Schokolade. Habe mich mal wieder als Fotograf aufgedrängt. So sind die beiden Herren, die Schokolade, Rad und Anhänger und das Weltladenschild auf einem Foto. Trotz Gemäkel von mir insgesamt ein gelungener Ausflug. Zurück in Werder noch schnell Lebensmittel eingekauft und nach ein wenig Ruhe dann selbst eine Kleinigkeit gekocht. Lewis, der Hund, bekommt im Urlaub kleine Packungen mit Nassfutter. Er sieht trotz Maulkorbpflicht in den Öffis deswegen überaus zufrieden aus.
Di, 20.05.25 Bus und Zug nach Potsdam Park Sanssouci. Heute ist es sonnig und ganze 9 Grad wärmer als gestern. Wir suchen den Schatten und bestaunen Dinge, die sich verschiedene preußische Könige in den Kopf gesetzt hatten. Neues Palais, Orangerie, historische Mühle, Sanssouci, usw. Dazwischen für 2 €, Hund erlaubt, in die Gewächshäuser des Botanischen Gartens. Ein Coffee Bike am Besucherzentrum rettet unsere Energie. Durch die Kreuzgänge der Friedenskirche geht es zur Innenstadt. Noch ein Brundenbarger Tuur! Gutes Essen, ein Oberteil bei Bleib sauber! für J., Kaffee bei Havelbohne, Holländisches Viertel, Alter Markt mit aberwitzig großer Nikolaikirche. Dann das kurze Stück zum Hbf und zurück mit Bahn und Bus. Der Hund lädt am offensichtlichsten seine Akkus, aber alle freuen sich aufs abendliche Nichtstun.
Mi /Do, 21/22.05.25 Ruhe vor der Heimfahrt. Vormittags Kaffee in der Sonne im Hof. Nochmal um die Insel, Mittagessen „unterwegs“ bei Hagemeister. Vegane Spargelcremesuppe und Flammkuchen. Gelungene Pause. Abends dann nur was Selbsterwärmtes. Tage ohne Sightseeing können in der Abwechslung sehr schön sein. Am Do dann die wenigen Sachen gepackt, wegen sinnvollem Hundespaziergang vor der langen Heimreise zum Bahnhof Werder gelaufen, in Berlin nochmal eine Tee-/Kaffeepause und dann die 5 Stunden im ICE nach Mannheim und das bisschen Rest.
Eine schöne Zeit mit unterschiedlichen Phasen. Und immer gut, wenn man das Gefühl hat, sehr lange weg gewesen zu sein. Und wenn man sich ein wenig auf zuhause freut.
So, 11.05.25 Der Gedanke ans Packen fiel schwer. Oft die Lösung, etwas mit den Händen tun und einfach anfangen. Packen ging dann doch flott. Auch weil wir, trotz einiger Hundesachen, grundsätzlich nicht so viel mitnehmen. Eine Kunst, die zwar gerne kommentiert, aber selten nachgeahmt wird.
Stressfreie Zugfahrt. Ja, weil wir Puffer eingebaut hatten und einen Zug früher los sind. Mit der planmäßigen S-Bahn wäre das erste Umsteigen in den Fernzug gleich schief gegangen.
Mitgehörte Bestellung im ICE: „Ich hätten gerne eine Mineralwasser mit Löchern.“ Wir fanden es witziger als die Bedienung. Verständlich.
Die noch im Handy gespeicherte Fahrradroute der letzten Fernfahrt aus dem Zug beobachtet. Als sich die Wege dann trennten, überlegt, wann man in diese Gegend hier radeln könnte.
Im Zug ein schlaues Buch über das Leben angefangen. Vieles bekannt. Wenn man es nur tun würde. Pünktlich am Ziel in Berlin angekommen und A. & T. aus Schweden getroffen.
Was für Menschenmassen in und um den Berliner Hauptbahnhof. Den Sonntag spürt man hier nicht. Überfüllte S-Bahn. Etwas zu warm, um Gepäck zu schleppen.
Die Wohnung in Kreuzberg ist gut für uns. Trotz Einschränkungen, wie viele fehlende Birnen (hat sich jemand bedient?) und ein schick aussehendes Radio ohne Netzgerät. Aber viel Platz und besonders. Die Effekte von AirBnB auf eine Stadt sind mir bewusst, z.B. Verdrängung alteingesessener Einwohner. Aber für 4 Personen mit Hund und mittendrin, weil wir gerne für alles öffentliche Verkehrsmittel nutzen, schon die günstigste Wahl. Mhm… Was für ein besonders interessanter Teil vom interessanten Kreuzberg, ehemals als SO36 (Südost 36) bekannt. Zu Zeiten der Mauer in Randlage, als „Problemkiez“ berüchtigt, Hausbesetzer, Straßenschlachten, Punk. Jetzt Multikulti, lebendiges Nachtleben, Armut und Wohlstand nebeneinander, Gentrifizierung.
Abendessen bei The Hummussapiens und Einkauf beim Späti. Viel zu schauen. Großstadtmischung an Leuten, sehr bunt, aber leider auch viele Abgestürzte.
Mo, 12.05.25 Erstaunlich gut geschlafen für eine erste Nacht. Laufen von der Wohnung über Oberbaumbrücke zur East Side Gallery. Ab Ostbahnhof mit S- und U-Bahn zur Bernauer Straße. Kaffee. Dann an der Gedenkstätte Berliner Mauer über Ost und West und Menschsein nachgedacht. Jeweils natürlich mit Erklärungen für unsere schwedischen Freunde. Man weiß, was war, kann es erklären, versteht es aber selbst nicht wirklich. Kontrastprogramm Verpflegungspause im Steel Vintage Bikes Café. Schön und gut dort. Veganer Blueberry Cheesecake nach Todesstreifen, das hebt die Stimmung auf ein gutes Niveau. Lebensmittel im Bioladen gekauft. Ob die grölenden Gestalten davor, die Vorbeigehende kommentieren, ihr Bier auch im Bioladen gekauft haben? Einfaches Abendessen zuhause gekocht. Okay, zwei Sachen erhitzt, im Schrank gefundene und für gut befundene Gewürze ergänzt, serviert. Abendrunde mit Eis bei „Duo“. Mein linkes Ohr ist zugegangen. Beunruhigend?
Di, 13.05.25 Hochzeitstag. 31 Jahre. Und noch immer Freude aneinander. Sehr, sehr dankbar. Frühstück. Dann Zweirad-Stadler, direkt bei S-Bahn Storkower Straße. 16.000 m². Wie man Erwachsene, vor allem T., glücklich macht. Regenjacke für J., mehrere Sachen für A. und T. Irgendwann linkes Ohr wieder auf. Yay! Essen und Kaffee bei Frau Honig. Fußweg durch Friedrichshain. ASI Berlin Fingerboardshop. Wieder eine neue Welt. Videotelefonie nach Schweden, um die richtigen Mitbringsel für den erwachsenen Sohnemann zu finden. Noch ein paar Geschäfte angesteuert. Interessanter waren für mich die Menschen auf der Straße. Was für eine Mischung von Typen. Sehr bunte und auch viele ausschließlich schwarz gekleidete Typen. Berliner Straßenbild. Alle überlegen unterschiedlich deutlich, dass man hier gut leben könnte. Weit gelaufen. Kalte Getränke und Chips in der Wohnung als kleines Hochzeitstagsfest. Äußerst leckeres und brutzelnd heißes Bibimbap bei Gogi Haus, Eis bei Duo, Hunderunde und Ende eines interessanten Tages.
Mi, 14.05.25 Ruhiges Frühstück, weil 8bar erst um 12 Uhr aufmacht, dann mit dem Bus dorthin. Nochmal schöne Fahrräder anschauen. U-Bahn zum Alexanderplatz. Zu Fuß zu den Hackeschen Höfen. Zuerst Kaffeerast, dann in die Höfe. Zum Glück erstaunlich wenig los. Schild: „More espresso, less depresso.“ Weiter zur Museumsinsel. Viele Menschen in der Sonne, Hochzeiten und Foto- / Videografen vor historischer Museumskulisse. Humboldtforum von außen und von den Höfen aus anschauen. Hund haben, schränkt ein. Draußen bleiben und keine Museen von innen ansehen ist aber für die innere Batterie gut. Mit U- und S-Bahn „nach Hause“, müden Hund in der Wohnung abgeben, dann zur Markthalle 9. Leckeres für zuhause mitgenommen. Es gibt einen Buchladen mit Feinkostspezialitäten. Ein viel zu seltenes Konzept.
Do, 15.05.25 Mit drei U-Bahnen zum Bundestag. Heute ist es erstmals kälter und windig. Schwere Kost für A. und T.: Bundeskanzleramt, Reichstag, Brandenburger Tor (oder wie T. sagt „Brundenbarger Tuur“), besonders dann das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Ein Guide mit amerikanischem Akzent erklärt sehr gut das eigentlich Unerklärbare für eine Touristengruppe. Wieder Stimmungserhöhung beim zweiten Besuch von Steel Vintage Bikes. Dann eine Tour durch Kreuzberg mit Wollgeschäft, fairer Mode (Supermarché), Stoff (1000 Stoff) und Keramik (Juuli). Überall wurde von einem von uns etwas gekauft. Ich war nur an zwei handgetöpferten Tassen bei Juuli interessiert. Und die haben wir auch erstanden, nachdem wir gestern dort noch nicht zum Impulskauf bereit waren. Schöne Kaffeepausen zuhause mit meiner Lieblingsfrau sind auch zukünftig gesichert. Super Mitbringsel, weil so gar kein typisches Berlin-Souvenir. Verschnaufpause in der Wohnung. Abendessen bei Yo!Pho.
Fr, 16.05.25 Etwas früheres Aufstehen wegen Abreise und T’s Reisenervosität. Mit der Folge, dass wir sehr zeitig am Hbf sind. Koffer abgegeben. A. und T. zum ICE nach Kiel begleitet. Kaffee und eine Leichter-Regen-Überbrückungspause bei Lantana. Deutlich niedrigeres Stresslevel als im Hbf. Spaziergang für uns und vor allem für den Hund durch den Tiergarten. Etwas Grün nach all den grauen Kilometern der letzten Tage durch die Stadt . Abschied von Berlin, überfüllte Zugfahrt mit Verspätung nach Werder.
Alle Zitate gedächtnisbeeinflusst, da ich das alles beim Hundespaziergang gehört habe und das Merken bis zum Aufschreiben sicher Fehler erzeugt hat. Die Links zu den Podcasts sind nicht nur Quellenangabe, sondern je nach Interesse auch als Hörtipp hilfreich.
David Tennant Does A Podcast With… Celia Imrie, Link zum Podcast. Gesagt von Celia Imri, * 1952, zu David Tennant, * 1971:
„Your one day is my today.“
Gedanken: Wenn die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern meines Geburtsjahrganges in Deutschland bei ca. 80 Jahre liegt, dann habe ich ca. 74% meiner Lebenszeit verbraucht. Ohne Statistik zu bemühen, gibt es viele Niedergänge bei meinen Kontakten zu beobachten. Deswegen finde ich diese Aussage für mich relevant. Wenn ich etwas tun will, dann sollte ich es nicht lange aufschieben. Und auch ohne an größere Sachen zu denken, eher im Alltag, frage ich mich immer öfter, ob ich ,,damit“ meine Zeit vergeuden will.
Marc-Uwe Kling trifft Dota Kehr, Link zum Podcast. Gesagt von Dota Kehr:
„Man darf ruhig fleißig sein. Aber man darf sich halt nicht erwischen lassen.“
Gedanken: Ich bin fleißig. Hängt aber sehr von den Umständen ab. Das Zitat finde ich interessant, weil ich es zwar gut finde, Fleiß mit Durchhaltewillen zu haben. Aber ich finde es lästig, wenn das zu offensichtlich ist. Dann wird man, egal ob privat oder bei der Arbeit, leicht ausgenutzt. Wenn die Anfrage dann dazu führt, dass der Bittende wenig leistet, die Belastung so ungleich verteilt ist, dass nur der Fleißige schuftet, dann bekomme ich Wallungen.
Marc-Uwe Kling trifft Tom Hillenbrand, Link zum Podcast. Tom erklärt stichpunktartig den Plot für eine Heist-Story:
„Assemble a team. Make a plan. The plan goes wrong.“
Gedanken: Das Zitat erinnert mich mal wieder an die Arbeit. ,,Assemble a team“ würde bei uns zwar eher bedeuten ,,wer ist denn noch da?“. Aber ,,Make a plan. The plan goes wrong.“ und die Fehlerbereinigung scheinen der Kern meiner Tätigkeit zu sein.
Dann kam gegen Ende des Podcasts noch (Podcast nochmal angehört und transkribiert):
„Ja, Deutsche Bahn, großes Thema. Ich war Fan. Ja, ich bin Fan, aber es ist so eine Lieblingsmannschaft, die dann einfach durch die verschiedenen Ligen absteigt. Man ist dann noch verbunden aus alter … und denkt, oh, die S-Bahn, sie fährt. Völlig überraschend. Man geht schon hin und denkt, ja, okay, steige ich in den Bus, aber oh, guck mal, sie fährt heute. Dann, nee, doch nicht. Der HSV unter den Verkehrsmitteln.”
Gedanken: Ich bin weiterhin Fan von öffentlichen Verkehrsmitteln und kann die Autozentriertheit nicht verstehen. Mit Fußball kann ich leider wenig anfangen. Trotzdem ist mir die Bedeutung und Treffsicherheit von ,,Bahn. Der HSV unter den Verkehrsmitteln“ klar.
Die alten Reifen waren jetzt nach mehr als 8.000 teilweise schweren Kilometern (Lastenrad ist unser Allwetter-Autoersatz und Campingmobil) mit einem einzigen Platten durch. Wegen Lieferschwierigkeiten wurde das neue Rad damals ja nicht den versprochenen Reifen „Pick-Up“ geliefert, sondern hinten nur mit einem „Big Apple“. Und wenn Schwalbe, sonst sehr erfindungsreich, gar keine Pannensicherheit für einen Reifen angibt, ist klar, was Sache ist. Kann also sehr zufrieden sein.
Jetzt für vorne und hinten die Pick-Up bekommen. Einbau vorne war leicht, da das Rad sowieso durch den Doppelständer schwebt. Hinten war ich ein wenig nervös, weil ich zum ersten Mal die Felge mit dem Nabenmotor ausbauen sollte. Unbegründet, war nicht kompliziert. Das Hinterrad ist aber durch den Motor schwer, das Lastenrad insgesamt ist schwer und legen oder auf den Kopf stellen ist keine gute Idee.
Ja, es sind nur eine Gemüsekiste und zwei überzählige Kopfsteinpflastersteine aus dem Garten. Aber ich bin über meinen sehr praktischen Do-It-Yourself-Lastenrad-Montageständer stolz. Keiner nimmt mir das MacGyver-Gefühl!
Bevor der Abriss des Rathaus Centers in Ludwigshafen auch irgendwann die unterirdische Straßenbahnhaltestelle verschwinden lässt, habe ich nochmal ein Foto der Wandfliesen gemacht.
Als Jugendliche nutzten wir die damals noch zweigeschössige Haltestelle nach der Eröffnung 1979 als Spielplatz. Ausgerüstet mit Walkie Talkies spielten wir fangen. Im ganzen Viertel, aber eben auch im „verbotenen Untergrund“. Wir hatten ein paar ernste Begegnungen mit dem Wachdienst. Aber diese Stunden mit rennen, verstecken (vor den Jägern und dem Wachdienst) und über Funk koordiniertes suchen haben richtig Spaß gemacht.
Ich bezweifle, dass die Wandfliesen jemals als schön angesehen wurden. Aber in diesen Jahren war schön eben anders.
Seitdem haben die Fliesen bei unseren Besuchern, mit denen wir Straba fuhren, immer starke Reaktionen ausgelöst.
Ich muss leider immer an Erbrochenes oder mindestens Bakterien in Petrischalen denken.
Große Flächen sind schon lange defekt und nicht ersetzt worden. Eben ein unersetzbares Design.
Wie gesagt, die Fotos sollen an diese jahrzehntelange Herausforderung fürs Auge erinnern. Die Uhr tickt, die Haltestelle wird mal oberirdisch und die Tunnel verfüllt werden.
Dieser Gründonnerstag erschien mir als Graudonnerstag. Übers Wetter möchte ich ja grundsätzlich nicht jammern und dem Regen kann ich sogar positives abgewinnen, da es lange viel zu trocken war. Aber halt sehr grau.
Über die Arbeit möchte ich hier nicht so viel schreiben. Vielleicht ist der Gedanke gut, es nur möglichst verkürzt und mit Humor zu tun. Okay: „Gerade geht viel schief.“
Vieles in der Welt finde ich schwer erträglich. Krieg. Zölle an, Zölle aus. Hü, hott. Insiderhandel, viele verlieren, einige gewinnen. Weltpolitik mit dem Satzbau eines Viertklässlers. Die Bezeichnung habe ich der Presse entnommen, tut aber den Viertklässlern Unrecht. Da sind sehr wohl lange und komplizierte Sätze möglich.
Und bei uns hatte man doch einen Namen für die Koalition gesucht. „Rückschrittskoalition“ fand ich passend. In manchen Themen geht es Jahre zurück. Tja, gewöhnlich wird vieles ja trotz vorauseilendem Gemeckere irgendwie gut…
Vieles ist so banal. Kanälen, denen ich folge, langweilen mich gerade mit KI-generierten Inhalten. Der Trend ist neu, aber ich kann schon keine ChatGPT-Actionfiguren mehr sehen. Wer eine Tastatur bedienen kann, kann posten, was eine Maschine erstellt hat. Toll! Und ganz viel schöner als bei den anderen Versionen, die die Maschine gemacht hat!
Und wer zu viel Geld hat, kann wie ein Paket in einer automatischen Kapsel kurz schwerelos werden und danach Stuss reden. Das CO² kann ich in meinem Leben gar nicht verbrauchen, was der Stuss gekostet hat.
Man kann aber auch Stuss ohne viel CO² reden. Deswegen vorsichtshalber hier Stopp.
Ich habe mir leider nicht jede gehörte Perle aus dem aktuellen Arbeitsalltag notiert, aber hier die Highlights aus dem März:
„Wie lautet denn der konkrete Auftrag?“ „Es gibt keinen Auftrag, aber wir müssen doch reagieren.“
„Unsere Zahlen sind falsch dargestellt.“ „Ja, das ist korrekt.“
„Es gibt mehrere Versionen der Präsentation. Welche Version hast du denn?“ „Ich habe nur Screenshots. War ja vertraulich.“
„Gibt es ein Protokoll?“ „Das machen die nie.“
„Die Mitarbeiter haben wir gerade abgebaut. Wenn ihr die neue Leistung wollt, müssen wir neu einstellen und ausbilden. Ausbildung von der Straße dauert 27 Monate.“
„Von der Tonalität nicht mehr schön, hier zu arbeiten.“
„Ich rate Euch, den Optimismus nicht zu verlieren.
Erstaunlich, wie leicht das an mir abperlt und ich trotzdem zufrieden sein kann. Gut, wenn man den scharzen Gürtel in Resilienz hat.
Seit Februar lasse ich Vernunft walten und mache wegen Achilles (wahrscheinlich) links (ganz sicher) eine Laufpause. Zwei kurze, aber zu frühe Tests im Februar hatten kein gutes Ergebnis. März bleibt lauffrei. Es wurde nicht schnell besser, aber es wurde. Schmerzfrei im Alltag habe ich erreicht. Jetzt sollte ich noch ein wenig aushalten, damit ich Sport hoffentlich wieder ohne Altlasten anfangen kann.
Viele finden Laufen oder allgemein Sport anstrengend. Ich finde die jetzige Pause anstrengend. Mir fehlt etwas, besonders, wenn die Tage der Lauftreffs anstehen.
Positive Effekte gibt es aber auch. Ich habe Kraftsport in meine Wochen eingebaut und aufgehört, nur über „Krafttraining ist besonders im Alter sinnvoll“ zu reden. Das erste Mal mit ernüchterndem Muskelkater und holprig, inzwischen macht es Spaß und läuft eher knackig (im Sinn von flott, obwohl es an manchen Stellen auch knackt). Sollte ich weiter tun. Und ich habe das Rennrad nach fast einem Jahr Verstaubungsphase benutzt. Erst in einer Alleinfahrt zum Testen auf Achilleseffekte, nach meiner Meinung mit „Vollgas“. Am Tag danach habe ich einer spontanen Einladung zu einer „lockeren Ausfahrt“ mit Th. und M. zugestimmt. Jetzt kann ich sagen, dass ich viel schneller als das eben benannte „Vollgas“, auch auf weitere Strecken, radeln kann. 72 Kilometer in 2,5 Stunden. Für mich war die lockere Ausfahrt eher ein Rennen. Strava hat mit Bestzeiten auf 30 km (Durchschnittsgeschwindigkeit 30,2 km/h), 40 km und 50 km (in 1 Stunde 50 Minuten) belohnt. Lauftraining wirkt auch in anderen Disziplinen. Rennrad sollte ich auch wieder ab und zu benutzen.
So. Noch eine Woche nicht laufen und dann vorsichtig testen.