Radreisetagebuch „Ost-Nord-Schleife“, Woche 2

Sonntag, 07.07., Bad Harzburg – Ballenstedt

67 Kilometer, 4:00 Std., 592 Höhenmeter.

Wir radeln rund um den Brocken und irgendwann dann im Wald an einem DDR-Grenzpfahl vorbei. Wenn man sich das alles vorstellt, was hier mal war und nicht möglich war…

In Wernigerode findet ein Neustadter Weinfest statt. Neustadt ist kein Stadtteil, das war meine Vermutung. Nein, Winzer aus Neustadt an der Weinstraße sind hier und bieten Weine und Essen aus unserer Heimatregion an. Witzig. Die Blasmusik ist aber aus der Gegend.

Wir sind in ein Café in ausreichender Entfernung. Blasmusikfrei den Koffeinspiegel justieren.

Wir kreuzen mehrfach die Harzer Schmalspurbahn. Vielleicht könnte man mal zum Bahnwandern zurückkehren?

Wir fahren heute trocken und warm mehr bergab als bergauf. Sehr angenehm. In Ballenstedt führt der Radweg direkt einem alten, von Niederländern schön renovierten Bahnhofsgebäude vorbei. Wir trinken Radler und essen landestypisch (Niederlande) Pommes.

Dann Anruf von unserem Ziel, einem Hotel in Ballenstedt, welches auch einen Campingplatz betreibt. Ich hatte reserviert. Ob wir für den Campingplatz überhaupt noch kommen würden? Man hätte schließlich schon Feierabend. Beim Öffnen der Homepage, poppt ein Pop-up mit längeren Öffnungszeiten. Da hätten wir noch viel Zeit gehabt und auch im Hotel noch eine geöffnete Küche gefunden. Egal, wir beeilen uns für die letzten Kilometer. Zitat von der Hotelseite „Für Sie bereitstehende Nasszellen, in Form von Toiletten und Duschen finden Sie vorerst im Hotel. So können Sie nach einem kurzen Fußweg alle Annehmlichkeiten eines ordentlich hygienischen Hotelbadezimmers genießen.“ Die Realität war dann eine mobile Toilette auf der Hotelwiese und ausnahmsweise würde man die Tür zum Hotel noch ein wenig auflassen, damit wir doch noch duschen können. Ich halte mich hier mit der Kritik zurück. Aber der Abend und die Nacht waren angenehm ruhig.

Montag, 08.07., Ballenstedt – Gerlebogk

64 Kilometer, 3:36 Std., 248 Höhenmeter.

Viel Rückenwind und hauptsächlich geht es bergab. Kaffeepause in Aschersleben. Wir machen eine Sozialstudie auf der Terrasse unseres Cafés. Es gibt viel zu sehen und viel zu hören. Amüsant.

Kleiner Umweg über Bernburg an der Saale. Mittagessen mit türkischen Falafel, Salat und Pommes im Schatten. Sehr angenehm. Ich erledige danach den Einkauf bei Rewe, J. wartet mit dem Hund und nutzt die Zeit zum Schreiben.

Nach der Reststrecke kommen wir zum Campingplatz in Kombination mit einem Strandbad. Die Kassiererin kann eher Strandbad als Campingplatz und ist schon überfordert, weil wir für den Zeltplatz gleichzeitig mit einem Auto fürs Strandbad kommen. Da hätten wir wohl schneller oder langsamer fahren müssen. Das Einchecken, natürlich nur mit Bargeld möglich, klappt dann doch. Und nach einer Dusche mit unsinnig viel Druck für die Reinigung aller Poren und dem Abendessen ist die Welt am zweiten Abend ohne frieren sehr in Ordnung.

Dienstag, 09.07., Gerlebogk – Dessau – Aken

58 Kilometer, 3:30 Std., 243 Höhenmeter.

Gestern Abend hatten wir kleine Probleme mit einer verwirrt wirkenden Frau, die in einer kleinen Fahrradgarage zeltete. Ich hatte den Fehler gemacht, ihr den Namen des Hundes zu verraten. Sie rief ihn dann ständig, um ihn zu sagen, er solle weg bleiben, damit ich nicht mit ihm schimpfe. Das hat nicht nur den Hund irritiert. Zwischendurch konnte man problematische Telefongespräche leider nicht überhören. Das hätte ich hier gar nicht geschrieben. Aber nach Abfahrt vom Campingplatz müssen wir einige Kilometer auf einer Landstraße mit Tempo 100 radeln und plötzlich sehen wir die Frau mitten auf der rechten Fahrspur laufen. Autos und LKW donnern mit hoher Geschwindigkeit vorbei und die Fahrer sehen die beige gekleidete Frau vor gleichfarbigen Feldern bei starker Sonne wohl nur mit Schwierigkeiten. Auch wenn man kein Grübler ist, grübelt man viele Kilometer, ob man etwas hätte machen müssen.

In Osternienburger Land lernen wir über die Kunstaktion Sachsenspiegel etwas über das älteste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters. Viele Häuser sind bemalt, es gibt einen Themenspielplatz, usw. Unsere für kalte Getränke mitgenommene Thermos lassen wir absichtlich am Rastplatz stehen. Der Verschluss nervt, aber man kann sie nutzen. Vielleicht braucht sie noch jemand oder wenn nicht, landet sie mit Verzögerung im Mülleimer.

Der Bauhausstil interessiert mich grundsätzlich, aber das Bauhausmuseum im Zentrum bleibt für uns nur eine Glasfassade. Bei Ankunft in Dessau hat es heiße 32 Grad und Museum und Hund sowie Hab und Gut auf Lastenrädern passen nicht zu einem Besuch. Essen beim Thailänder, gut, wir machen uns klein, um im Schatten zu bleiben. Nach dem Essen noch zum alten „Amt für Arbeit“, wenn man schon mal hier ist. Dann macht die Hitze weiteres Interesse am Bauhaus zunichte. Witzig, dass der Elbradweg, dem wir ab Dessau folgen, direkt am Kornhaus vorbeiführt. So konnten wir also noch etwas bauhausiges anschauen.

Der Penny in Aaken ist eine vegane Enttäuschung, weil er nicht hat, was alle andere Filialen haben. Dafür ist der Campingplatz unkompliziert. Es gibt einen Kühlschrank mit Getränken und eine Kasse auf Vertrauensbasis. Wir zelten direkt an der Elbe.

Mittwoch, 10.07., Aken – Magdeburg

67 Kilometer, 3:39 Std., 173 Höhenmeter.

Beim Frühstück klebt eine Wespe nach landen und „stolpern“ auf dem Erdnussbrot fest. Wir retten sie mit dem Schmiermesser und schauen der langen Reinigung bis zum Abflug zu. Wenig Berührung mit Autos heute. Wir fahren auf Wegen mit schmalen Betonstreifen durch Naturschutzgebiete. Sehr schön.

Das Pretziener Wehr, Fertigstellung war 1873, ist interessant. Über den Elbe-Umflutkanal kann man im Hochwasserfall ein Viertel des Wassers über das alte Bett der Elbe leiten. Verhindert Flut in Schönebeck und Magdeburg. Den Schildern kann man entnehmen, dass die Hilfe für die Einen für Andere nachteilig ist.

Halt beim Rewe in Schönebeck. Ich kaufe Picknick für gleich und Abendessen. J. schlichtet derweil jugendliches Mobbing. Der Gemobbte bekommt seine Brille wieder und kann sich verdrücken. Beim Zurückkommen spüre ich leichte Schwingungen zwischen den Mobbern und uns. Gut, wenn Zivilcourage nicht schlecht endet.

Wir zelten beim Wassersportcamping WBF südlich von Magdeburg. Kostet 5 Euro plus 1,50 Euro je Dusche, 8 Euro komplett also. Sanitärgebäude ist ganz neu. Es gibt eine Holzhütte auf der Zeltwiese mit Kühlschrank, 1 Flasche Bier für 1 Euro. Es gibt Strom zum Laden, Sitzgelegenheiten und Tisch. Wir sitzen beim einsetzenden Regen gut unterm Dach der Miniterrasse und können trocken kochen und essen.

Donnerstag, 11.07., Magdeburg – Tangermünde

79 Kilometer, 4:35 Std., 272 Höhenmeter

Nach dem Frühstück geht es in die Innenstadt von Magdeburg, um bei Sport Scheck Ersatz für die zurückgelassene Thermoskanne zu kaufen. Die neue ist natürlich viel schöner und garantiert dichter. Ab morgen gibt es dann wieder kein „sonnenwarmes“, sondern ein etwas kälteres Getränk auf dem Weg. Filterkaffee beim Bäcker um die Ecke des Einkaufszentrums.

Magdeburg sieht interessant aus. Hier findet man den ersten gotischen Dom Deutschlands, ein neues Hundertwasserhaus (vielleicht das Letzte, weil Hr. Hundertwasser nun verstorben ist?). Ein wenig „schön alt“, ein bisschen marode, ein wenig neu und modern.

Stopp an der Trogbrücke des Mittellandkanals, die die Elbe kreuzt. Was man alles bauen kann. Danach viel Landschaft, wenig Verpflegungsmöglichkeiten. Deswegen Umweg über Parey zum türkischen Imbiss. Hat „vegan“ noch nie gehört. Mit kommunikativem Erfolg ziemlich knapp Dönerfleisch und Milchsoße an Falafel und Salat verhindert. Obwohl ich Ketchup sehr liebe, ist das auf Dauer kein guter Ersatz für die Originalsoße.

Schwarze Wolken nähern sich. Leider geht der Radweg an der Schleuse Parey über eine Metallbrücke mit Treppen. Der „Schiebestreifen“ ist zu nah am Geländer. Grenzwertiger Kraftakt mit den zwei Lastenrädern, bei startendem Unwetter. Wolkenbruch mit so viel Wasser, dass ich fast nichts mehr sehe. Angelaufenes Visier, nasse Brille, dazu Wasser mit Sonnenmilch, was in den Augen brennt. Handy ist wieder in der Jacke, weil es ja regnet J. findet ohne Navigation die Fähre auf die linke Elbseite. Unter einem kleinen Dach warten wir auf die Fähre und sind dort nicht die Einzigen, die nass sind. Mit einer Mischung aus Gefühl und Beschilderung kommen wir mit Umwegen nach Tangermünde. Wieder ein sehr unkomplizierter Platz und sehr günstig. Ich schüttele nur innerlich den Kopf, weil das Paar nebenan ihr Wohnmobil bis zum Dach trocken reibt. Wir sind wohl wasserfester.

Später laufen wir zum Edeka, um Frühstückssachen zu kaufen. Dann geht es zu den Exempel Gaststuben. Wir sitzen auf Schulbänken, trinken Bier und essen Gärtnerinnenpfanne. Im Gesamteindruck bis jetzt die schönste kleine Stadt.

Ich lese mal wieder bei Wikipedia, wo wir gelandet sind. Aus Tangermünde stammt die Schokoladenmarke Feodora. Jetzt gehört diese einer Firma in Bremen. Sehr viele Leute hatten hier früher Schokolade hergestellt und zu DDR-Zeiten auch Ersatzschokolade. Überall findet man viel „früher“.

Freitag, 12.07., Tangermünde – Wittenberge

76 Kilometer, 4:12 Std., 233 Höhenmeter.

Schon wieder Rückenwind. Es geht teilweise sehr einfach. Kaffeepause in Arneburg in einer drei Meter breiten Bäckerei, wo extra für uns hinter den Kulissen Kaffee gemacht wird. Dann noch mal Kaffee und veganen Kuchen im Café Lämpel in der alten Schule in Werben. Optisch und insgesamt ein gutes Erlebnis.

Ewig lange Elbebrücke nach Wittenberge. An der Eisenbahnbrücke gibt es einen schmalem Fußgängerweg. Zu schmal, um sich als Fußgänger schiebend gut zu begegnen. Erst Supermarkt, dann ein Stück zurück Campingplatz für Wasserwanderer. Zuerst sind wir die einzigen Gäste, dann kommt eine leider unfreundliche ältere Frau mit Auto dazu.

Um ca. 20 Uhr springt Katwarn auf meinem Handy an. Gewitter der Stufe 3 mit bis zu 40 Liter pro Quadratmeter, Sturm und Hagel werden vorausgesagt. Erster Einsatz des Tarps. Wir bauen eine Schutzdach überm Zelt. Problem ist ja, dass Wasser und Hagel abgehalten werden, aber die 20 Quadratmeter Tarp bei Sturm auch halten müssen. Wurde kein Hagel. Am Anfang des Gewitters durchaus spannende Sturmböen und einiges an Regen. Nichts, was das Zelt nicht ausgehalten hätte. Hätte, hätte… Lieber vorbereiten als Probleme bekommen. Der Hund hat das Zelt zwei Stunden lang zum Vibrieren gebracht, nie verschwindende Angst vor Donner.

In Wittenberge gab es mal Europas größtes Nähmaschinenwerk mit 3.200 Mitarbeitern, nach der Wende wurde das Werk „liquidiert“. Das Reichsausbesserungswerk RAW gibt es in der Nachfolge noch heute, die große Zeit der Eisenbahn ist vorbei, aber die Bahn scheint noch ein großer Arbeitgeber zu sein.

Radreisetagebuch „Ost-Nord-Schleife“, Woche 1

Samstag, 29.06., Ludwigshafen – Darmstadt

65 km, 3:29 Std., 186 Höhenmeter

Gewitterwarnung, Starkregen und Großhagel sind angekündigt. Statt Terrassencampingplatz im Odenwald mit recht konkreten Katastrophenbildern im Kopf, kurzfristig Hotel in Darmstadt gebucht.
32 Grad bei der Fahrt. Irre warm, alles klebt.
In Worms gibt es eine Totalsperrung auf unserer Route. Die eingerichtete Umleitung ist für Radfahrer verboten. Alternativen sind nicht erkennbar. „Löse das, doofer Radfahrer. Oder kauf Dir ein Auto.“
Beim Suchen nach Verpflegungsmöglichkeiten in Darmstadt das Restaurant Tibits entdeckt. Einziges Tibits außerhalb der Schweiz. Wir waren mal in Basel gut essen und ich kann kaum glauben, dass das bei der Alnatura Verwaltung als Kantine eingerichtete Restaurant heute für normales Publikum offen hat. Nur 1,4 Kilometer heißer Fußweg vom Hotel entfernt. Sehr nett, Hund darf mit rein, lecker und genau das, was wir brauchen.
Man weiß es ja vorher nicht. Das nächtliche Gewitter zeigt sich eher normal und nicht als Katastrophenwetter. Positiv gesehen haben wir gut gegessen, hatten Klimaanlage, eine gute Dusche…

Sonntag, 30.06., Darmstadt – Hanau

63 Kilometer, 3:48 Std., 283 Höhenmeter.

Beim Hotelfrühstück erzählt ein Amerikaner, dass die Amis alle doof sind. Speziell sein Nachbar, der zwei Fahrräder wegwerfen wollte, nur weil die Reifen platt waren. „Zu viel Geld, zu wenig Gehirn.“ „Wir haben alles mögliche von denen.“ Ein Chinese berichtet von Mülltrennung zuhause. Der Ami sagt: „Da seid Ihr ja schon viel weiter.“

Viel Regen, manchmal stark. Ein tolles, kurzes Zwischenstück Radfernweg auf der Route. Dann aber umgestürzte Bäume, Matsch, Mücken, Schwierigkeiten, der Route zu folgen. Umwege. Handy wegen Regen weggepackt. Navigation als Gedächtnistraining. Launekiller.

Campingplatz Bärensee in Hanau. Plaudertasche an der Rezeption. „Ich bin städtischer Angestellter und alles muss seine Ordnung haben.“ Bucht Abreise am Tag der Anreise, wegen Fehlermeldung alles nochmal von vorne eingeben. Gibt uns den einzigen Platz ohne Stromanschluss. Gut, dass wir über die fünf Euro für das bisschen Strom so lange geredet haben. Am Nachbarplatz hat jemand den Stromanschluss nicht durch zudrücken des Schlosses vor Zugriff bewahrt. Laden der Räder ging also, ohne nochmal reden zu müssen.
Zeltaufbau, Kochen und Essen gehen trocken über die Bühne. Lewis und wir sind nicht undankbar über etwas mehr Zeit im Zelt. Heute waren es nur noch etwas mehr als 20 Grad Celsius. Nachts und morgen früh wird es regnen. Dann morgen wahrscheinlich keine Hitze mehr.
Fluglärm und Autolärm. Gut, dass wir mit Gehörschutz reisen und schlafen dadurch einfacher wird.

Montag, 01.07., Hanau – Hutten-Heiligenborn

73 Kilometer, 4 Stunden 26, 560 Höhenmeter.

Regen. 10:25 Uhr hört es auf, 10.45 Uhr haben wir alles gepackt und sind reisefertig. Es wird ausreichend warm und bleibt trocken. Kinzigtal, leider viel Autobahn und ab und zu an der ICE Rennstrecke entlang. Wieder mehrere umgestürzte dicke Bäume auf dem Radweg. Tagsüber asiatisches Essen auf einer Parkbank mit Blick auf Basketballjünglinge.

Starker Anstieg aus dem Tal zum Campingplatz, wegen Umleitung umständlich. Die Schilder sind zumindest für Radler schwer zu deuten. Campingplatz Hutten, total nett. 81-jähriger Witwer, der den Laden mit einer 60-Stunden-Woche alleine schmeißt.
Vorm Abendessen gemerkt, dass der Hinterreifen bei meinem Rad platt ist. Loch nach Aufpumpen gehört, Felge kann also im Rad bleiben, geflickt. Wieder platt, aber viel langsamer. J. hört ein zweites, winziges Loch, 15 cm neben dem ersten Loch. Ich hätte ausbauen und Wasser zu Hilfe nehmen müssen. Auch dieses Loch geflickt, hält. Scheißgefühl, wenn das Packeselrad platt ist.

Unglück, gleich zwei Löcher zu bekommen. Das Durchdrehen des Hinterrads auf der Schotterstraße beim starken Anstieg zum Camping war wohl Schuld. Glück dagegen, dass das nicht auf der Strecke sondern am Tagesziel passiert, damit man es nach dem Abendessen in Ruhe zweimal reparieren kann.

Dienstag, 02.07., Hutten-Heiligenborn – Bad Hersfeld

83 Kilometer, 4:18 Std, 377 Höhenmeter.

Am Anfang fast zehn Kilometer bergab. Pause in Fulda, Biergarten mit veganem Tagesgericht und Radler dazu. Am Ende der Pause frieren wir leider. Wenn man rund um die Uhr draußen ist, wären 3 Grad mehr sehr angenehm.

Längs der Fulda bis Bad Hersfeld. Zum Teil auf alten Bahntrassen und schönen Radwegen. War ein wenig weit, vielleicht weil es so kühl war. Aber die Kilometer liefen gut. Hinterrad immer noch dicht!

Camping beim Kanu Club. Ein Vereinsheim, sanitäre Anlagen, Küche, Terrasse mit Dach. Alles für uns alleine. Viel Vertrauen für Leute, die man nicht kennt. Zelt unterm Vordach aufgebaut, damit es innen trocken bleibt und dann in den Regen auf den Rasen gestellt.
Einziges Manko, mal wieder eine Autobahn in Sicht- und Hörweite. Nur Zelten auf dem Mittelstreifen der Autobahn wäre noch eine Stufe lauter. Noch eine Ohrenstöpselnacht. Es schüttet bis tief in die Nacht.

Mittwoch, 03.07., Bad Hersfeld – Meinhard

61 Kilometer, 3:12 Std, 323 Höhenmeter.

Wetter hält sich gerade so überwiegend trocken. Auf der Fahrt immer mal wieder Regen. Leider ein wenig zu kühl, was uns mehr beeinflusst als Regen.

Die auf dem Weg erstandenen Picknicksalate und Brötchen werden im Schutz einer Bushaltestelle in einem Dorf gegessen. J.s Laune ist durch Regen nicht kaputt zu kriegen, sofern es etwas zu essen gibt. Satt und etwas trockener geht es weiter.

Campingplatz Werra-Meissner. Schäferwagen mit Strom und Wasserkocher auf der Zeltwiese. Löblich. Abendessen drinnen, weil nasse Wiese usw. gespart.
Es reicht noch für eine Hunderunde um einen See. Dazu waren wir ja bislang eher durch nass oder zu heiß nicht in der Lage gewesen.
Diesmal eine angenehme Nacht mit Vogelgezwitscher statt Autolärm.

Donnerstag, 04.07., Meinhard – Northeim

89 Kilometer, 4:53 Std, 545 Höhenmeter.

Frühstück im Hirtenwagen, danach halbwegs trockener Abbau. J. fällt auf erdigem Weg mit dem Rad, weil Vorderrad im Matsch wegrutscht. Nicht schnell, jedoch kippt das Rad um und nach dem Aufrichten sitzt Hund Lewis verdutzt auf dem Weg. Sah witzig aus und hat ihn wohl nicht sonderlich irritiert, springt wieder in seine „Kutsche“.

Kaffeepause in Bad Soden-Allendorf. Nach Starkregen fahren wir weiter, obwohl es weiterhin regnet. Warten macht kalt. Nach zwei Stunden im kalten Regen erreichen wir Göttingen. Espresso House, „Falkenberg-Vibes“, denn da sind wir auch schon einmal zum Trocknen und Kräfte sammeln bei Espresso House eingekehrt. Kaffee, Sandwich, Tee, Kuchen. Das ganze Programm bis die Sonne kommt.
Essen kaufen und sonnig die letzten 20 Kilometer bis zum Campingplatz Sultner Berg. Sonniger Abend, jedoch wieder eine Autobahn in Hörweite. Der Wind trägt den Schall zum Glück nur halblaut genau hierher.

Freitag, 05.07., Northeim – Bad Harzburg

72 Kilometer, 4:28 Std, 721 Höhenmeter.

Direkt nach der Abfahrt vom Campingplatz ist eine Unterführung wegen Bauarbeiten gesperrt. Schilder gab es natürlich nur auf der Talseite für die Autofahrer. Wieder ein Stück den Berg hoch und erster Umweg des Tages. Vielleicht haben wir solche Überraschungen für heute hinter uns?

Kaffee in Seesen. Porridge mit Kürbiskernen, weil einzig veganes Angebot im Bäckereicafé.
Radler mit Gosebier bei Pause in Goslar. Hatte ich mal in Leipzig getrunken, aber natürlich keinen Schimmer, dass das Bier nach dem Wasser aus dem Harzflüsschen Gose benannt wurde.
Im Sanitärladen in Goslar zwei Gummistopfen gekauft, da am Ständer des Loads auf der Fahrt ein Plastikfuß verloren ging und nun Metall beim Parken knarzt. Die Idee, ein Teil für eine Gehhilfe am Rad zu benutzen, war für mich naheliegend, da diese Teile an meinem Rad von Anfang an verbaut sind. Die Mitarbeiter des Sanitärladens waren aber darüber erstaunt / belustigt.

Heute immer noch zu kühl und erstaunlich viele Höhenmeter, mehr als die letzten Tage. Erschöpfte Ankunft in Bad Harzburg. Alle freuen sich auf den Ruhetag bzw. würde es auch den Hund freuen, wenn er es wüsste.

Samstag, 06.07., Ruhetag in Bad Harzburg

Zu Fuß unterwegs. Vom Campingplatz kann man über schöne Wiesen überwiegend autofrei in die Stadt laufen. Zufällig auf der Terrasse vom Café Flora gelandet, wo es viel veganes für uns gibt. Stand groß auf einer Tafel, aber manchmal sieht man vor lauter gucken nichts. „Chefin ist vegan.“ Leckere Pause.

Kurgäste, Park und Häuser anschauen und flanieren. Mit Rückweg waren es 9 km. Sonniger Nachmittag am Platz. Ein Zelt weiter schauen Vater und Sohn, auch mit Rädern und Zelt unterwegs, Fußball. Das schlechte Ergebnis für Deutschland nehmen sie mit einem Lächeln. Regen nach dem Abendessen.

Zeit für eine Radreise

Auf einem Ausschnitt einer Deutschlandkarte wird die Route durch eine blaue Linie angezeigt. Rote Markierungen zeigen 24 Übernachtungen an und so sind die Tagesetappen erkennbar. Die Route startet und endet im Südwesten, nach längerer Strecke in nördlicher Richtung geht es um den Harz nach Dessau, dann die Elbe hoch bis fast nach Hamburg, dann nach Südwest an die Weser, dann südlich nach Hause.

Was macht man, wenn man vier Wochen Urlaub hat und kurz vorher noch keinen Plan, wohin es gehen soll? Eine Idee für eine Radreise mit zwei Lastenrädern, Hund und Zelt, gerne an Flüssen entlang, „wo man mit den Rädern noch nicht war“, musste her. Man Frau verlässt sich auf mich.

Ich gebe nicht viel auf Hitlisten der beliebtesten Radwege. Aber die Idee, einen Teil des Elbe-Radwegs nach Norden und einen Teil des Weser-Radwegs nach Süden in einer Tour zu fahren, Abfahrt und Ankunft aus eigener Kraft zuhause, da stressreduzierend, war dann einfach zu planen.

Etappen um die 75 Kilometer, es können aber auch mal 100 km werden. Wenn es Steigungen gibt, interessante Orte am Weg liegen und am Anfang der Tour lieber weniger. Meist haben die letzten Etappen eine „Ich-will-nach-Hause-Länge“. Das System hat sich für uns bewährt.

Der Routenplaner brauchte einen Titel für den gpx-Track. Aus dem südwestlichen Blickwinkel wurde die Reise „Ost-Nord-Schleife“ benannt.

Da wir auf Tour selbst kochen und einkehren, bis auf den vormittäglichen Kaffee, eher die Ausnahme darstellt, steht tägliches Einkaufen und abendliches kochen auf dem Programm. Der Hund fährt zwar gerne mit, aber natürlich sind bei ruhigen Wegverhältnissen Laufstrecken angesagt. Da geht es dann auch nur im „Schnuppertempo“.

Von Tour zu Tour nehme ich immer weniger Fotoequipment mit, da es meist ungenutzt „ballastet“. Diesmal habe ich es geschafft, mit einer älteren GoPro fast jeden Tag etwas aufzunehmen. Das Teil ist wetterunempfindlich, hängt am Lenker und Start-Stopp drücken ist wenig aufwendig.
Deswegen folgt von dieser Fahrt hier im Blog ein Reisetagebuch mit Videos.

Problem beim Einbetten von Peertube in WordPress gelöst

Wordpress Fehlermeldung mit den Worten "Error details", einem Eingabefeld und einem Schloss.

Nachdem ich zwei Tage, u.a. auch mit der gehypten KI, vergeblich nach einer Lösung gesucht habe und durch probieren eine Lösung gefunden habe, schreibe ich das mal hier auf. Vielleicht hilft es jemandem, nicht so viel Energie mit diesem Problem zu vergeuden.

Problem: Bei manchen Instanzen von Peertube gelang das Einbetten von Videos hier im WordPress-Blog testweise problemlos. Sowohl über einfaches Einkopieren des Videolinks als auch über Embed code.
Allerdings nicht bei der Peertube Instanz, bei der ich mich angemeldet hatte. Und auch nicht bei anderen, die ich testete.

Lösung: Den Blockeditor in WordPress austricksen und den von Peertube bereitgestellten Embed code über den Block „Individuelles HTML“ einfügen.
Dann funktioniert es.

Rad-Sternfahrt für mehr und sichere Radwege

Collage aus 3 Fotos: Oben eine Gruppe wartender Radfahrer vor dem mit Sonne beschienenen Mannheimer Wasserturm. In der Mitte die Strecke der Raddemo von Mannheim nach Heidelberg aus der Sport-App. Unten ein Platz in der Heidelberger Bahnstadt mit vielen Fahrrädern und Menschen, die sich um eine Bühne drängen.

Gestern haben wir uns, trotz sonntäglicher Bettschwere, um 8 Uhr auf dem Berliner Platz eingefunden, um mit den Ludwigshafenern zum offiziellen Start der Sternfahrt nach Mannheim aufzubrechen. Wir waren zu zweit, dies reichte jedoch um die Teilnehmerzahl zu verdoppeln.
Bis zum Start in Mannheim kamen aber fast 100 Teilnehmer zusammen. Nach den Reden der erstaunlich zahlreich anwesenden Politiker („wir haben schon viel gemacht und alles wird gut“) ging es dann mit Polizeischutz (danke!) und bestem Wetter los zu einer ruhigen Fahrt nach Heidelberg.
Dort sollen es mit allen Zubringern der Sternfahrt dann fast 1000 Radler geworden sein.
Ein paar Bekannte getroffen, ein wenig Smalltalk. Angenehm.

Leider hatte ich aber auch negative Gedanken. Es ist ein frustrierendes Gefühl, wenn man bei einer Demonstration denkt, dass man nur die eigene Gruppe erreicht. Man ist mit Gleichgesinnten unterwegs, die die gleichen Ansichten bereits teilen, deswegen mitmachen. Das eigentliche Ziel, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen und vielleicht sogar jemanden zu überzeugen, damit sich etwas ändert, scheint unerreichbar. Man kann sich fragen, ob der eigene Einsatz überhaupt eine Wirkung hat oder ob man lediglich in einer Blase agiert. Das Gemeinschaftsgefühl und das gegenseitig auf die Schulter klopfen ist wichtig und wohltuend, aber dieses Gefühl der Ohnmacht und des Stillstands kann entmutigend sein.

Ein Abend im Müllheizkraftwerk

Von oben sind zwei Menschen mit Schutzwesten und Helm zu sehen, mit jeweils einem Arm in entgegengesetzte Richtungen zeigend.

Von der Wachheit, die ich bei der Anmeldung zur Veranstaltung „Sonnenuntergang auf dem Müllheizkraftwerk“ der WOW CITY TOURS (→ WOW Magazin) hatte, war dann am Abend der Führung leider so gar nichts da. Wegbleiben wäre mir peinlich gewesen und Interesse war ja vorhanden, also habe ich mich mit Hilfe einer Tasse Kaffee nach Art „Schlag ins Gesicht“ doch aufgerafft.

So stand ich dann pünktlich um 20:30 Uhr und nach der kurzen Radfahrt noch wach werdend am Treffpunkt vor dem Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen (→ GML).

Gut so. Denn es war eine interessante Führung, die ich hauptsächlich zum Fotografieren genutzt habe. So schreibe ich hier auch nichts über Müllverbrennung und Energiegewinnung, denn dafür gibt es bessere Quellen. Die Gedanken, die sich um die Menge des Mülls drehen, behalte ich auch für mich.

Stattdessen soll eine Auswahl an Fotos sprechen.

Der Ausblick vom Dach war übrigens toll und erstaunlich weitreichend. Jedoch verbarg sich der titelgebende Sonnenuntergang hinter Wolken, wodurch ich mir meine negative Einstellung zu Fotos davon, nicht nochmal überlegen musste. Und die Fotos der Umgebung, der Stadt, der BASF wurden leider nicht wirklich gut. Altes Auge ist besser als neue Technik.

Besen, Schaufel, Kladde, zwei rote Signallichter an einer Säule zwischen zwei großen Toren, die mit roten Zahlen "5" und "6" beschriftet sind.
Vor den Toren wird scheinbar gekehrt, dahinter sind Unmengen an Müll verborgen.
Verdrecktes Schild mit der Auschrift "Absetzkipper-Fahrer vor Einleitung des Kippvorgangs aussteigen" und ein Verkehrsschild mit einem ins Wasser fallenden Auto. Beides an einer an den Kanten beschädigten Säule, die zeigt, dass sie öfter mal im Weg der Fahrzeuge stand.
Ein Schild „Nicht die Betonsäule rammen“ würde wohl auch nichts helfen. Muss man mit Schwimmbewegungen beginnen, wenn man in den Müllbunker fällt?
Die holzverkleidete Wand eines Müllbunkers schwarz im Hintergrund. Davor große Mengen an Haushaltsmüll. Aus dem grauen Grundton stechen blaue Müllsäcke hervor.
In der Mitte des gigantischen Müllbunkers sah es so aus. An beiden Seiten türmten sich die „Vorräte“ bis an die Decke. Sehenswert, aber leider nicht so fotogen, wie ich es gerne gehabt hätte.
Innenraum der Müllverbrennung. Im Vordergund die dunkle Silhouette des Kranführers, im Hintergrund Müll und der obere Teil des Greifers.
Hier werden im Dauerbetrieb die Kammern der Müllverbrennung gefüllt.
Betonwände und ungefähr acht Etagen mit Gitterrostböden und blauen Geländern von oben fotografiert. Wenn man die Etagen nicht als solche erkennt, könnte der Boden auch eine Wand und die Wand eine Decke sein.
Wenn man die Etagen nicht als solche erkennt, könnte der Boden auch eine Wand und die Wand eine Decke sein.
Ein Vogelnest mit einem einzigen weißen Ei liegt in schwindelnder Höhe auf dem Gitterblech eines Treppenabsatzes.
Habe wenig Ahnung, aber nach dem „Schöner wohnen“-Konzept zu schließen, würde ich bei dem Nest auf Taube schließen. Die können auch fünf Zweiglein für ein geeignetes Nest halten.

Ausbesserungswerk Darmstadt

Schwarz-weiß Foto von einem Werkstattgelände der Bahn. Viele Eisenbahnachsen liegen eng beieinander, die Räder tragen Beschriftungen aus Lack und Kreide.

Aus dem Archiv, siehe Hinweis. Dieses Mal habe ich den Originaltext nicht gekennzeichnet, da ich hier zu viel geändert / ergänzt habe.
Ursprünglich veröffentlicht am 2. Juli 2006.

Die Fotos habe ich während meiner Ausbildung, in der man sich wirklich jeden Bereich mal anschauen durfte, vor ca. 38 Jahren im AW Darmstadt fotografiert. Natürlich analog, also auf Film, weil letztes Jahrtausend.

Der Tag hatte ein wenig was von Ausflug. Die Anreise, das üppige, für körperlich Arbeitende gedachte Essen in der Kantine und das Wissen, dass man davon nichts für die Prüfung braucht, haben wohl zu dieser Einschätzung beigetragen.

Habe leider zu wenig Bilder gemacht. Das hat mich im Nachhinein schon oft geärgert. Bei jedem Foto hatte ich die Kosten im Kopf (eigene Dunkelkammer, aber kein Geld für Material). Nicht so wie heute: Draufhalten und danach einfach löschen. Echt schade, denn da wär noch viel zu holen und zu bewahren gewesen. Das Internet weiß eben nicht alles und Fotos vom Arbeiten hinter der Fassade finde ich nicht.

Im Werk wurde alles mögliche instandgesetzt. Schreiner und Malerarbeiten gehörten beispielsweise auch dazu. Beeindruckt hat mich aber vor allem das Abdrehen von Achsen und Radreifen. Oder der Tausch von Radreifen, bei dem man diese erhitzt, damit sie sich zum Abnehmen von der Achse ausdehnen und die neuen sich dann beim Erkalten auf die blankgedrehten Flächen stabil aufschrumpfen.

Das Ausbesserungswerk ist schon lange geschlossen. Im Mai 2000 war Schluß. Nach ein paar Jahren von Zerfall und hochtrabenden Ideen setzte sich die Realität bei der Flächennutzung durch. Dies und anderes ist bei Wikipedia nachzulesen.

Ich hatte 2006 gefragt: Kann mir jemand erklären, woher der gebräuchliche Name „Knell“ für das Wagenwerk herkommt?
Walter Kuhl hatte dies damals in einem Kommentar beantwortet:
„Zum Namen Knell: In einer Broschüre zu 100 Jahren Ausbesserungswerk Darmstadt wird der Name auf das Knallen eines Gasmotors zurückgeführt, der schon im 19. Jahrhundert zum Betrieb einer Ölgasanstalt Verwendung fand.“

Beim Scannen der Negative ist auch noch Luft nach oben, mindestens ein Foto vermisse ich als Datei, aber die hier gezeigten Versionen sind schon einmal besser als die aus meinem Blog von 2006.
Persönlichkeitsrechte und Recht zur Veröffentlichung sind so eine Sache. Sollte das jemand zum Thema machen wollen, bitte zuerst bei mir melden.

Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Ausgebaute Eisenbahnachsen im Vordergrund, im Hintergrund große Maschinen. Arbeiter in Arbeitskleidung, manche unterhalten sich.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Ein Arbeiter beobachtet das Abdrehen einer Achse an einer großen Drehbank.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Im Vordergrund Achsen mit Speichenrädern, im Hintergrund wird eine Achse mit Vollrädern in einer großen Maschine abgedreht.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Sehr viele Eisenbahnachsen mit glänzenden Laufflächen scheinen die komplette Hallenlänge einzunehmen.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. In Bildmitte eine große Maschine, umgeben von Eisenbahnachsen mit glänzenden Laufflächen und drei Arbeitern in schwarzer Arbeitskleidung.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Es sind mehrere Achsen ohne Radkranz und zwei komplette Achsen mit Lauffläche, sowie Arbeiter in schwarzer Arbeitskleidung zu sehen.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Ein Arbeiter sitzt in der Hocke vor einer Eisenbahnachse mit glänzenden Neuteilen und markiert etwas mit weißer Farbe.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Eine Eisenbahnachse mit glänzenden Neuteilen wird von einem Arbeiter mit einem Pinsel behandelt.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Eine Eisenbahnachse wird in einer großen Drehbank abgedreht,. Ein Arbeiter beobachtet und steuert dies.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Ein Arbeiter mit einer Schutzbrille schweißt etwas neben den Puffern an der Stirnseite eines flachen Waggons.
Schwarz-weiß Foto aus einer Werkstatthalle der Bahn. Durch die verglaste Decke fällt Tageslicht. In Bildmitte stehen auf drei Gleisen Flachwagen mit und ohne Rungen und ein Kesselwagen.
Schwarz-weiß Foto einer Werkstatthalle der Bahn. Links liegen viele blankgedrehte Achsen, rechts sind ein Flach- und ein Autotransportwagen zu sehen.

Chniker on tour

Auf dem hinteren Teil eines verrosteten, weißen und von der Seite aufgenommenen Lieferwagens steht in blauen Großbuchstaben "CHNIKER ON TOUR". Am Schmutz kann man erahnen, dass es mal "TECHNIKER" hiess.

In unserer Wohnstraße stehen leider oft Lieferwagen und kleine Laster, gerne unter teilweiser Nutzung des Gehwegs geparkt. Der hier bringt mich wenigstens regelmäßig zum Kalauern.

  • „Wenn was putt ist, hol ich den Chniker.“
  • „Es ist kaputt, was mach ich nur?“
    Hol doch den Chniker zur Peratur“
  • „Der Chniker kann alles reparieren,
    Probleme hat er beim Stabieren.“

Okay, ich hör ja schon auf. Mehr Wortfindungen sammeln sich hier.

13 Jahre ohne eigenes Auto

Ein weißes Elektroauto von stadtmobil Carsharing ist beim Laden von vorne in einer Tiefgarage zu sehen. Davor ein Bambusfahrrad der Marke myBoo, angeschlossen an einer Stange mit Werbetafel von stadtmobil.

Habe das Jubiläum leicht verschlafen. Wir sind etwas mehr als 13 Jahre Nutzer von Carsharing und ohne eigene Karre.

Insgesamt sind wir gerundet 77.000 Kilometer gefahren. An normalen Tagen machen wir alles mit den eigenen Beinen, zu Fuß oder auf dem ein oder anderen Fahrrad. Wenn das nicht geht, werden öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Da bleibt nicht mehr viel Autonutzung im Alltag übrig. Wir haben immer darauf geachtet, nicht mit einem Auto zur Arbeit pendeln zu müssen. Deswegen halten sich die Kilometer auch so in Grenzen. Die meisten Kilometer kamen durch Verwandschaft in einem anderen Land, verbunden mit Urlaub, zustande.

Alles zusammen hat gerundet 26.000 € gekostet. Das ergibt 0,34 € pro Kilometer. Oder anders gesagt, sind das gerundete 83 € Kosten im Monat. Und „alles“ ist wirklich „alles“, denn tanken (Fossil oder Strom), Versicherung, Steuern, Inspektion, Reparaturen, Reifen, Autowäsche, usw. sind da drin enthalten.

Der Komfort ist dabei höher als bei unseren letzten eigenen Autos. Inspektion, Reparaturen, Reifen kümmern mich zum Beispiel nicht mehr. Wird gemacht, aber nicht mehr von mir. Und vom Kleinwagen bis zum Transporter können wir immer das passende Gefährt wählen. Ein Auto per App buchen dauert weniger lang, als hier in der Nähe der Wohnung einen Parkplatz zu finden. Unbezahlte Werbung und als Empfehlung, weil wir so zufrieden sind: Wir sind bei Stadtmobil.

Sag niemals nie, aber aus heutiger Sicht, möchte ich kein eigenes Auto mehr besitzen. Bei unserem Fahrverhalten haben wir durch Carsharing Geld gespart, auch wenn man die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel addiert. Und während andere z.B. Reifen wechseln (lassen) oder sich mit Autowäsche beschäftigen, mache ich etwas für mich sinnvolleres.

Schnecke sucht Mitfahrgelegenheit, ohne KI

Eine Schnecke mit in Brauntönen gestreiftem Gehäuse sitzt auf der schwarzen Felge eine Fahrrads, direkt neben dem Ventil. Man sieht Teile des Reifens, der Scheibenbremse, Speichen und im Hintergrund bodenbedeckende Pflanzen in leuchtendem Grün.

Das Foto habe ich vor kurzem vor der Heimfahrt vom Neckarau Parkrun in Mannheim gemacht. Ich bin froh, dass ich die Schnecke vorm Losfahren zufällig entdeckte und auf einen Baumstamm setzte. Das hätte ansonsten bestimmt ein unlustiges Ergebnis für die Schnecke gegeben. Wir fahren eigentlich nie langsam und Fliehkraft kennt kein Pardon.

Soweit so uninteressant putzig.

Heute habe ich zum zweiten Mal eine KI gefüttert, um einen passenden Blogtext zu erzeugen. Faulheit oder Neugier oder beides. Eher Neugier, denn heute sah ich Beispiele im Netz, wie das neuste Spielzeug der Forschung aus einem Foto oder Gemälde realistische Videos nur mit dem Foto und einem Audiofile macht. Da sollte doch ein kurzer Text machbar sein.
Ich habe für meine bedeutend simplere Aufgabe mehrere Versuche und Anpassungen gemacht, denn natürlich bestimmt die Frage gerade bei einer Software, die keinen sozialen Rahmen mit mir teilt, die Art und Qualität der Antwort.

Ich fasse das mal so zusammen: Da schreibe ich lieber weiterhin selbst.
Genau so uninteressant, aber mein lokal erzeugtes Handgetippe ist ohne Stromkosten einer KI deutlich weniger peinlich. Noch…